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Wer verdient also vor allem an Tamiflu?
Erläuterung von tst:
Der Stoff "Oseltamivir"
wurde von der 1987 gegründeten kalifornischen Firma Gilead Sciences
erfunden (US-Verteidigungsminister Rumsfeld war 1997-2001
Aufsichtsratschef) und wird seit 1999 von Roche als "Tamiflu"
vertrieben. Weitere Pharmafirmen erhielten inzwischen
Fabrika-tionslizenzen um den Bedarf weltweit "sicherzustellen".
Die Gewinner der
Tamiflu-Hysterie
06.10.2005
Topstory der
aktuellen CASH-Ausgabe vom 06.10.2005
(Auszug)
Ärzte
und Apotheker können mit Tamiflu Margen von 90 Prozent erzielen -
und nutzen das aus.
Privatpersonen hamstern das Roche-Medikament Tamiflu. Sinnvoll sei
das nicht, warnen viele Experten - vergeblich. Zu viele Parteien
profitieren vom Geschäft mit der Angst vor der Vogelgrippe.
S. M. * hat Angst vor der Vogelgrippe. Er befürchtet, dass das Virus
mutiert, dass es dereinst von Mensch zu Mensch übertragen wird und
nicht nur vom Tier auf den Menschen überspringt. Auch davor, dass
dieses neue Virus nach Europa und in die Schweiz kommen könnte,
fürchtet er sich. Und er hat Angst, zu kurz zu kommen im Falle einer
Pandemie. Also tat der 38-jährige Fotograf vor kurzem das seiner
Meinung nach einzig Richtige: Er kaufte vier Schachteln Tamiflu.
Tamiflu. Weiss-gelbe Superkapseln aus dem Hause Roche, 75 Milligramm
Oseltamivir für 8 Franken 65 das Stück. Im Falle einer Pandemie, die
durch einen veränderten Typ des Influenza-Virus H5N1 ausgelöst
werden könnte, gilt Tamiflu als mögliches Gegenmittel. Bewiesen ist
die Wirksamkeit von Tamiflu nicht, sie wird lediglich
vermutet.
Basler Kantonsärztin rüffelt 700 Ärzte und Apotheker
Multinationale Konzerne, aber auch Länder wie die USA, Frankreich
und die Schweiz hindert das nicht daran, das Medikament
prophylaktisch millionenfach einzukaufen. Mit dem bestehenden
Pflichtlager des Bundes könnten bis zu zwei Millionen Menschen mit
Tamiflu behandelt werden.
«Nur» zwei Millionen, scheinen sich viele Schweizer zu sagen -
immerhin gibt es Szenarien, die von bis zu 4,5 Millionen Infizierten
ausgehen. Als Konsequenz legen sich immer mehr Privatpersonen ihr
eigenes Tamiflu-Lager an. Im Kanton Basel-Stadt kommt es seit August
immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung, weil den Grossisten
das Medikament ausgeht. Kantonsärztin Anne Witschi sah sich
gezwungen, die 700 Apotheker und Ärzte des Kantons schriftlich dazu
aufzufordern, diesen «Hamsterkäufen» entgegenzutreten.
Nur: Mit Tamiflu lässt sich in der Schweiz gutes Geld
verdienen (siehe Box unten). Ein Arzt, der das rezeptpflichtige
Medikament für seine Praxis-Apotheke einkauft (sofern er dies tun
darf), bezahlt dem Grossisten 46 Franken für eine Zehnerpackung. An
den Patienten verkauft er sie für 86.50 Franken weiter und erzielt
so
eine Bruttomarge von fast 90 Prozent.
Die Vermutung, dass es unter Ärzten und Apothekern vereinzelte
schwarze Schafe gibt, die Tamiflu auch aufgrund wirtschaftlicher
Überlegungen verschreiben, dürfte also nicht ganz falsch sein.
Auch der pharmamulti Roche verdient gut an seinem Blockbuster. Im
ersten Halbjahr 2005 erzielte Roche einen Tamiflu-Umsatz von
580
Millionen Franken, was einer Zunahme von 357 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr entspricht. Die Betriebsmarge des Giganten vom Rheinknie
schätzte ein Analyst unlängst auf rund 50 Prozent.
