Hintergründe der Londoner Attacken

Kleine Presseübersicht, zusammengestellt und mit Hervorhebungen und Kommentaren versehen von Thyl Steinemann, 

> www.heptagon-forum.org  > www.7stern.info

Kommentare von Leuten, die wirklich informiert sind:

http://www.klaus-krusche.de

http://www.prisonplanet.com/Pages/Jul05/070705explosions_London.html

http://www.ceiberweiber.at/2004/london.htm

 

Legende tst:   Ich bin einverstanden    Ich bin nicht einverstanden   oder Vorsicht!

Schweiz
08.07.2005 -- Tages-Anzeiger Online
Presse uneinig über Umgang mit Terrorgefahr

«Machtlose Mächtige» sehen die Schweizer Zeitungen nach den Terroranschlägen von London. Von einem «Frontalangriff auf das gesamte wirtschaftliche und politische System» ist die Rede. Uneinig sind sich die Kommentatoren, wie der Gefahr zu begegnen ist.

Gemäss dem «St.Galler Tagblatt» sind «strikte Einreisekontrollen» künftig überall «unumgänglich - auch auf Kosten der zeitweiligen Beschneidung unserer Freiheiten.»

Dem hält «Die Südostschweiz» entgegen, dass die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten sich als nutzlos erweise. Nur politische Mittel könnten Erfolg haben.

«Mit mehr militärischem Druck ist das Problem nicht zu lösen», heisst es im «Bund». «Ein Schatten» liege auf der Zwischenbilanz der globalen Terrorbekämpfung, bilanziert die «Neue Zürcher Zeitung». Es sei nicht gelungen, unschuldige Zivilisten von der Geissel grossangelegter Terroranschläge zu befreien.

Der Kommentator von «Le Matin» vergleicht die Bedrohung, die von der Terrorgruppe al-Qaida mittlerweile ausgeht, gar mit derjenigen durch die Nazis vor 60 Jahren. Bei «24heures» ist von einem Bürgerkrieg die Rede, «der die Menschheit entzweit».  ( > Die haben nicht unrecht, wissen aber nicht warum! tst )

Der Einmarsch im Irak hat die Welt nicht sicherer gemacht

Die Welt sei unsicherer denn je, schreibt die «Tribune de Genève». Der Einmarsch im Irak zumindest habe die Welt nicht sicherer gemacht, hält die «Neue Luzerner Zeitung» fest, sondern den radikalen Kräften Auftrieb verliehen.

Der Kommentator von «Basler Zeitung» und «Berner Zeitung» kritisiert die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten. Sie hätten keine Vorschläge, wie der Dialog mit der muslimischen Welt wieder in Gang gebracht werden könne.

Der «Quotidien jurassien» sieht derweil auch die islamischen Staaten in der Pflicht. Sie müssten entschieden gegen die Terroristen vorgehen. Mit solchen terroristischen Handlungen erreichen Terroristen nur eine verstärkte Koordination der Polizei, schreibt die Westschweizer «Le Temps».   (Das ist ja von den wirklichen Urhebern erwünscht!  tst )

<<<<<< O >>>>>>
Ausland
Tages-Anzeiger vom 08.07.2005
Kommentar

Machtlose Mächtige

Von Luciano Ferrari

Just in dem Moment, in dem der britische Premier sich wie «Tony im Glück» vorkommen musste, haben die Terroristen zugeschlagen. Einen Tag nachdem London unerwartet den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2012 erhalten und sich der Premierminister wie ein Kind darüber gefreut hatte, liessen die Attentäter ihre Bomben im morgendlichen Berufsverkehr detonieren. In ihrer perfiden Logik haben sie bewusst nicht die schwer bewachten «Grossen» dieser Welt im schottischen Gleneagles ins Visier genommen, sondern den Moment der grossen Publizität genutzt, um unschuldige Menschen in die Luft zu sprengen, die zur Arbeit fahren wollten.

Dass Tony Blair die Attentate sofort in direkten Zusammenhang zum G-8-Gipfel brachte, um jede Verbindung zu seiner Vasallentreue gegenüber den USA im Irak-Krieg zu kaschieren, muss ihm in dieser Situation nachgesehen werden. Genauso wie George W. Bush zu verzeihen ist, dass er gleich seine abgedroschenen martialischen Phrasen hervorholte à la: «Der Krieg gegen den Terror geht weiter.» Selbst Putins Reaktion ist verständlich, der einmal mehr die Chance nutzte, um Absolution für seinen Unterdrückungskrieg gegen die Tschetschenen zu erlangen.

Denn die Anschläge von London haben erneut gezeigt, wie machtlos selbst die Mächtigsten dieser Welt gegenüber dem blindwütigen Treiben des internationalen Terrorismus sind. Kein Land, keine Stadt kann sich auch mit noch so rigorosen Sicherheitsmassnahmen vor solchen Anschlägen schützen.

( ... wenn wie in Bologna usw. die Regierungen, bzw. ihre Hintermänner und Geheimorgani-sationen selbst die Verursacher oder gar Auftraggeber sind; tst).

Die demonstrative Entschlossenheit der Staats- und Regierungschefs, ihr Treffen fortzusetzen, um die Armut in der Welt zu lindern und den Klimaschutz zu fördern, ist die einzig richtige Antwort auf diese brutale Provokation. Neben der internationalen Zusammenarbeit im Polizeibereich kann nur ein Abbau der grössten Ungerechtigkeiten in der Welt zum Erfolg führen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die billige Kritik an der Entwicklungshilfe für Afrika, die im Vorfeld des G-8-Treffens unter dem Motto vorgebracht wurde, dies sei «Schokolade für Zuckerkranke», geht deshalb völlig an der Sache vorbei.

<<<<<< O >>>>>>

Seltsame Zufälle bei dem ersten Terroranschlag in Grossbritannien:

PHI   Die BBC berichtete folgendes am Abend des 7. Juli 2005:

In London fanden Rettungsübungen mit dem Szenario eines Bombenangriffes in U-Bahnen statt. Diese Übungen fanden zur EXAKT GLEICHEN ZEIT an den EXAKT GLEICHEN ORTEN statt, wie die tatsächlichen Anschläge!

(Zur Erinnerung: Am 11. September 2001 fand in den USA ebenfalls eine Übung statt. Das Szenario dieser Übung war, dass Terroristen mehrere Flugzeuge entführen und damit in wichtige Gebäude fliegen. Die US-Luftabwehr (NORAD) realisierte erst nach 50 Minuten, dass es sich um tatsächliche Ereignisse und NICHT um eine Übung handelte. Aus diesem Grund versagte die perfekt organisierte und bis an die Zähne bewaffnete US-Luftabwehr am 11. September 2001.)

