Zu den Hintergründen
der Hurrikan Katrina-Katastrophe

St. Germain

– 3. September 2005 durch Mike Quinsey –

Es muss eindeutig noch mehr über die Bilanz des Hurrikans 'Katrina' gesagt werden, und wie schon bei den vorher gegangenen Ereignissen hinterfragen die Menschen die Dinge immer mehr.

Der Verdacht verstärkt sich immer mehr, dass eure Regierung und deren Militär darin verwickelt sind, das Geschehen auf eine maximale Wirkung hin zu lenken, (zu beeinflussen). Natürliche Geschehnisse führen zu natürlichen Reaktionen, doch wie schon in Verbindung mit dem 11. September 2001 erkennt ihr rasch Nachweise vorsätzlicher Eingriffe. In diesem Fall seht ihr den Mangel an Dringlichkeit, was bewirkt, dass die Situation (absichtlich) ausser Kontrolle gerät. Wenn man die Vorwarnstufe in Betracht zieht, könnte man euch entschuldigen dafür, dass ihr der Meinung wart, eure Notfall-Dienste wären vorbereitet und handlungsfähig gewesen. 

Ich beabsichtige jetzt nicht, ins Detail zu gehen, was die mangelhaften Reaktionen seitens eurer Behörden betrifft. Alle derartigen Informationen werden nach und nach an die Öffentlichkeit kommen. Ihr werdet bereits bemerken, wie widerwillig die Medien darauf reagieren, gezwungen zu sein, diese Dinge (in den Nachrichten) zu behandeln und zu wagen, einige anstehende Fragen zu stellen. Ihr werdet da eine anwachsende Tendenz beobachten, und bald wird "die Katze aus dem Sack" sein, und das wird eure Pressefreiheit wiederherstellen. Der Ruf nach der Wahrheit übt Druck aus auf die Behörden, – und weiterhin die "Lippen zusammenzupressen" wird als unhaltbarer Zustand angesehen werden. 

Es ist ein harter und schwieriger Weg, der zur Wahrheit führt, nachdem ihr seit Äonen nur mit dem abgefüttert wurdet, was als ausreichend betrachtet wurde, um euch ruhig zu stellen. – Jedoch: aufgrund der Zeit, in der ihr jetzt lebt, und der sich erhöhenden Schwingungen, werdet ihr, das Volk, bewusster und verlangt nach Antworten. Ihr lasst euch nicht so leicht narren oder in ein falsches Gefühl der Sicherheit einlullen, und ihr beginnt zu begreifen, wie da Geschehnisse manipuliert werden. Das Wissen um die verdeckten Operationen eurer Regierung breitet sich immer mehr aus, und die Leute sprechen darüber; und als Resultat nehmen Viele die Herausforderung an und tun etwas.

Eure Staatsführer sind in gewisser Weise abgeschottet und schätzen das Ausmass der 'Dünung' gegen sie nicht. Dies wird Bestandteil ihrer Auflösung sein, da sie in ihrer Selbstüberzeugung nicht in Erwägung ziehen können, dass das Volk sich gegen sie wendet. Wenn sie jemanden beseitigen, werden zwei Andere an dessen Stelle treten, und sie werden erkennen, dass sie eine Zeitbombe freigesetzt haben, die im Begriff ist, zu explodieren. Die Leute werden scharfsichtig hinsichtlich der Reden eures 'Präsidenten' und seiner Gehilfen und sind fähig, den sich wiederholenden Gebrauch von Phrasen zu durchschauen, die dazu dienen sollen, unterschwellig auf euer Bewusstsein einzuhämmern, euch zu dressieren. Dies bewirkt den gegenteiligen Effekt, und ihr seid nun genügend aufgewacht, um die warnenden Anzeichen zu erkennen.  