Die hohle Hand macht man auch im Ausland. Via Internet bieten
unzählige Medikamentenhändler Tamiflu ohne Rezept an. Die Preise
liegen dabei oftmals höher als in der Schweiz, zudem besteht eine
grosse Gefahr, gefälschte Produkte zu erwerben. Im benachbarten
Ausland ist Tamiflu zwar rezeptpflichtig, aber billig: In Frankreich
(39 Franken) und Deutschland (53 Franken) kostet Tamiflu deutlich
weniger. Wer seine Hausapotheke mit Tamiflu füllen will, wird keine
Mühe haben, einen Anbieter zu finden. Ob die private Vorsorge Sinn
macht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. «Es gibt derzeit
absolut keinen Grund, Tamiflu zu verschreiben», sagt Witschi. «Weder
hat die Grippesaison begonnen, noch gibt es andere Indikationen, die
den Einsatz des Medikaments rechtfertigen würden.»
Witschi sieht in der prophylaktischen Abgabe von Tamiflu eine
Gefahr: «Das Produkt hat
Nebenwirkungen
und muss, sofern eine Person an anderen Krankheiten leidet,
individuell dosiert werden.» Ausserdem könne der masslose Einsatz
des Mittels dazu führen, dass das Virus eine Resistenz entwickle.
Diese Bedenken teilt Christian Griot, Direktor des Instituts für
Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) in Mittelhäusern: «In
Japan, wo Tamiflu grosszügig eingesetzt wird, gibt es bereits
Hinweise auf Resistenzen.» Auch Griot hält es für falsch, dass
Privatpersonen Tamiflu horten. Erstaunlich sei dies aber nicht, so
Griot, schliesslich gebe es namhafte Mediziner, die zu ebendieser
Taktik rieten.
Angst vor der Knappheit antiviraler Medikamente
In der Tat: Karin Moelling etwa, Virologie-Professorin an der Uni
Zürich, orakelte öffentlich, dass das Mittel auf Grund der grossen
Nachfrage im Katastrophenfall knapp werden könnte. Sie habe sich
Tamiflu bereits besorgt. Ins gleiche Horn stiess der Interlakner
Spitalapotheker Enea Martinelli: Tamiflu müsse im Katastrophenfall
«mit Panzerfahrzeugen» verteilt werden, witzelte er. Auch der Basler
Mikrobiologe Christoph Moroni oder der Berner Immunologe Beda
Stadler raten zur Vorsorge. «Da ist es doch kein Wunder», sagt
Griot, «dass die Leute zum Arzt rennen, um sich Tamiflu verschreiben
zu lassen.»
Einig sind sich die Experten darin, dass dereinst ein Impfstoff die
besten Resultate erzielen wird. Doch so lange es keinen Erreger
gibt, wird es auch keinen Impfstoff geben.
S.M. kümmert dies wenig. Er glaubt, genügend Tamiflu zu
haben, um der Vogelgrippe zu trotzen. Wenn sie denn kommt.
*
Name der Redaktion bekannt
Mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infizierte Vögel im Zoo von Jakarta
(Indonesien): «Es gibt derzeit absolut keinen Grund, in der Schweiz
Tamiflu zu verschreiben.»
(Hervorhebungen
durch T.Steinemann)
|
WER AN TAMIFLU
WIE VIEL VERDIENT |
|
Roche
Die
Entwicklungskosten von Tamiflu werden auf über eine
Milliarde Franken geschätzt. (
... wer's glaubt.) Ausserdem ist das Mittel, was die
Herstellung anbetrifft, auf Grund der vielen Syntheseschritte
teuer. Die Betriebsmarge, die Roche erzielt, schätzt Karl Heinz
Koch, Analyst bei der Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch (LODH),
auf rund 50 Prozent. Der WHO hat Roche drei Millionen Packungen
gratis zur Verfügung gestellt.
Grossisten
Zwischen den
Pharmafirmen auf der einen und den Ärzten und Apothekern auf der
anderen Seite stehen die Grossisten. Zu den Grossen im Geschäft
zählen die Versandapotheke «Zur Rose» oder die Galenica-Tochter
Galexis, die von der Apothekerschaft kontrolliert wird.
Schätzungen zufolge schlagen die Grossisten je nach Mittel
zwischen 10 und 20 Prozent auf den Preis drauf. Galexis wollte
auf Anfrage keine Zahlen bekannt geben.