Shehzad Tanweer und Mohammad Siddiq Khan wären gemeinsam am 19. November 2004 über Istanbul nach Karachi geflogen, teilte die pakistanische Einwanderungsbehörde am Flughafen Karatschi mit. Beide seien weiter nach Lahore gereist, wo Tanweer eine Koranschule besucht haben soll. Dort werde Hass gegen Christen und den Westen gepredigt. Der dritte Selbstmordattentäter, Hasib Hussein, flog nach Angaben der Einwanderungsbehörde im Juli 2004 über Saudi-Arabien nach Pakistan. Was die Männer im Einzelnen in Pakistan unternahmen, ist weitgehend unklar. Alle Attentäter von London waren Pakistaner mit britischer Staatsangehörigkeit. Ein Sprecher einer Koranschule bei Lahorehat bestätigt, dass Tanweer die Koranschule fünf Tage lang besucht hatte. Er wies aber Spekulationen über militärisches Training dort energisch zurück.

Der in Kairo festgenommene Biochemiker aus Leeds soll indes Kontakte zu den Attentätern eingeräumt haben. Der 33 Jahre alte Magdi al-Naschar sagte der Zeitung "al-Ahram" zufolge aus, er habe einem der Attentäter eine Wohnung in Leeds vermittelt. Die Zeitung beruft sich auf Sicherheitskreise. Er habe im Verhör eingeräumt, dass er einen der Täter in der Moschee der Universität von Leeds kennen gelernt habe. Naschar betonte jedoch weiterhin, dass er mit den Attentaten selbst nichts zu tun habe. Der promovierte Biochemiker befindet sich seit mehreren Tagen in Kairo in Untersuchungshaft. In London wollte Innen­minister Charles Clarke mit Vertretern der Opposition hinter verschlossenen Türen über neue Antiterror­gesetze beraten. Die Regierung von Premierminister Tony Blair will künftig schon erste Vorbereitungen auf Anschläge wie das Lesen von Webseiten, auf denen Anleitungen zum Bau von Bomben gegeben werden, unter Strafe stellen. Die Opposition hat bereits Zustimmung signalisiert.

Nach einem vom Royal Institute of Internal Affairs(RIIA) im Chatham House in Grossbritannien veröffentlichten Bericht trug die Kriegsbeteiligung Grossbritanniens im Irak und in Afghanistan wesentlich zu den Selbstmordanschlägen in London bei. Die enge Partnerschaft zwischen Blair und US-Präsident George W. Bush bei den Kriegen in Afghanistan, Irak und Kosovo habe die Terrorgefahr in dem Land erhöht, hiess es. Das Schlüsselproblem Grossbritanniens bei der Abwehr von Anschlägen sei es, dass es als "Sozius neben den Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Terrorismus fahre", hiess es nach den Angaben in dem Bericht.

Über RIIA und Chattam-House siehe weitere Angaben im PHI-SONDERHEFT  „Der organisatorische Aufbau der Freimaurerei“.  Es ist ganz selten, dass diese Institution, die aussenpolitisch mehr Einfluss hat als der Aussenminister, mit einer öffentlichen Erklärung in Erscheinung tritt und dann noch mit einer, welche das britische Aussenministerium direkt kritisiert. Verteidigungsminister John Reid und Aussenminister Jack Straw wiesen die Kritik zurück.

Wie die "Süddeutsche" und der "Tagesanzeiger" einen Tag nach der schnellen Aufklärung veröffentlichten, gehen die Ermittler NICHT davon aus, dass die vier jungen Briten Selbstmordattentäter seien. Offenbar vermuten sie, dass die vier nicht wussten, welche Fracht sie da trugen. Die Beschreibungen von Freunden und Familienmitgliedern, die bald in vielen Zeitungen und Internet-Seiten nachzulesen waren, malten ein ganz anderes Bild von ihnen als das von verwirrten, fanatischen Bösewichten: Als unbescholtener Junge, den seine Freunde "einen sanften Riesen" nannten, wird Hasib Hussain beschrieben. Seine Freunde hätten "niemals etwas Extremistisches" an ihm entdecken können.

BBC berichtet: "Neighbours saying they were the quiet, educated types who liked children and playing sports." Nachbarn sagen, sie waren ruhige, gut erzogene Jungs, die Kinder gern hatten und Sport betrieben.

Über einen anderen sagt BBC: "One local resident described him as 'a nice lad'. 'He liked to play football, he liked to play cricket. I'm shocked.' "Another resident said he was just a 'normal kid' who played basketball and kicked a ball around." Ein Anwohner beschrieb ihn als einen `netten Kerl'. "Er spielte gerne Fussball und Cricket. Ich bin schockiert." Ein anderer Anwohner sagte, er sei einfach ein normales Kind gewesen, das Basketball spielte und den Fussball herumkickte.

Sehr ungewöhnlich auch das Treffen am Kings Cross Bahnhof, wo sie sich mit dem vierten der Gruppe trafen und direkt im Gesichtsfeld einer sichtbar aufgehängten Kamera zusammenstanden. Die FR schrieb: "Sie trafen aus Luton zusammen in King's Cross ein. Donnerstag morgen, vergangene Woche. Sie scherzten und unterhielten sich, als zögen sie zu Berge."

In ,telepolis' schreibt Florian Rötzer: "Sie wirkten entspannt und unterhielten sich, als wären sie auf einem Ausflug, berichtete ein Polizist, der das Video gesehen hat." Für vier, die sich wenige Minuten später in die Luft sprengen wollen, eine schwer vorstellbare Szene.  Dennoch hatten sie, falls sie wirklich Selbst-mordattentäter waren, die Erwartung  oder Annahme in Kürze im Paradies zu sein, was auch ein Anlass zur Fröhlichkeit gewesen sein könnte.

Auch die Tatsache, dass von drei der vier Jungen Führerschein und/oder Kreditkarten "in der Nähe der Sitze" gefunden wurden, ist zwar nicht typisch für Selbstmordattentäter, könnte aber dem Zweck gedient haben, dass man Sie später unter den Gläubigen des Islam als Helden und Vorbilder verehren kann. Dies wäre nicht möglich, wenn man sie nicht hätte identifizieren können.

Dann kommt noch das Indiz mit den Zeitzündern oder der Fernzündung. Bald nach den Anschlägen hatten Ermittler verlauten lassen, es habe sich offensichtlich um Bomben mit Zeitzünder gehandelt. Damit war die Theorie von Selbstmordattentaten praktisch ausgeschlossen.  Ist aber die Theorie von den Bomben mit Zeitzündern die Wahrheit? Das könnte durchaus ein Trick der Regierung sein um die Bevölkerung zu beruhigen. Etwa nach dem Motto: Leute, Ihr könnt wieder beruhigt zur Arbeit gehen, die 4 Terroristen laufen nicht mehr frei herum; sie sind tot..