Da bildet sich eine Lawine von Meinungen, die im Begriff ist, die letzten Kabalen zu verschlingen, und sie werden nicht mehr wissen, welchen Ausweg sie einschlagen sollen.   Doch das ist der Punkt, an dem sie am gefährlichsten sind, und da dürfte nun noch mehr an Intervention der Kräfte vonnöten sein, die für das Gute arbeiten. Wir lassen zwar den letzten Auswirkungen von Karma ihren Lauf, es gibt aber einen Punkt, eine gezogene Linie, über die hinaus nötigenfalls eine feste Hand wirksam werden muss. Es mag euch seltsam anmuten, dass wir in allem, was geschieht, so viel Ermutigendes finden, aber ihr reagiert in grossartiger Weise, und es ergeht ein grosses Mitgefühl und viel Hilfe zu den Opfern von 'Katrina'.

Wie beim 11. September 2001 hat dieses jetzige Geschehen eine Herausforderung an eure Türschwelle gebracht, und ihr habt euch zu diesem Anlass erneut erhoben. Ihr erkennt die Einheit allen Lebens an, und in dem Weckruf dieses Hurrikans erkennt ihr eure Brüder und Schwestern – anstelle von 'Farbe', Religion oder Politik.  

Die Heiligkeit des Lebens ist derart, dass keine fürsorgliche Person im Traum darauf käme, auf die andere Seite des Wegs überzuwechseln, um dem Unausweichlichen auszuweichen. Die Spaltungen und unaufrichtigen Handlungen, die euch bisher getrieben haben, werden nun geheilt, und eine grosse Energie der Liebe wächst in exponentiellem Masse auf der Erde. Es spielt keine Rolle mehr, ob da Völker auf der anderen Seite der Erde leben. Denn sie verfolgen das Geschehen anhand ihres Satelliten-Fernsehens, und obwohl sie weit weg sind vom Szenarium, sendet ihr Mitgefühl doch liebevolle Gedanken aus, die eine Reaktion erzeugen bei denen, die in der Lage sind, direkt vor Ort zu helfen. Fürsorge und Mitgefühl sind Aspekte der Liebe, die 'New Orleans' sich wie Phönix aus der Asche aus dem Meer des Elends und der Verzweiflung erheben sehen.  

Ihr Lieben: Blickt auf das, was geschieht, als auf einen Anlass, Menschen, Völker zusammenzubringen in einem einzigen gemeinsamen Zweck und Ziel:

Einen Wandel zu erleben, der ein für alle Mal der Unterdrückung durch die finsteren Kabalen ein Ende setzt.

Sie wünschen, dass ihr verzagt, verzweifelt sein sollt und im Sumpf der von ihnen angezettelten chaotischen Ereignisse gefangen seid. Sie hoffen, dass ihr eure Willenskraft verliert, die Realität zu überwinden, die sie geschaffen haben, und dass ihr ihrer Kontrollherrschaft erliegt. Ich sage euch, dass sie eure Entschlossenheit und Intention weit unterschätzt haben, euch über das zu erheben, was euch vor die Füsse geworfen wurde. Die Dunkelwesen haben ein Monster geschaffen, das sich nun gegen sie selbst wenden und genau diejenigen verschlingen wird, die meinten, hinter diesem Monster Schutz suchen zu können. Habt keine Angst; die Gerechtigkeit wird 'ihren Tag' haben; die Kinder des LICHTS werden nicht so leicht von ihrem Weg abgelenkt. 

In all der Betrübnis sehe ich ein wunderbares Licht, das von Sekunde zu Sekunde zunimmt und so Vielen hilft, ihr Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu überwinden. Es gibt denen Auftrieb, die die meiste Not leiden, und gibt denen Kraft, die an der Frontlinie sind, um all den Opfern zu helfen, unter welchen Umständen auch immer. Ich spüre eine Entschlossenheit zu Veränderungen, zu deren Verwirklichung; und dies wird den Neubeginn schliesslich manifestieren. Ihr werdet Erfolg haben, und die Ereignisse bringen alles ans Ziel. Es muss da sehr bald zu einem Zusammenbruch kommen, und dann wird es das Volk sein, das den Sieg davonträgt. Oh, welch grosse Freisetzung an Liebe; sie wird euch unmittelbar erheben, einschliesslich Mutter Erde. Ihr habt euch auf euren eigenen Weg gemacht, und dessen Verheissung wird euch vorwärts treiben in Ruhm und Triumph; der Kampf wird gewonnen sein. 