Apotheker und
Ärzte
Der Löwenanteil im
Falle von Tamiflu geht an die selbst dispensierenden
Ärzte und die Apotheker. Der maximale Richtpreis (er wird von
Swissmedic festgelegt) beträgt 86.50 Franken. Den Grossisten
zahlen die Ärzte aber lediglich 46 Franken pro Zehnerpackung,
was bedeutet, dass sie an jeder Packung 40.50 Franken verdienen.
Die Marge ist ausserordentlich hoch, in der Regel liegt sie bei
rund 20 Prozent. Im System, einen finanziellen Anreiz für den
Verkauf von Medikamenten zu schaffen, sehen Kritiker einen Grund
für die Kostenexplosion im
"Gesundheits"wesen: Allein die
selbst dispensierenden Ärzte verkaufen pro Jahr Medikamente im
Wert von mehr als einer Milliarde Franken und erwirtschaften
damit oft bis zu einem Drittel ihres Nettoeinkommens. |
<<<<<< O >>>>>>
Artikel in der Bild-Zeitung vom 13. Januar 2006

1. Frage:
Wem nützt also diese ganze
Vogelgrippe-Lüge
und
Tamiflu-Hysterie???
Antwort:
DONALD RUMSFELD, der skrupellosen Pharma und den falsch
informierten Schulmedizinern -
NIEMANDEM ANDEREN!
2. Frage:
Welchen positiven Hintergrund hat diese ganze perfide
Angelegenheit?
Antwort:
Damit wir endlich wissen, was wir von unseren "Gesundheits"-Ämtern"
und Regierungen halten sollen, welche harmlose Geflügelhalter mit
drei Hühnern Bussen von 10'000 Franken androhen aus Gründen, für
die
keine
nachvollziehbare Beweise vorliegen.
Hallo Leute:
DENKEN und HANDELN!
<<<<<< O >>>>>>
Drei Beispiele
aus dem Experten-Chat von Blick:
«Tamiflu ist nicht umstritten»
http://www.blick.ch/news/vogelgrippe/artikel26772
Urs: "Es wird öffentlich bekannt gegeben, dass man kein
Tamiflu zulegen soll, da die Wirkung umstritten sei. Im gleichen Zug
aber lese ich ständig dass eine Erstversorgung mit Tamiflu für 2Mio
Bürger sichergestellt sei. Wieso teilt man Tamiflu im Falle einer
Pandemie dann aus, wenn die Wirksamkeit umstritten ist?"
Dr. Daniel Koch: Die Wirkung von Tamiflu ist nicht
umstritten. Man kann jedoch nicht sagen, wie die Situation bei einem
Pandemievirus aussehen würde, das man noch nicht kennt. man kann
aber davon ausgehen, dass tamiflu auch in diesem Fall wirken wird.
(Alles klar?)
Paul Renner, Kloten:
Auch das Schweizer Militär lagert ja Medikamente für den
Katastrophenfall. In der Sanitätsausbildung wurde uns aber gesagt,
dass im Ernstfall zuerst nur Placebo (Scheinmedikamente)
ausgegeben wird, weil bei der zu erwartenden Panik die «echten»
Medikamente sonst verschwendet oder von den Bürgern einander
weggenommen würden. Wie sieht das aus bei den 2M Tamiflu, die Roche
bunkert?
(... schon recht
pikant!)
Dr. Daniel Koch:
Lieber Herr Renner, Ich weiss nicht ob der Oberfeldarzt ihrer
Vermutung zustimmen würde. Ich bezweifle das. Sicher würden wir
keine Placebos abgeben und haben dies auch nie geplant.
A.C., Basel:
Guten Tag Herr Koch. Wem soll man glauben? Das BAG und das BWL
sagen, man soll sich wegen Tamiflu keine Sorgen machen, wir hätten
2Mio. Dosen auf Vorrat. Roche dementiert gleich und sagt, die 2 Mio
sind erst Ende 05 auf Lager. Frau Prof. Möllig und Herr Prof.
Stadler -u.a. promovierte Wissensträger- geben in der Sendung Arena
zu selber Tamiflu zuhause zu haben. Das BAG hat bis heute das
Vorhandensein von konkreten Notfall-Plänen nicht bezeugen können.
Das Bundesland Bayern bezeichnete die Massnahmen der EU-Kommission
und der D-Bundesregierung als unzureichend. Jeder handelt anders.