Genau zum Zeitpunkt der Anschläge wurde u.a. an genau den Orten der Anschläge eine Übung durchgeführt, bei der Anschläge auf die U-Bahn durchgespielt wurden. Dies bestätigte der Leiter dieser Übung: "Peter Power - the former member of the UK anti-terrorism force, who bragged on TV that he was running a coincident terror drill centered on the Underground stations which were bombed." Peter Power - ein früheres Mitglied der britischen Antiterror-Kräfte, der sich im Fernsehen damit brüstete, zufällig eine Terror-Übung hauptsächlich an genau den U-Bahn-Stationen durchgeführt zu haben, wo die Bomben explodierten. Trotzdem auch kein schlüssiges Argument. 

Diese Übungen waren schon mehrmals an genau den gleichen Stellen durchgeführt worden und zwar deshalb, weil Anschläge an diesen Stellen deshalb wahrscheinlich waren, weil durch Anschläge an diesen Stellen, der U-Bahn-Verkehr besonders empfindlich gestört werden könnte. Ausserdem wurden solche Übungen auch am Tower, an der Towerbrücke, am Turm von Big Ben durchgeführt, wo es dann keine Terrorakte gab. Durch die Zeitungsberichte über vorhergehenden Übungen hätten die Terroristen erfahren können, wo denn die Anschläge für den U-Bahn-Verkehr besonders schmerzlich wären und hätten dann eben an diesen Stellen zugeschlagen.

Die Anschläge des 11.9.2001 unterschieden sich von den jetzigen Anschlägen in London ganz wesentlich.

Die Anschläge von New York konnten wegen der notwendigen Vorbereitungen nur von Geheimdiensten durchgeführt werden. Sie hatten sehr sehr viele Vorteile für die Regierung:

a) Begründungen für den Einmarsch in Afghanistan und den Irak,

b) Sicherung arabischer Ölquellen,

c) Gewinne beim Wiederaufbau von Afghanistan und den Irak,

d) Gewinne durch Aktienspekulation mit Aktien der betroffenen Fluggesellschaften und Versicherungen,

e) Begründungen für eine weitgehende Einschränkung der Demokratie in den USA und letztlich

f)  die Gewinne des Juden Silverstein durch die zusätzliche Versicherung der WTC-Gebäude gegen Schäden durch Terrorismus. 

Was war nun in London? Der praktische Nutzen bleibt auf die Begründung zur Einschränkung der Demokratie in Grossbritannien begrenzt. Die Stimmung in der Bevölkerung hätte auch zum Nachteil von Toni Blair umkippen können. Noch ein paar solche Anschläge, dann könnte die Stimmung immer noch umkippen.  Die Stimmung in der Bevölkerung hätte aber auch zum Nachteil von Ausländern und zum Vorteil von patriotischen Kleinparteien umkippen können. Kippt die Stimmung aber um, wären auch die Völkervermischungsprojekte der Globalisten und die Dumping-Lohnprojekte der Konzerne am Ende.

In London führten die Anti-Terror-Übungen nicht, wie in New York, zur Lähmung der Hilfskräfte, sondern hatten eher eine schnellere Hilfeleistung zur Folge. Ausserdem wurden die Terroranschläge von London mit sehr einfachen, unprofessionellen  Mitteln durchgeführt, für die es eines Geheimdiensthintergrundes nicht bedarf. Man sollte sich also hüten die Anschläge von London auch auf Geheimdienste zurückzuführen, so lange es keine  eindeutigen  Beweise für solche geheimdienstliche Hintergründe, gibt wie in New York.

Wer oder welche Organisation war es also, der oder die das Geschehen inszenierte und durchführte? tst

<<<<<< O >>>>>>

Schweiz
08.07.2005 -- Tages-Anzeiger Online
Erhöhte Aufmerksamkeit

Zwar gibt es nach den Anschlägen in London keinerlei Hinweise auf eine konkrete Bedrohung in der Schweiz. Die Sicherheitslage wird jedoch laufend evaluiert.

Aufgrund des derzeitigen Lagebildes müsse davon ausgegangen werden, dass hierzulande ausländische Einrichtungen eher gefährdet sein könnten als schweizerische, sagte Guido Balmer, Sprecher des Bundesamts für Polizei (fedpol), heute. Nach wie vor gebe es aber keine konkreten Hinweise, insbesondere keine Informationen, welche die Schweiz beträfen.

Bereits unmittelbar nach den Anschlägen in London seien die Massnahmen zum Schutz der ausländischen Vertretungen in der Schweiz punktuell angepasst und die wichtigen Organe aktiviert worden, so Balmer weiter.

Zusätzliche Massnahmen drängten sich aus der Sicht der zuständigen Lenkungsgruppe vorderhand nicht auf. Diese habe denn auch keine weitere Sitzung anberaumt. Es komme auf die Entwicklung an.

Eine zweite Schiene, auf der die Schweiz aktiv werden könnte, ist die eigentliche Polizeiarbeit respektive die Fahndung. Bisher seien die Briten in diesem Zusammenhang aber nicht an die Schweiz herangetreten, sagte Balmer. Allenfalls aktiv würde die Schweiz - Bundeskriminalpolizei und Kantonspolizeien - aufgrund direkter Anfragen der Briten oder im Rahmen einer internationalen Fahndung via Interpol.

Das Dispositiv der Schweizer Behörden

Die Schweizer Behörden aktivieren bei Vorfällen wie den Anschlägen in London ein dreistufiges Sicherheitsdispositiv. Zunächst kommt der Inlandgeheimdienst, der Dienst für Analyse und Prävention zum Zug - respektive dessen Bundeslagezentrum. Das Bundeslagezentrum aktiviert dann den so genannten Nachrichtenverbund. Dies war gestern der Fall, erklärte heute Guido Balmer, Sprecher des Bundesamts für Polizei (fedpol).

Dem Nachrichtenverbund sind sämtliche Organe angeschlossen, die auf Bundes- oder Kantonsebene mit Sicherheit zu tun haben. Eine wichtige Informationsquelle seien auch ausländische Dienste - im vorliegenden Fall namentlich die Briten, sagte Balmer. In diesem Nachrichtenverbund werden alle verfügbaren Informationen beschafft, bewertet, komprimiert, analysiert und zu einem Lagebild verarbeitet, das ständig aktualisiert wird.
Anschliessend kommt das Lagebild auf die sicherheitspolitische Stufe. In einem ersten Schritt wird die Lenkungsgruppe Sicherheit unter der aktuellen Leitung von fedpol-Chef Jean-Luc Vez aktiviert. Neben Vez gehören der Lenkungsgruppe auch Vertreter der Eidgenössischen Departemente für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), der Bundeskanzlei und der Oberzolldirektion sowie der Nachrichtenkoordinator an. Nötigenfalls können weitere Verantwortliche beigezogen werden. Als Präsident der Lenkungsgruppe hat Vez die Kompetenz, die ganze Lenkungsgruppe zusammenzurufen. Davon machte er gestern Gebrauch.

Die Lenkungsgruppe erarbeitet, aufgrund der Lageanalyse, Massnahmenvorschläge zu Handen des Sicherheitsausschusses des Bundesrats. Diesem gehören - unter dem Präsidium von Bundespräsident Samuel Schmid - Bundesrat Christoph Blocher und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey an. Der Präsident der Lenkungsgruppe informiert den Präsidenten des Sicherheitsausschusses laufend.