Ich bin St. Germain, und ich ermuntere euch, euch an der Violetten Flamme zu wärmen und euren Körper von all den Auswirkungen der jüngsten Ereignisse zu reinigen. Steht in eurer Licht-Säule, dann kann niemand euch davon abbringen, eure eigene Realität ins Sein zu bringen. Es ist getan, und ich vereine hier die Kräfte des Himmels, da die Liebe und das LICHT für euch alle gestärkt sind. 

Danke, St. Germain 

Mike Quinsey  (http://www.treeofthegoldenlight.com  = Link: ET First Contact – Channeled Messages by Mike Quinsey ) 

Übersetzung: Martin Gadow 

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Bush übernimmt Verantwortung für mögliche Pannen nach "Katrina"

WASHINGTON - US-Präsident George W. Bush hat für eventuelle Pannen auf Bundesebene bei der Hurrikanhilfe die Verantwortung übernommen. Es seien ernste Probleme auf allen Ebenen bei der Organisation der Katastrophenhilfe zutage getreten.

Dies sagte Bush bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Und dort, wo die Bundesbehörden ihren Job nicht ganz richtig gemacht hätten, übernehme er die Verantwortung, sagte der Präsident. Er wolle wissen, was geklappt und was nicht geklappt habe. Dies sei auch wichtig für künftige Katastrophen oder Terroranschläge.

Das Weisse Haus kündigte für Donnerstagabend (16.9.2005, 03:00 Uhr Freitag MESZ) eine Fernsehansprache Bushs an die Nation an. Darin wolle er zur Hurrikanhilfe Stellung nehmen. Wegen der zögerlichen und teils unprofessionellen Reaktion auf die Hurrikan-Folgen war Bush massiv in die Kritik geraten.

Publiziert am: 13. September 2005

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Katrina: Schaden laut Swiss Re verdoppelt

12. September 2005

Der Wirbelsturm "Katrina" kostet die Versicherer laut Swiss Re mit bis zu 1,2 Mrd. Dollar mehr als doppelt so viel wie bisher angenommen.

Die bisher für die gesamte Versicherungswirt-schaft geschätzten Kosten in der Höhe von 20 Mrd. Dollar dürften sich auf rund 40 Mrd. Dollar verdoppeln. Exakte Schadensschätzungen des Wirbelsturm-Desasters blieben weiterhin schwie-rig, heisst es in einer Medienmitteilung des Schweizer Rückversicherers Swiss Re vom Montag. Für die gesamte Versicherungswirtschaft würden sich die Schäden von "Katrina" auf rund 40 Mrd. Dollar belaufen. Bisher war man von rund 20 Mrd. Dollar ausgegangen. Für den Rückversic-herer hat sich die Schätzung auf 1,2 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. Bisher lagen die Schätzung-en der Kosten für versicherte Schäden bei rund 500 Mio. Dollar.

Steigen bald die Prämien?

John Coomber, Präsident der Geschäftsleitung der Swiss Re, erwartet durch die weltweite Häufung von heftigen Naturkatastrophen eine Erhöhung der Versicherungsprämien. "Die Schäden belasten Wirtschaft und Gesellschaft in den betroffenen Ländern", sagte er. "Bei den anstehenden Erneuer-ungen müssen sich diese Entwicklungen in den Preisen widerspiegeln."