Viele Widersprüche für den Laien die Unsicherheit schüren. Und die
Presse reitet auf diesen herum. Es bleibt nicht viel anderes übrig,
aber verstehen Sie dass es auf diese Weise grosse Unsicherheit
wächst? Ist es mit einer Info-Broschüre getan?
Dr. Daniel Koch:
Wir verstehen die Verunsicherung in der Bevölkerung sehr gut. Es ist
nicht leicht in der heutigen hektischen Zeit sich noch klare Bilder
zu verschaffen. Unsere Aufgabe als Behörde ist es in erster Linie
für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen und die geeigneten
Massnahmen zu treffen. Dass es uns nicht gelingt, dies auch genügend
zu kommunizieren, beschäftigt uns. Wir versichern Ihnen, dass es
genügend Tamiflu in der Schweiz gibt um im Falle einer Pandemie alle
Erkrankungsfälle behandeln zu können. Wir nehmen Ihre sorgen aber
ernst.
(tst: Vernünftige Antwort - aber Tamiflu
brauchen wir trotzdem nicht, denn eine Stärkung des Immunsystems ist
für alle Menschen sinnvoller und nützlicher als irgend eine Impfung
>siehe
www.impfkritik.de)
<<<<<< O >>>>>>
Tages-Anzeiger vom 11.10.2005
Bund fehlt Geld für Tamiflu (Pandemie = Länder überschreitende Epidemie)
Tamiflu schafft neue Probleme. Um das teure Medikament kaufen zu
können, hob der Bund alte Pflichtlager auf. Doch es fehlen 14
Millionen Franken. Deshalb sollen Grippemittel teurer werden.
Bild: Roche will die Kapazitäten für die Produktion des
Grippe-Mittels Tamiflu erhöhen.
(offenbar
Zweck der geschürten Panik; tst)
Von Bettina Mutter, Bern
Das Medikament, welches vor dem Vogelgrippevirus schützen soll,
schafft unerwartete Probleme. Der Bund legt wegen der Grippegefahr
ein Pflichtlager voll Tamiflu an. Doch bis heute ist unklar, wie er
dieses finanzieren soll.
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD), auf Grund des
Landesversorgungs-Gesetzes für die Pflichtlager zuständig, muss
dafür freie Mittel suchen - auch im Hinblick auf andere Krankheiten.
«Wir sind der Auffassung, dass Pflichtlager mit wichtigen
Medikamente mindestens so notwendig sind wie Reserven für
Nahrungsmittel», sagt EVD-Generalsekretär Walter Thurnherr. Das
findet auch der Bundesrat und sicherte deshalb bereits zu, er wolle
bis 2006 genug Tamiflu einlagern. Ein Viertel der Bevölkerung könnte
dann behandelt werden, falls die Vogelgrippe tatsächlich die Schweiz
erreicht.
Neben den medizinischen Sorgen hat der Bund nun aber auch
finanzielle Probleme. Pflichtlager gibt es bisher für lebenswichtige
Produkte, die knapp werden könnten. So lagert die Eidgenossenschaft
zwar für rund 4,5 Milliarden Franken Öl, Gas und Getreide ein. Für
Heilmittel sah der Bund bisher aber keine neuen Pflichtlager vor.
«Künftig könnten aber auch Medikamente knapp werden», erklärt Ueli
Haudenschild, Sektion Grundversorgung im Bundesamt für
wirtschaftliche Landesversorgung (BWL). Der Bund lagert bereits
Antibiotika ein. Und erst 2004 eröffnete er ein Pflichtlager mit
Mitteln zur Bekämpfung einer drohenden Grippepandemie.
Schmiermittel gegen Tamiflu
Wegen des teuren Tamiflu taucht jetzt aber erstmals die
grundsätzliche Frage auf, wie sich die Medikamenten-Pflichtlager
überhaupt finanzieren lassen. «Wir stehen vor einer neuen Situation.
Es braucht grosse Lager für teure Mittel», sagt Ueli Haudenschild.
Um das Tamiflu-Pflichtlager eröffnen zu können, suchte das
Volkswirtschaftsdepartement unkonventionelle Wege. Finanzpolitiker
wollten diese genauer kennen. Ständerat Rolf Schweiger (FDP, ZG)
fragte Anfang September nach: «Woher stammt das Geld, um Tamiflu zu
kaufen?» Er bekam eine überraschende Antwort: Weil dem Bund die
Mittel fehlten, um Tamiflu bezahlen zu können, habe man vorerst ein
altes Pflichtlager voll Schmieröl geleert und habe eines mit Seife
und eines mit Waschmittel aufgehoben.