 <<<<<< O >>>>>>

08.07.2005 -- Tages-Anzeiger Online
Londoner Polizeichef: «Handschrift von al-Qaida»

In London wird mit Hochdruck nach den Tätern der Anschläge gefahndet. Die Angst vor weiterem Terror ist gross. Die Zahl der Todesopfer ist auf über 50 gestiegen.

Laut dem Londoner Polizeichef Ian Blair trägt die gestrige Anschlagsserie «die Handschrift von al-Qaida». Derzeit deute nichts darauf hin, dass Selbstmordattentäter die Bomben zündeten, sagte Blair heute Morgen. Die Terrorzelle sei möglicherweise noch intakt und bereite weitere Anschläge vor, warnte der Polizeichef. Sein Stellvertreter Andy Hayman erklärte, die Bomben hätten aus weniger als 4,5 Kilogramm Sprengstoff bestanden. «Wir glauben, dass jeder Sprengsatz auf dem Boden eines U-Bahn-Waggons abgestellt worden ist.»

Opferzahl weiter angestiegen

Wie die Londoner Polizei heute an einer Pressekonferenz bekannt gab, sind bei der gestrigen Anschlagsserie mehr als 50 Menschen getötet worden. 100 Verletzte mussten über Nacht in Krankenhäusern behandelt werden, von denen noch 22 in kritischem Zustand sind. Die exakte Zahl der Opfer stehe noch immer nicht fest. Noch hätten nicht alle Leichen geborgen werden können, weil einer der betroffenen U-Bahn-Tunnel vom Einsturz bedroht ist, sagte Ian Blair vor der Presse. Eine dreistellige Opferzahl könne er aber ausschliessen.

Spanische Polizei unterstützt Ermittlungen

Die spanische Polizei unterstützt die Ermittlungen nach den Terroranschlägen von London. Ein Behördensprecher sagte heute in Madrid, mehrere Mitglieder einer Sondereinheit wollten noch am gleichen Tag in die britische Hauptstadt reisen. Dies geschehe auf Bitten der britischen Behörden und bedeutet nicht, dass eine Verbindung zwischen den Anschlägen und Terroristen in Spanien bestehe. Die Sonderermittler untersuchten im vergangenen Jahr die Bombenanschläge von Madrid, die 191 Menschen das Leben kosteten. Unter den Beamten sind auch Sprengstoffexperten.

Bei der Suche nach den Tätern arbeitet London weiter mit den Geheim- und Sicherheitsdiensten der USA, Frankreichs und Deutschlands zusammen, berichtete Innenminister Charles Clarke. Die Polizeiarbeit und die Untersuchung der Tatorte liefen auf Hochtouren.

Terrorexperten mutmassen

Terrorexperten sind sicher, dass islamistische Fanatiker hinter dem Bombenterror stecken. Die Ähnlichkeit zu den Explosionen in den Zügen von Madrid sei gross. Das kurz nach dem Anschlägen aufgetauchte Bekennerschreiben im Namen einer europäischen Al-Qaida-Gruppe passt vom Inhalt her ins Bild des Terrornetzwerks von Osama bin Laden. Der sprachliche Stil ist jedoch weniger blumig als bei Bin Laden. Auch fehlen die üblichen Koran-Zitate. Die Botschaft erinnert eher an die Hass-Propaganda der Terrorgruppe von Abu Moussa al-Zarqawi im Irak. Arabische Kenner der Terrorszene gehen davon aus, dass die Londoner Anschläge eher auf das Konto einer Terrorgruppe gehen, die sich zwar auf die Jihad-Ideologie von al-Qaida beruft, die aber von den Gründern des Terrornetzwerks weder Sprengstoff noch Befehle erhalten hat.

 

Die Ermittler stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Sie müssen die Bilder aus den öffentlichen Überwachungskameras analysieren, Tonnen von Trümmern durchsuchen und noch kleinste Sprengstoffmengen prüfen. Dabei spielt die Zeit gegen sie, denn die Terroristen könnten neue Anschläge planen.

Nach Angaben eines US-Ermittlers wurden die Sprengsätze möglicherweise mit Zeitzündern zur Detonation gebracht. Das gehe aus Beweisstücken hervor, die aus den Trümmern geborgen worden seien, sagte der Anti-Terror-Experte, der seinen Namen nicht nennen wollte. Die Ermittler gingen nicht davon aus, dass die Bomben wie bei den Anschlägen in Madrid mit Mobiltelefonen gezündet worden seien, da diese in U-Bahn-Tunnels häufig nicht funktionierten. Eine Bestätigung dafür, dass es sich um Selbstmordanschläge gehandelt haben könnte, lagen nach Angaben des Ermittlers zunächst nicht vor.

Furcht vor neuen Anschlägen fliehender Terroristen

Innenminister Charles Clarke erklärte, die Ermittler befürchteten, die Terroristen könnten auf der Flucht weitere Anschläge verüben. «Das ist im Moment die grösste Sorge der Polizei und der Sicherheitsdienste», sagte Clarke. Der Sicherheitsexperte und frühere Geheimdienstmitarbeiter Charles Shoebridge hält dies sogar für wahrscheinlich. Die Männer könnten versuchen, die Zeit bis zu ihrer Ergreifung zu nutzen, um noch mehr Menschen zu töten, sagte er.

So war es auch in Madrid, wo im vergangenen Jahr bei ähnlichen Anschlägen 191 Menschen getötet worden waren. Drei Wochen später entdeckte die Polizei einige Verdächtige in einem Haus, in dem sie neue Bombenanschläge planten.

Genau wie in Madrid tragen auch die Anschläge von London die Handschrift der al-Qaida, wie Aussenminister Jack Straw und Antiterrorexperten erklärten. Seit dem 11. September 2001 wird das Terrornetzwerk jedoch von den Geheimdiensten beobachtet. Es könnte sich erweisen, dass die al-Qaida lockerer organisiert ist, als bisher angenommen, und dass örtliche Terrorzellen ohne Anweisung Anschläge planen und verüben können.

Bei den Anschlägen in Madrid schmuggelten die Attentäter Rucksäcke in die Züge und zündeten die Bomben darin mit Hilfe von Mobiltelefonen. Die Telefone führten die Polizei schliesslich auf die Spur der Gruppe. Eine Bombe detonierte nicht und die Karte im Inneren des Telefons lieferte den entscheidenden Hinweis auf die Verdächtigen.

Auch nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center 1993 lieferte der Täter den Hinweis selbst. Er wollte eine Kaution abholen, die er für ein Fahrzeug hinterlegt hatte, das bei der Explosion zerstört wurde. Die Polizei in London könnte ebenfalls einen solchen Hinweis von den Tätern erhalten. Vor den Beamten liegt jedoch noch eine Menge Arbeit.