Swiss Re bleibt stark

Voraussichtlich müsse ein Teil der Schwankungs-Reserven angezapft werden, die für die Deckung von Grossschadens-Ereignissen wie "Katrina" gebildet worden waren, hiess es bei Swiss Re. Die Finanz-stärke der Swiss Re werde jedoch "sehr hoch" bleiben und sich in der zweiten Jahreshälfte voraus-sichtlich weiter verbessern.

Der Rückversicherer teilte weiter mit, dass das angestrebte Gewinnwachstum je Aktie von 10% im Jahr 2005 wahrscheinlich nicht erreicht werde. Der Verwaltungsrat bekräftigte seine Empfehlung, für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von 2,50 Fr. je Aktie zu bezahlen.

Zurich bleibt vorsichtig

Noch keine Angaben zu den Kosten von "Katrina" hat bisher der Versicherer Zurich Financial gemacht. Welche Belastung aus dem Wirbelsturm zu erwarten sei, lasse sich noch nicht beurteilen, hatte Zurich am vergangenen Donnerstag mitgeteilt. Es sei noch nicht klar, bis wann verlässliche Schätzungen gemacht werden könnten.

swissinfo und Agenturen

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Dienstag, 13. September 2005 -- Tages-Anzeiger Online
Notunterkünfte für Hurrikan-Opfer

Nach Einschätzung des US-Katastrophenschutzes müssen rund 200'000 obdachlose Opfer des Hurrikans Katrina bis zu fünf Jahre lang provisorisch untergebracht werden.

Die Behörde plant daher unter anderem die Errichtung grosser Wohnwagen-Siedlungen mit bis zu 25'000 Bewohnern vor allem im US-Staat Lousiana, wie der Chef der entsprechenden Fema-Abteilung, Brad Fair, gestern sagte. «Dies kommt nicht ganz an den Bau der Pyramiden heran, aber fast», sagte er. Zu den geschätzten Kosten machte er keine näheren Angaben.

Neueste Statistiken ergaben unterdessen, dass Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen in den USA bislang rund 739 Millionen US-Dollar (600 Millionen Euro) für die Hurrikan-Opfer gespendet haben. Von der Gesamtsumme gingen 584 Millionen Dollar an das amerikanische Rote Kreuz.

Spitalpatienten wegen Hitze gestorben

In New Orleans machten Einsatzkräfte eine grausige Entdeckung: Im Spital «Memorial Medical Center» wurden die Leichen von 45 älteren Patienten gefunden. Die Opfer sind nach erstem Augenschein nicht durch die Überflutung ums Leben gekommen, sondern wegen der grossen Hitze.

Die offizielle Zahl der Toten für Louisiana und Mississippi wird mit 450 angegeben.

Leichte Entspannung

Vor Ort gingen derweil weitere Wasserpumpen in Betrieb; der Flughafen sollte noch heute wieder für den normalen Flugverkehr geöffnet werden. Nach jüngsten Angaben sind inzwischen 50 Prozent der Stadt wieder trocken gelegt. (cpm/rom/ap/sda)

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New Orleans wird zum Kriegsgebiet

Generalprobe für Kriegsrecht?