Dies sei für notwendige neue Medikamentenlager aber kein weiter
gangbarer Weg, erklärt das EVD nun. Um an notwendiges Geld
heranzukommen, seien schlicht zu wenig Pflichtlager da, die man
auflösen könnte. «Wir müssen ein neues Finanzierungsmodell für
Medikamenten-Pflichtlager finden», sagt Thurnherr.
Das System, Pflichtlager aufzuheben, um andere eröffnen zu können,
funktioniert aber schon heute nicht: Der Tausch von Schmiermittel
gegen Tamiflu ging nämlich nicht auf. Dieser brachte lediglich 2,7
Millionen Franken ein. «Für die Tamiflu-Kosten genügt es bei weitem
nicht», klagt Miklós Nagy, Geschäftsführer der Treuhandstelle
Schweizerischer Heilmittel-Pflichtlager (Helvecura). Die Summe
reiche kaum aus, um die Lagerkosten zu decken. «Und Tamiflu selbst
können wir damit nicht kaufen.» Dafür, rechnet Nagy nun dem Bund
vor, «fehlen rund 14 Millionen Franken».
Höherer Preis bei Grippemitteln?
Am 9. November wollen Helvecura, das Bundesamt für Gesundheit und
das BWL gemeinsam festlegen, woher die zusätzlichen Millionen kommen
sollen. Die Sache wird kompliziert, weil die normale
Pflichtlager-Finanzierung nicht anwendbar ist. Brennstoff- und
Nahrungsmittelreserven bezahlt der Bund über einen Fonds aus
Zollabgaben. Diese fallen beim Import der Produkte an. Weil aber
viele Medikamente und speziell Tamiflu Schweizer Produkte sind, ist
kein Geld da, das sich am Zoll abschöpfen liesse.
Helvecura schlägt deshalb vor, der Konsument solle neue
Heilmittelreserven berappen. Helvecura möchte Tamiflu und ähnliche
Mittel über einen Preisaufschlag bei Grippemitteln finanzieren.
«Obschon wir nicht wissen, ob das dem Bund gefällt», sagt Nagy. Auch
Haudenschild hält die Idee für «sehr schwer durchsetzbar».
Fällt sie durch, muss der Bund einen anderen Fonds anzapfen - jenen
für Lösungsmittel. Jährlich fallen dort 120 Millionen Franken an,
die Konsumenten auf flüchtige Lösungsmitteln als Abgaben bezahlen.
Fest steht: Pflichtlager für Medikamente bezahlt auf jeden Fall der
Konsument.
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Die Gewinner der
Tamiflu-Hysterie
06.10.2005 14:30
Topstory der aktuellen
CASH-Ausgabe vom 06.10.2005
Ärzte und Apotheker
können mit Tamiflu Margen von 90 Prozent erzielen - und nutzen das
aus.
Privatpersonen
hamstern das Roche-Medikament Tamiflu. Sinnvoll sei das nicht,
warnen viele Experten - vergeblich. Zu viele Parteien profitieren
vom Geschäft mit der Angst vor der Vogelgrippe.
S. M. * hat Angst vor der Vogelgrippe. Er befürchtet, dass das Virus
mutiert, dass es dereinst von Mensch zu Mensch übertragen wird und
nicht nur vom Tier auf den Menschen überspringt. Auch davor, dass
dieses neue Virus nach Europa und in die Schweiz kommen könnte,
fürchtet er sich. Und er hat Angst, zu kurz zu kommen im Falle einer
Pandemie. Also tat der 38-jährige Fotograf vor kurzem das seiner
Meinung nach einzig Richtige: Er kaufte vier Schachteln Tamiflu.
Tamiflu,
weiss-gelbe Superkapseln aus dem Hause Roche, 75 Milligramm
Oseltamivir für 8 Franken 65 das Stück. Im Falle einer Pandemie, die
durch einen veränderten Typ des Influenza-Virus H5N1 ausgelöst
werden könnte, gilt Tamiflu als mögliches Gegenmittel.
Bewiesen ist die Wirksamkeit von Tamiflu nicht, sie wird
lediglich vermutet.