Über 7000 Überwachungskameras

In London stehen so viele Überwachungskameras wie in kaum einer anderen europäischen Stadt. 1800 werden zur Überwachung der Bahnhöfe eingesetzt, weitere 6000 zur Kontrolle des U-Bahn-Netzes. Auch in einigen Bussen finden sich Kameras. Shoebridge erklärte, die Beamten müssten sich tausende Stunden Videomaterial ansehen und dabei genau hinsehen. Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass die Kameras von verschiedenen Behörden aufgestellt wurden und untereinander oft nicht verbunden sind. Die Ermittler werden versuchen, den Zeitpunkt herauszufinden, an dem die Bomben in die U-Bahn gebracht wurden. Danach könnten sie versuchen, den Mann zurückzuverfolgen, den sie als Terroristen verdächtigen.

Sprengstoff kann zum Hersteller zurückverfolgt werden

Shoebridge erklärte, auch die Daten der geführten Mobilfunkgespräche in dem Gebiet würden in die Untersuchung einbezogen. Ausserdem wollten die Ermittler die Herkunft des verwendeten Sprengstoffs klären und seine chemischen Einzelteile zum Hersteller zurückverfolgen. Einen weiteren Schlüssel könnten die kriminaltechnischen Beweise am Tatort liefern. Falls es sich um Selbstmordattentäter handelte, können ihre Überreste untersucht werden, falls nicht, suchen die Ermittler nach DNA oder Fingerabdrücken.

Natürlich kommt auch der Geheimdienst zum Einsatz. Alte Gespräche mit Informanten werden erneut geprüft, neue werden geführt. Shoebridge erklärte, die Behörden bemühten sich, eventuelle Fehler im System aufzuspüren, «weil der Geheimdienst versagt hat».

Polizei sollte mit einheimischen Muslimen zusammenarbeiten

Die saudiarabische Zeitung «Arab News» gibt der britischen Regierung in ihrer Ausgabe vom Freitag einen dringenden Rat. Für die Terroristen werde es sehr schwierig sein unentdeckt zu bleiben, sofern einheimische Muslime sie aufspüren helfen, wie etwa in Spanien. «Doch hoffen wir, dass die Polizei loyale Muslime während der Untersuchung nicht durch Diskriminierung vor den Kopf stösst.» (cpm/sda/ap)

Mehr zum Thema
Britischer Innenminister warnt vor neuen Anschlägen
Das Handy-Video zieht in die TV-News ein
Londoner Muslime fürchten Ablehnung und Rache
Britische Presse trotzt den Angstmachern
Die Welt versichert Grossbritannien ihre Solidarität
Berichte über Kurzschluss offenbar Propagandatrick
Londoner Pendler steigen wieder in die U-Bahn
Alarm: Evakuierungen in London und Kopenhagen
Swiss Re nur marginal betroffen
Kommentar
Presse uneinig über Umgang mit Terrorgefahr
London: Suche nach Vermissten
Terroranschläge sollen Spiele 2012 nicht beeinträchtigen

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Einen Tag nach den Terroranschlägen auf die Londoner U-Bahn wird in der Stadt mit zahlreichen Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr gerechnet. Die Behörden kündigten für heute eine verstärkte Polizeipräsenz in der gesamten Stadt an. Gestern Abend wirkten weite Teile von London wie ausgestorben. Die meisten Strassen waren leer und viele Restaurants geschlossen. Im West End sagten die meisten Theater ihre Vorstellungen ab.

<<<<<< O >>>>>>

Britische Polizei mit ersten durchschlagenden Fahndungserfolgen (?)
LONDON - Bei der Fahndung nach den Drahtziehern der Bombenanschläge von London hat die Polizei erste durchschlagende Erfolge erzielt. Ein Verdächtiger wurde bei Razzien fest-genommen. Die Attentäter starben laut Medienberichten möglicherweise bei ihrer Tat.
Der Verhaftete sei im nordenglischen Kreis West Yorkshire in Gewahrsam genommen worden, sagte der Chef der Londoner Terrorabwehr, Peter Clarke, vor den Medien. Die Polizei hatte zuvor mehrere Häuser in der Stadt Leeds durchsucht.
Für die Aufenthaltsorte von vier Männern vor den Anschlägen interessiere man sich besonders, sagte Clarke. Drei von ihnen stammten aus West Yorkshire. Es gebe Hinweise darauf, dass mindestens einer der drei bei einem der Anschläge auf die U-Bahnen getötet worden sei. Das zeigten gerichtsmedizini-sche und andere Hinweise.
Die vier mutmasslichen Attentäter seien am Morgen der Anschläge gemeinsam mit dem Zug nach Lon-don gefahren, sagte Clarke weiter. Es gebe Aufnahmen von Überwachungskameras, die am Donners-tagmorgen vor den Anschlägen alle vier gemeinsam im Londoner Bahnhof King's Cross zeigten. Dann hätten sie sich getrennt.
Auf die Spur der Männer sei man durch einen Anruf der Familie eines der Attentäter gekommen, die ihren Sohn kurz nach den Anschlägen als vermisst gemeldet hatte. Ausserdem seien mehrere Gegen-stände, die den Verdächtigen gehörten, in den zerstörten U-Bahnen und dem zerstörten Bus gefunden worden, hiess es weiter.
"Wir versuchen herauszufinden, wo sie sich vergangene Woche vor den Anschlägen aufgehalten haben", sagte Clarke. "Genauer gesagt wollen wir feststellen, ob sie alle bei den Explosionen getötet wurden." Der Sender Sky TV hatte zuvor unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, alle vier Atten-täter seien bei den Detonationen getötet worden.  (Bemerkung: Dies wäre am einfachsten, um die Verursacher und Auftraggeber zu vertuschen; tst)
Bei den drei Bombenexplosionen in der Londoner U-Bahn und einer vierten in einem Bus waren am Donnerstag mindestens 52 Menschen getötet und weitere 700 verletzt worden. Polizei und Rettungs-kräfte suchten in den zerstörten U-Bahnzügen und einem Bus weiter nach Hinweisen auf die Täter.
Publiziert am: 12. Juli 2005

<<<<<< O >>>>>>

Tages-Anzeiger vom 13.07.2005
Selbstmordattentäter verübten die Anschläge

Scotland Yard identifizierte vier gebürtige Briten als Urheber der Anschläge in London; wahrscheinlich sind sie am Tatort umgekommen.

Von Peter Nonnenmacher, London

Die britische Polizei glaubt, den Fall der Londoner Bombenanschläge vom letzten Donnerstag gelöst zu haben. Nach Angaben Scotland Yards wurden die Anschläge von vier Männern verübt, die aus Nord- und Mittelengland stammten, gemeinsam mit der Bahn nach London fuhren und vom Bahnhof King’s Cross aus zu den einzelnen Schauplätzen des Anschlags zogen, wo möglicherweise mehrere von ihnen bei den Explosionen selbst ums Leben kamen.

