EU-Überwachungsstaat
Mikrochips in
Geldscheinen
(phi 17.06.2003)
Wie schon vor einigen Tagen bekannt wurde, wird in der Europäischen
Zentralbank (EZB) überlegt, zum besseren Schutz der Euro-Geldscheine vor
Fälschungen diese ab 2005 mit winzigen Chips und Antennen (radio frequency
identification tags - RFID) auszustatten.
In den Chips
können bestimmte Informationen gespeichert werden, die sich mit Geräten über
Funkverbindung auch ohne optischen Kontakt lesen lassen. Auf solchen Chips
könnten auch neue Informationen gespeichert werden, also beispielsweise wann
und wo ein derart markierter Geldschein weiter gereicht wurde. Daraus
liesse sich dann eine "Geschichte" einzelner Geldscheine erstellen, um
so besser Fälschungen oder Geldwäsche erkennen zu können. Die Funkverbindung
hat den Vorteil, dass keine bestimmte Leserichtung notwendig und der
eingebettete Transponder relativ unempfindlich gegenüber Verschmutzung oder
Nässe ist.
Die
Transponder sollen zusätzlich oder als Ersatz von Hologrammen, Metallfäden,
Wasserzeichen und anderen Vorkehrungen zum Erschweren von Fälschung auf
allen Geldscheinen angebracht werden Falls die Hologramme, Wasserzeichen und
Metallfäden noch angebracht werden, sollen sie noch kleiner, robuster und
vor allem billiger als die bislang verwendeten werden. Im neuen Jahr kommen
10 Milliarden Euro-Scheine
auf den Markt: eine gewaltige Menge also.
Hitachi hat im
Sommer bekannt gegeben, den weltweit kleinsten RFID-Chip namens "Meu"
entwickelt zu haben, der für Papiergeld, aber natürlich auch zur Sicherung
anderer Dokumente verwendet werden kann. Der Chip ist 0,4 Quadratmillimeter
gross, 60 Mikron dick, besteht aus einem ROM und einer kleinen Antenne. Auch
andere Unternehmen arbeiten nach Informationen der EE Times an der
Entwicklung von RFIDs für Geldscheine.