Basler Kantonsärztin
rüffelt 700 Ärzte und Apotheker
Multinationale Konzerne, aber auch Länder wie die USA, Frankreich
und die Schweiz hindert das nicht daran, das Medikament
prophylaktisch millionenfach einzukaufen. Mit dem bestehenden
Pflichtlager des Bundes könnten bis zu zwei Millionen Menschen mit
Tamiflu behandelt werden.
«Nur» zwei Millionen, scheinen sich viele Schweizer zu sagen -
immerhin gibt es Szenarien, die von bis zu 4,5 Millionen Infizierten
ausgehen. Als Konsequenz legen sich immer mehr Privatpersonen ihr
eigenes Tamiflu-Lager an. Im Kanton Basel-Stadt kommt es seit August
immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung, weil den Grossisten
das Medikament ausgeht. Kantonsärztin Anne Witschi sah sich
gezwungen, die 700 Apotheker und Ärzte des Kantons schriftlich dazu
aufzufordern, diesen «Hamsterkäufen» entgegenzutreten.
Nur: Mit Tamiflu lässt sich in der Schweiz gutes Geld verdienen
(siehe Box). Ein Arzt, der das rezeptpflichtige Medikament für seine
Praxis-Apotheke einkauft (sofern er dies tun darf), bezahlt dem
Grossisten 46 Franken für eine Zehnerpackung. An den Patienten
verkauft er sie für 86.50 Franken weiter und erzielt so eine
Bruttomarge von fast 90 Prozent. Die Vermutung, dass es unter Ärzten
und Apothekern vereinzelte schwarze Schafe gibt, die Tamiflu auch
aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen verschreiben, dürfte also
nicht ganz falsch sein.
Auch der Pharmamulti Roche verdient gut an seinem Blockbuster.
Im ersten Halbjahr 2005 erzielte Roche einen Tamiflu-Umsatz von 580
Millionen Franken, was einer Zunahme von 357 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr entspricht. Die Betriebsmarge des Giganten vom Rheinknie
schätzte ein Analyst unlängst auf rund 50 Prozent.
Die hohle Hand macht man auch im Ausland. Via Internet bieten
unzählige Medikamentenhändler Tamiflu ohne Rezept an. Die preise
liegen dabei oftmals höher als in der Schweiz, zudem besteht eine
grosse Gefahr, gefälschte Produkte zu erwerben. Im benachbarten
Ausland ist Tamiflu zwar rezeptpflichtig, aber billig: In Frankreich
(39 Franken) und Deutschland (53 Franken) kostet Tamiflu deutlich
weniger. Wer seine Hausapotheke mit Tamiflu füllen will, wird keine
Mühe haben, einen Anbieter zu finden. Ob die private Vorsorge Sinn
macht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. «Es gibt derzeit
absolut keinen Grund, Tamiflu zu verschreiben», sagt Witschi. «Weder
hat die Grippesaison begonnen, noch gibt es andere Indikationen, die
den Einsatz des Medikaments rechtfertigen würden.» Witschi sieht in
der prophylaktischen Abgabe von Tamiflu eine Gefahr: «Das Produkt
hat Nebenwirkungen und muss, sofern eine Person an anderen
Krankheiten leidet, individuell dosiert werden.» Ausserdem könne der
masslose Einsatz des Mittels dazu führen, dass das Virus eine
Resistenz entwickle.
Diese Bedenken teilt Christian Griot, Direktor des Instituts für
Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) in Mittelhäusern: «In
Japan, wo Tamiflu grosszügig eingesetzt wird, gibt es bereits
Hinweise auf Resistenzen.» Auch Griot hält es für falsch, dass
Privatpersonen Tamiflu horten. Erstaunlich sei dies aber nicht, so
Griot, schliesslich gebe es namhafte Mediziner, die zu ebendieser
Taktik rieten.
Angst vor der
Knappheit antiviraler Medikamente
In der Tat: Karin Moelling etwa, Virologie-Professorin an der Uni
Zürich, orakelte öffentlich, dass das Mittel auf Grund der grossen
Nachfrage im Katastrophenfall knapp werden könnte. Sie habe sich
Tamiflu bereits besorgt. Ins gleiche Horn stiess der Interlakner
Spitalapotheker Enea Martinelli: Tamiflu müsse im Katastrophenfall
«mit Panzerfahrzeugen» verteilt werden, witzelte er. Auch der Basler
Mikrobiologe Christoph Moroni oder der Berner Immunologe Beda
Stadler raten zur Vorsorge. «Da ist es doch kein Wunder», sagt Griot,
«dass die Leute zum Arzt rennen, um sich Tamiflu verschreiben zu
lassen.»