Die Ankunft der «vier gebürtigen Briten», von denen offenbar drei aus West Yorkshire in Nordengland stammten, sei von Überwachungskameras in King’s Cross aufgezeichnet worden, erklärte am Diensta-gabend Peter Clarke, Chef der Antiterrorabteilung von Scotland Yard. Die Männer trafen angeblich 20 Minuten vor dem konzertierten Anschlag in dem Londoner Bahnhof zusammen. Einer der Männer, erklärte Clarke, sei offensichtlich bei der Explosion des Busses am Tavistock Place ums Leben gekommen. Seine Familie habe ihn wenige Stunden später als vermisst gemeldet. Ein weiterer Attentäter sei möglicherweise bei einer der U-Bahn-Explosionen, in Aldgate East, getötet worden. Ob auch die anderen beiden sich getötet hätten, sei noch unklar. Von mehreren der mutmasslichen Täter seien aber Dinge oder Dokumente, die auf ihre Identität hinwiesen, an den diversen Tatorten gefunden worden.     (wer soll das glauben?...; tst)

Die Untersuchung entwickle sich «rasend schnell», erklärte Polizeichef Clarke, sei aber «äusserst komplex» und erfordere weiterhin Geduld seitens der Öffentlichkeit. Statt von «Islamisten» sprach Clarke lediglich von «Kriminellen» und «Extremisten». Die von der Polizei durchsuchten Häuser befinden sich aber in Gebieten, in denen viele britische Muslime zu Hause sind. BBC-Reporter meldeten, die Betreffenden seien pakistanischer Herkunft gewesen.   

<<<<<< O >>>>>>

Bombenbauer der Londoner Anschläge in Kairo festgenommen

WASHINGTON/KAIRO - Einer der mutmasslichen Bombenbauer für die Anschläge in London ist nach Informationen des US-Fernsehsenders ABC in Ägypten festgenommen worden. Die britische Polizei Scotland Yard bestätigte eine Festnahme in Kairo.

Diese stünde in Zusammenhang mit den Anschlägen vom 7. Juli. Weitere Angaben machte Scotland Yard nicht. Wie ABC unter Berufung auf das FBI berichtete, handelt es sich um den Mann, der für den Bau der Bomben verantwortlich sein soll.

Der 33-jährige Magdi El Nashar werde derzeit vernommen. Er habe Grossbritannien zwei Wochen vor den Anschlägen verlassen, berichtete ABC weiter.

Beim Verhör soll herausgefunden werden, ob weitere Personen an den Attentaten beteiligt waren und ob noch mehr Bomben gebaut worden waren. Scotland Yard dagegen nannte den Namen des in Kairo Verhafteten nicht.

Die Presse hatte den Gesuchten den "Chemiker" genannt. Er soll zuletzt Chemiedozent in Leeds gewesen sein. Laut der "Financial Times" durchsuchte Scotland Yard am Dienstag seine Wohnung, in der die vier Bomben hergestellt worden sein sollen.

Bei den Attentaten auf drei U-Bahn-Züge und einen Autobus sind in der britischen Hauptstadt 54 Menschen getötet und 700 verletzt worden.

Publiziert am: 15. Juli 2005                 (Ich kann auch dies nicht glauben; tst)

<<<<<< O >>>>>>

Erste Konsequenzen, welche recht offensichtlich durch die Attentate bezweckt wurden:

EU-Minister wollen Telefondaten zur Terrorabwehr speichern

BRÜSSEL - Die umstrittene Speicherung aller Daten zu Telefonverbindungen in den 25 EU-Staaten rückt näher.

Bei einem Sondertreffen der europäischen Innen- und Justizminister nach den Bombenanschlägen von London wurde in Brüssel eine entsprechende Entscheidung vorbereitet. Im Oktober will der Ministerrat einen Rahmenbeschluss dazu verabschieden.

Bedenken von Europa-Abgeordneten und des Europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx gegen die jahrelange Speicherung wiesen die Minister zurück. Alle Argumente sprächen für die Datensammlung, sagte der deutsche Innenminister Otto Schily.

Solche Vorhaben müssten beschleunigt werden, um die terroristische Bedrohung besser bekämpfen zu können. Schily unterstützte damit eine gleich lautende Forderung seines britischen Amtskollegen Charles Clarke, der dem Ministerrat vorsitzt.

Finnland, das den Plan bisher kritisch gesehen hatte, liess seine Einwände unter dem Eindruck der jüngsten Terroranschläge fallen. Der schwedische Ressortchef Thomas Bodström meinte, die Daten sollten nur zur Fahndung bei schwersten Verbrechern genutzt werden.

Der Ministerrat sprach sich insgesamt für eine engere Zusammenarbeit der 25 EU-Staaten im Anti-Terror-Kampf aus. EU- Justizkommissar Franco Frattini rief die Mitgliedstaaten zur raschen Umsetzung bereits gefasster Beschlüsse auf. Daran habe es in der Vergangenheit gemangelt, mahnte Frattini.

Publiziert am: 13. Juli 2005

<<<<<< O >>>>>>

Alarmzentralen erhalten künftig Standort von Handyanrufern

BERN - Wer Polizei, Feuerwehr oder Sanität per Handy aufbietet, meldet künftig den Alarmzentralen automatisch seinen ungefähren Standort. Die auf 1. Juli eingeführte Regelung ermöglicht es Rettungsteams, rascher vor Ort zu sein.

Betroffen sind Nummern wie 112 (EU-Notruf), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr), 144 (Sanität) und 1414 (Rettungsflugwacht). Der Bundesrat und das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) reagieren damit auf technische Neuerungen, wie das BAKOM mitteilte.

Mobilfunkanbieter müssen darum die Standortidentifikation von Notrufen einführen; für GSM-Netze innerhalb eines Jahres und für UMTS-Netze innerhalb von zwei Jahren. Vorerst beschränkt sich die Standortidentifikation auf die Funkzelle, in der sich die anrufende Person aufhält.

In städtischen Gebieten hat diese Zelle einen Durchmesser von rund 50 Metern. Auf dem Land können es mehrere Kilometer sein. Die Lokalisierung wird auch funktionieren, wenn beim Handy die Rufnummer unterdrückt ist.

Ein besonderes Problem sind Anrufe via Internet. Ab 1. August müssen zwar auch hier Anrufe auf Notfallnummern lokalisiert werden. Aus technischen Gründen ist aber nicht erkennbar, von wo man sich ins Internet einwählt. Bei den Alarmzentralen erscheint nur jener Ort, der im Abonnementsvertrag festgelegt wurde.

Die Anbieter von Internet-Telefonie (VoIP, Voice over Internet Protocol) müssen daher ihre Abonnenten ausdrücklich informieren, dass Notrufe an eine falsche Notrufzentrale gelangen können oder ihr Standort bei Anrufen nicht korrekt identifiziert werden kann. Betroffen sind etwa Kunden, die ihr Internettelefon ins Ferienhaus mitnehmen.

Publiziert am: 13. Juli 2005 14:17

<<<<<< O >>>>>>

EU-Minister wollen Telefondaten zur Terrorabwehr speichern

BRÜSSEL - Die umstrittene Speicherung aller Daten zu Telefonverbindungen in den 25 EU-Staaten rückt näher.

Bei einem Sondertreffen der europäischen Innen- und Justizminister nach den Bombenanschlägen von London wurde in Brüssel eine entsprechende Entscheidung vorbereitet. Im Oktober will der Ministerrat einen Rahmenbeschluss dazu verabschieden.

Bedenken von Europa-Abgeordneten und des Europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx gegen die jahrelange Speicherung wiesen die Minister zurück. Alle Argumente sprächen für die Datensammlung, sagte der deutsche Innenminister Otto Schily.

Solche Vorhaben müssten beschleunigt werden, um die terroristische Bedrohung besser bekämpfen zu können. Schily unterstützte damit eine gleich lautende Forderung seines britischen Amtskollegen Charles Clarke, der dem Ministerrat vorsitzt.

Finnland, das den Plan bisher kritisch gesehen hatte, liess seine Einwände unter dem Eindruck der jüngsten Terroranschläge fallen. Der schwedische Ressortchef Thomas Bodström meinte, die Daten sollten nur zur Fahndung bei schwersten Verbrechern genutzt werden.

Der Ministerrat sprach sich insgesamt für eine engere Zusammenarbeit der 25 EU-Staaten im Anti-Terror-Kampf aus. EU- Justizkommissar Franco Frattini rief die Mitgliedstaaten zur raschen Umsetzung bereits gefasster Beschlüsse auf. Daran habe es in der Vergangenheit gemangelt, mahnte Frattini.

Publiziert am: 13. Juli 2005

<<<<<< O >>>>>>

London-Attentate womöglich doch keine Selbstmordanschläge

LONDON - Die Anschläge von London waren nach Einschätzung der britischen Polizei womöglich doch keine Selbstmordattentate.

Nach Angaben eines Scotland-Yard-Vertreters gibt es Indizien, die der Hypothese eines Selbstmordan-schlages der vier Männer widersprechen. "Es ist möglich, dass sie nicht die Absicht hatten, zu sterben", zitierte der "Sunday Telegraph" einen Sprecher von Scotland Yard. Eine Hypothese der Sicherheitsbehörden ist dem Blatt zufolge, dass die vier Männer schlicht nicht wussten, dass die Bomben explodieren würden, während sie diese transportieren. Die Hintermänner wollten womöglich "nicht riskieren, dass die vier Männer gefasst werden und alles verraten", zitierte das Blatt aus Geheimdienstkreisen. Diese Hypothese werde gestützt von der Tatsache, dass die Attentäter die Parkscheine für ihr Auto bezahlten und vor den Anschlägen die Rückfahrscheine für die Bahn gelöst hatten.  (dies scheint mir die realistischste Version bis jetzt; tst)

Entgegen der Praxis von Selbstmordattentätern im Nahen Osten hätten sie die Sprengsätze auch nicht am Körper getragen und kurz vor dem Zünden der Bomben nicht auf Arabisch "Allah Akbar" ('Allah ist der Grösste') gerufen. Auch die Tatsache, dass sie Ausweispapiere und Kreditkarten bei sich trugen, sei ebenfalls nicht typisch für Selbstmordattentäter.

Für die These von Selbstmordattentaten spreche aber weiterhin die Tatsache, dass bei den Attentätern keine Zeitzünder gefunden wurden. Scotland-Yard-Chef Ian Blair hatte die Anschläge am vergangenen Donnerstag als Selbstmordattentate bezeichnet. Nach neusten Zahlen wurden 55 Menschen getötet. Etwa 700 wurden verletzt.

Publiziert am: 17. Juli 2005 05:03

<<<<<< O >>>>>>

US-Repräsentantenhaus verlängert Bestimmungen des Patriot Acts

WASHINGTON - Das US-Repräsentantenhaus hat für die zeitlich unbegrenzte Verlängerung eines Grossteils der Bestimmungen des umstrittenen Patriot Acts gestimmt. Die Neufassung des Anti-Terror-Gesetzes wurde mit 257 zu 171 Stimmen verabschiedet.

Das Gesetz räumt den US-Behörden Sonderrechte bei Ermittlungen gegen Terrorverdächtige ein. Die Attentate vom 11. September 2001 hätten gezeigt, wie wichtig ein aktives Vorgehen der Behörden bei "terroristischen Verschwörungen" sei ( ...dass ich nicht lache!  tst), sagte der Vorsitzende des Repräsen-tantenhauses, Dennis Hastert, nach der Abstimmung am Donnerstagabend. 

Zwei Drittel der Oppositionsabgeordneten stimmten gegen den Entwurf, ebenso wie etwa ein Dutzend republikanische Abgeordnete. Sie bemängelten vor allem, dass den Polizeidiensten in dem Entwurf auf unbestimmte Zeit Sonderbefugnisse eingeräumt werden.

Es müsse erst noch belegt werden, ob die im Patriot Act vorgesehenen Sonderrechte für Ermittler tatsächlich die Sicherheit erhöhten oder ob sie lediglich die verfassungsgemässen Rechte "unschuldiger Amerikaner" beschränkten, sagte die demokratische Abgeordnete Nancy Pelosi.

Der Entwurf des Repräsentantenhauses enthält einige Änderungsklauseln, die einen Missbrauch der Sonderrechte für Ermittlungsbehörden verhindern sollen. So will das Repräsentantenhaus zwei der umstrittensten Massnahmen vorerst für maximal zehn Jahre verlängern.

Diese betreffen das Recht von Ermittlungsbehörden, persönliche Daten von Bürgern etwa in Bibliothekskarteien einzusehen, sowie die Genehmigung, einzelne Bürger auf mehreren Telefonleitungen abzuhören.

Der Patriot Act war nach den Anschlägen 2001 in New York und Washington verabschiedet worden (...was ja einer der vordergründigsten Zwecke von 9-11 war!  tst); ein Dutzend der Bestimmungen des Gesetzes sollten eigentlich Ende des Jahres auslaufen.

Publiziert am: 22. Juli 2005 08:26

<<<<<< O >>>>>>

Scotland Yard veröffentlicht Fotos "dringend Verdächtiger"

LONDON - Die britische Polizei hat im Zusammenhang mit den jüngsten Anschlägen in London Fotos von vier "dringend Verdächtigen" veröffentlicht. Die Männer würden "dringend gesucht", sagte Kommissar Andy Hayman.

Bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz zeigte die Polizei von Video-Überwachungskameras gefilmte Bilder der mutmasslichen Attentäter. Erste Ermittlungen hätten zudem ergeben, dass die Bomben selbstgebaut waren. Für weitere Einzelheiten sei es noch zu früh.