Einig sind sich die Experten darin, dass dereinst ein Impfstoff die
besten Resultate erzielen wird. Doch so lange es keinen Erreger
gibt, wird es auch keinen Impfstoff geben.
S. M. kümmert dies wenig. Er glaubt, genügend Tamiflu zu haben, um
der Vogelgrippe zu trotzen. Wenn sie denn kommt.
*
Name der Redaktion bekannt
Mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infizierte Vögel im Zoo von Jakarta
(Indonesien): «Es gibt derzeit absolut keinen Grund, in der Schweiz
Tamiflu zu verschreiben.»
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Aus der Presse vom 17.10.2005
In der Schweiz ist es in den vergangenen Tagen zu einem Sturm auf
das antivirale Grippe-medikament Tamiflu des Basler
Pharmariesen Roche gekommen. Von Januar bis September 2005 seien 9
Mal mehr Packungen verkauft worden als zur gleichen Zeit im Vorjahr,
berichtete die "NZZ am Sonntag".
Verglichen mit einem durchschnittlichen Monat sei der Absatz im
August und September 25 Mal höher gewesen.
Apotheker-Chef: Panik durch Medien
Ärzte und Apotheker wollen diesem Run jetzt Einhalt gebieten. In
einem gemeinsamen Schreiben des Ärzteverbandes (FMH) und des
Schweizerischen Apothekerverbandes (SAV) heisst es, die Bevölkerung
habe immer grössere Schwierigkeiten, die Informationen zur
Vogelgrippe richtig einzuordnen.
"Es ist eine Art Panik in der Bevölkerung ausgebrochen", erklärte
Dominique Jordan, Präsident des SAV, gegenüber swissinfo. "Wenn es
jetzt ein Problem gibt, hat das damit zu tun, dass gewisse
Medienprodukte die Angst vor der Vogelgrippe ausnutzen, um ihre
Marktanteile zu verbessern."
Der Blick auf die Frontseiten der Zeitungen der vergangenen Tage
scheint ihm Recht zu geben – allenthalben sieht man Arbeiter in
Schutzmasken, Tamiflu-Packungen und Schreckensmeldungen wie
"Todescontainer für Hühner stehen schon bereit".
Tamiflu ohne Rezept
Dass aber offenbar auch Apotheker von dieser Angst profitieren
wollen, zeigen Berichte in der Sonntagspresse, wo den Journalisten
bei Testkäufen das rezeptpflichtige Medikament ohne Verschreibung
anstandslos verkauft wurde – immerhin 30 Franken bleiben beim Kauf
des 86,50 Franken teuren Medikaments in der Apotheke, hat der
"Blick" vom Samstag errechnet.
Noch bevor die Ergebnisse dieser Testkäufe bekannt wurden, hatte
Apotheker-Chef Jordan erklärt: "Es stimmt, dass wir verkaufen
müssen, um zu leben. Aber wir müssen auch sicher stellen, dass die
Produkte die wir verkaufen, keinen Schaden anrichten."
Dem Gebaren in den Apotheken setzen SAV und FMH in ihrem Schreiben
jetzt deutliche Wort entgegen: "Es gibt derzeit in der Schweiz
keinerlei Anlass, Tamiflu prophylaktisch oder als private Reserve zu
verschreiben oder abzugeben."
Behörden legen Lager an
Dies betont auch Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG):
"Regierungen müssen Lager anlegen. Es gibt keinen Grund für Private,
es zu beschaffen", erklärte er gegenüber swissinfo.
Die Schweiz habe ein Lager bereitstellen lassen, das für einen
Viertel der Bevölkerung reichen würde, wenn eine Pandemie ausbrechen
sollte. "Es wäre genug, um alle zu behandeln, die es nötig hätten."
Tamiflu glänzt in der Roche-Bilanz
Der Hersteller Roche in Basel schweigt sich derweil über die
Verkaufszahlen von Tamiflu aus. Ein Sprecher bezifferte den Umsatz
des Mittels im ersten Halbjahr weltweit aber mit 580 Mio. Franken,
was einer Steigerung von 357% gegenüber 2004 entspräche.