Polizeichef Ian Blair bestätigte derweil, die Erschiessung eines Verdächtigen in einer U-Bahn in der britischen Hauptstadt durch Polizisten stehe in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen vom Vortag. Der Einsatz am Morgen habe eine "direkte Verbindung mit dem laufenden und ausgeweiteten Anti-Terror-Einsatz", sagte Blair.

Der Mann habe auf Warnungen nicht reagiert und den Anweisungen der Beamten nicht Folge geleistet. Nach Polizeiangaben stürmten die Beamten um kurz nach zehn Uhr die Station Stockwell auf der Northern Line, stellten den Verdächtigen und erschossen ihn.

In der Zwischenzeit hat die britische Polizei einen Brandanschlag auf das Haus eines mutmasslichen Attentäters der Londoner Anschläge vom 7. Juli vereitelt.

Ein in Jamaika geborener Brite hatte mit seiner Frau und seinem Kind in dem Haus gewohnt. Inzwischen steht es leer. Der Mann soll einer der vier Attentäter gewesen sein, die am 7. Juli bei Anschlägen in drei Londoner U-Bahnen und einem Bus mehr als 50 Menschen töteten und hunderte verletzten.

Kurz zuvor umstellten bewaffnete Polizisten mit Spürhunden vorübergehend eine Moschee im Osten Londons und forderten Passanten auf, sich fern zu halten. Es sei dort ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Der Alarm habe sich jedoch als falsch herausgestellt, teilte die Polizei mit.  ( ha, ha!....)

Am Vormittag hatte sich eine Moslemextremisten-Gruppe im Internet zu den gestrigen Anschlägen in London bekannt. Die Gruppe steht nach eigenen Angaben in Verbindung zur radikal-islamischen Al-Kaida-Organisation.

Der Angriff sei "eine Warnung an alle, die dem Präsidenten des ungläubigen Amerika folgen." Die Erklärung der Abu-Hafs-al-Masri-Brigaden erschien nicht auf einer der Internetseiten, die häufig von Al-Kaida-Mitgliedern genutzt werden.

Nach US-Angaben ist es unklar, ob die Gruppe Verbindungen zu Al-Kaida hat. Sie hat sich bereits mehrfach zu Anschlägen in Europa bekannt, was allerdings von Sicherheitsexperten als wenig glaubwürdig eingestuft wurde.

Gestern waren in London in drei U-Bahnen und einem Bus Sprengsätze detoniert, wobei jedoch nur eine Person verletzt worden war. Vor zwei Wochen waren bei ähnlichen Anschlägen in London insgesamt 56 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

Publiziert am: 22. Juli 2005 19:58    (...und ich wage alle diese "Geschichten" anzuzweifeln und glaube nichts; tst)

Offenbar falsche Polizei-Angaben zu erschossenem Brasilianer

LONDON - Neue Informationen zu der irrtümlichen Erschiessung eines Brasilianers belasten die Londoner Polizei stark. Britische Zeitungen widerlegten bisherige Angaben der Polizei, wonach der Brasilianer sich verdächtig verhalten hätte.

Der Elektriker Jean Charles de Menezes war von der Polizei am 22. Juli fälschlicherweise für einen Selbstmordattentäter gehalten und erschossen worden.

Unmittelbar danach sagte Scotland Yard, der 27-Jährige habe sich verdächtig gemacht, weil er trotz mehrfachen Zurufens nicht stehen geblieben und über die Absperrung einer U-Bahn-Station gesprungen sei. Ausserdem habe er trotz Sommerwetters einen dicken Mantel getragen, unter dem er Sprengstoff hätte verstecken können.

Doch wie alle grossen britischen Zeitungen am Mittwoch unter Berufung auf interne Polizeidokumente berichteten, steht inzwischen fest, dass all das nicht stimmt.

Befragungen der beteiligten Polizisten durch die Beschwerdestelle von Scotland Yard hätten ergeben, dass Menezes zu keinem Zeitpunkt davongerannt sei. Er habe die U-Bahn-Station ganz normal durch Öffnen der Schranke mit seiner Fahrkarte betreten, sich noch eine Gratiszeitung genommen und dann in eine wartende U-Bahn gesetzt.

Dort sei er von den Polizisten gepackt und - obwohl er keine Gegenwehr geleistet habe - mit einer ganzen Salve gezielter Schüsse getötet worden. Er habe auch keinen Wintermantel, sondern eine leichte Jacke getragen.

Harriet Wistrich, die Anwältin der Angehörigen von Menezes, sagte zu den Berichten, dies weise auf den Versuch hin, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Scotland Yard lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf die laufende Untersuchung ab.

Publiziert am: 17. August 2005    (...und jetzt werden die Märchen langsam aufgedeckt?)

Familie des Erschossenen erhebt Vorwürfe gegen Londoner Polizei

LONDON - Die Anwälte der Familie des von der Londoner Polizei erschossenen Jean Charles Menezes haben den Behörden Irreführung vorgeworfen. Die Angehörigen wollten wissen, wer welche Lügen verbreitet habe, sagte Anwältin Gareth Peirce.

Die Familie sei von der Polizei von Anfang an in die Irre geführt worden, was der Auslöser für die tödlichen Schüsse gewesen war, sagte die Anwältin. Die Angehörigen des erschossenen Brasilianers fordern den Rücktritt von Londons Polizeichef Ian Blair.  Wie die Zeitungen "The Times" und "The Guardian" berichteten, soll Blair versucht haben, die Untersuchung des Falls durch die unabhängige Untersuchungskommission der Polizeibehörde (IPCC) zu stoppen.

Britische Medien enthüllten brisante Fakten zum Vorfall vom 22. Juli. Menezes habe Winterkleidung getragen und die Eingangssperre zur U-Bahn übersprungen und sei geflohen, hiess es offiziell von der Londoner Polizei. Der Fernsehsender ITV veröffentlichte am Mittwoch aber Fotos und Videoaufnahmen, die dies widerlegten.

Die mit der Beschattung des 27-jährigen Elektrikers beauftragten Beamten hätten von ihrer Einsatzleiterin die Anweisung bekommen, den Mann noch vor Betreten des U-Bahnhofs Stockwell zu ergreifen, sagte ein ranghoher Vertreter von Scotland Yard der Zeitung "Daily Mirror". Sie habe niemanden angewiesen, Menezes zu erschiessen, sagte die Einsatzleiterin.

Den Beamten gelang es jedoch nicht, den jungen Brasilianier zu ergreifen. Ob sie die Zeit hatten, das Sonderkommando in der U-Bahnstation über die Anordnung der Einsatzleiterin zu informieren, sei Gegenstand der Ermittlungen der unabhängigen Untersuchungskommission, berichtete der "Daily Mirror".

Laut dem Vertreter von Scotland Yard hingen Leben oder Tod des Brasilianers möglicherweise von "fünf Sekunden" ab. Menezes wurde am 22. Juli, einen Tag nach der zweiten Bombenserie in London, durch gezielte Kopfschüsse getötet.

Publiziert am: 19. August 2005