Der Pharmariese wird nächste Woche seine Vierteljahres-Zahlen
bekannt geben. Analysten gehen davon aus, dass aber nicht Tamiflu,
sondern das Krebs-Medikament Avastin am meisten Geld in die Kassen
von Roche gespült hat.
Situation unverändert
Für die Schweizer Behörden hat sich die Situation auch nach dem
positiven Befund aus Rumänien nicht wesentlich verändert. Dass es
sich auch in Rumänien um das gefährliche H5N1-Virus handle, sei
erwartet worden, sagte Cathy Maret vom Bundesamt für Veterinärwesen
(BVET).
Weitere Massnahmen, etwa eine Einschränkung der Freilandhaltung,
seien vorerst nicht geplant. Seit vergangenem Montag gilt ein
Importstopp für Geflügel aus Rumänien und der Türkei. Zudem sind
verschärfte Grenzkontrollen in Kraft.
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9.Dezember 2005 -- Tages-Anzeiger
Online
Verhandlungen über Tamiflu-Lizenz
Roche hat mit 15 Pharmaproduzenten eine Einigung über die
Tamiflu-Produktion erzielt. Das Grippemittel wird damit schon bald
in viel grösseren Mengen erhältlich sein.
Die weltweite
Produktion des Grippemittels Tamiflu wird möglicherweise bald
drastisch steigen. Der Schweizer Pharmakonzern Roche bestätigte,
dass Gespräche mit mehreren Firmen über eine Lizenzproduktion von
Tamiflu in einem fortgeschrittenen Stadium seien.
Zuvor hatte
US-Senator Charles Summer in Washington bekannt gegeben, Roche
habe mit 15 Pharmaproduzenten eine Einigung über die Tamiflu-Produktion
erzielt. Dazu gehörten die beiden US-Generikahersteller Teva
Pharmaceuticals und Mylan Laboratories. Roche-Sprecher Terence
Hurley sagte demgegenüber, es sei noch keine definitive
Vereinbarung abgeschlossen worden. Vor dem Abschluss der
Verhandlungen könnten auch keine Angaben zu den Namen der
potenziellen Partnerfirmen gemacht werden.
Tamiflu
ist eines von weltweit zwei Medikamenten, das im Falle einer
Grippe-Pandemie zum Einsatz kommen würde und auch zur Behandlung
der Vogelgrippe beim Menschen eingesetzt werden könnte.
(Obwohl diese
Impfung mehr schaden als nützen würde...; tst)
(sbm/ap)
Meine
Bemerkungen:
Die haben ja wohl alle keine Ahnung was „Vogelgrippe“ ist und noch
weniger, was „Tamiflu“ ist.
Ist dies etwa eine Abkürzung von „Gopfertamifluch“?
Und da investiert der Bund (wer?) 14 Millionen Franken Steuergelder
für Etwas, was „vermutet“ (!) wird.
So wird mit unserem Volksvermögen umgegangen. Man sollte
eigentlich meinen, dass sich die Verantwortlichen über beide Seiten
des Themas informieren, bevor sie so eine idiotische, kostspielige
und widersinnige Handlung vornehmen, statt einfach auf den „Leim“
der
Pharma
herein zu fallen, die ein
Milliardengeschäft
damit inszenieren will, weil sich immer mehr Menschen von der krank
machenden Medikamentation durch die Schulmedizin abwenden zu
natürlichen Heilmethoden und Heilmitteln. Aber eben sollen diese
natürlichen Heilmittel und Therapiemethoden verboten werden (von der
EU, und die Schweiz macht brav mit).
Bemerkung eines Kollegen von mir:
"Gestern las ich in einem Buch und dort wurden an einer Stelle
Namen aus ISRAEL erwähnt, unter anderem Gilead, der
Name der US-Firma, die das Tamiflu erfunden hat.
Entweder ist Gilead ein Berg, eine Person oder so was. Eine Stadt
war nicht im Microsoft Encarta in Israel, aber deren 5 in
verschiedenen US-Bundesstaaten. Kein Wunder, die Meuscherles sind
ja nicht grad dünn gesät dort drüben. Also der Name ist offenbar
ISRAELISCHER HERKUNFT. Vogelgrippe = eine
"Judenplage" ??" |