Von Bill Van Auken
17. September 2005
aus dem Englischen ( 8. September 2005 )
Die Katastrophe, die New Orleans und die Golfküste im Süden heimsuchte, hat den grössten Militäreinsatz der jüngeren Geschichte auf amerikanischem Boden ausgelöst. Fast 65’000 Soldaten sind zur Zeit in der Katastrophenregion stationiert und verwandeln die verwüstete Hafenstadt in ein Kriegsgebiet.
Einheiten in Kampfmontur mit Sturmgewehr im Anschlag sowie Kolonnen von Panzerfahrzeugen mit schussbereiten Artilleristen kreuzen durch die überfluteten Strassen der Stadt. Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett gehen von Haus zu Haus, um die komplette Evakuierung der Zivilbevölkerung zu erzwingen.
Es wird immer offensichtlicher, dass die Hilfeleistungen für die eingeschlossenen Einwohner der Stadt hauptsächlich deshalb so lange verzögert wurden, weil man darauf wartete, bis dieses massive Truppenkontingent marschbereit war.
Jetzt, da New Orleans faktisch unter Kriegsrecht steht, hat der Bürgermeister Ray Nagin am 6. September den Befehl erlassen, die noch verbliebenen Einwohner, deren Zahl auf einige Tausend bis Zehntausende geschätzt wird, zwangsweise zu evakuieren. Polizeisprecher von New Orleans gaben bekannt, sie seien bereit, Menschen mit Gewalt aus ihren Häusern zu holen.
US-Armeesprecher sagten anfangs, sie würden die Aktion unterstützen. Später erklärten sie, Soldaten in Uniform würden an den Zwangsräumungen nicht direkt teilnehmen. Aber Generalleutnant Joseph Inge, der stellvertretende Kommandant des US-Nordkommandos, erklärte am Mittwoch Pentagon-Journalisten gegenüber, Einheiten der Nationalgarde könnten dazu eingesetzt werden, die Menschen zum Verlassen der Häuser zu zwingen. Die Nationalgarde steht formal unter Kontrolle der einzelnen Bundesstaaten.
Nagin behauptete in seiner Anordnung, die Anwesenheit von Zivilisten in der Stadt würde die Aufräumarbeiten "behindern" und "stören". Einige Beamte führten die Seuchengefahr infolge der Überschwemmung an. Das Wasser sei durch giftige Chemikalien und verwesende Leichen vergiftet.
Wie stichhaltig solche Gründe sein mögen, ist die beabsichtigte gewaltsame Räumung die bisher massivste Militäroperation gegen die Bevölkerung einer amerikanischen Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Zu den eingesetzten Armeeeinheiten gehören zwar auch Ärzte, Rettungshelikopter und Hilfseinheiten, aber der grösste Teil des Truppenkontingentes dient der militärischen Besatzung. Es soll Privateigentum schützen und Unruhen unterdrücken.
Das Pentagon veröffentlicht ständig Presseberichte, in denen es damit prahlt, wie viele Millionen Mahlzeiten, Liter Wasser und Kilo Eis es in den letzten paar Tagen in die Stadt geliefert habe. Diese Berichte werfen jedoch unweigerlich die Frage auf, warum solche Hilfeleistungen nicht schon in den ersten vier Tagen nach dem Hurrikan erfolgten, als die armen Einwohner der Stadt praktisch auf offener Strasse starben.
Nachdem der Grossteil der Bevölkerung die Stadt verlassen hat, dient die Versorgungsaktion jetzt zum grössten Teil nicht der Hilfe für die Hurrikanopfer, sondern der logistischen Unterstützung für die Zehntausenden Soldaten.
Die Verteidiger der Bush-Regierung behaupten, kein Mensch habe eine Katastrophe von diesem Ausmass voraussehen können, was nachweislich falsch ist. Gleichzeitig versuchen sie, den regionalen und lokalen Politikern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Gegner der Regierung wiederum führen die Verzögerung der Hilfsmassnahmen auf die kriminelle Inkompetenz und Gleichgültigkeit der Regierung gegenüber der Not der weitgehend armen, schwarzen Bevölkerung von New Orleans zurück.
Inkompetenz und Gleichgültigkeit haben zweifellos eine grosse Rolle gespielt. Es gibt jedoch auch deutliche Hinweise darauf, dass das Weisse Haus und das Pentagon die Hilfe absichtlich zurückhielten, im Rahmen einer Strategie, die uneingeschränkte militärische Kontrolle über die Stadt zu erreichten. Sowohl Hurrikanopfer als auch Behördenvertreter haben über zahlreiche Fälle aus den Tagen nach dem Deichbruch berichtet, in denen staatliche Stellen Hilfsangebote abwiesen und Rettungsversuche verhinderten.
Aaron Broussard, der Präsident der Jefferson-Gemeinde, brach zum Beispiel am Sonntag bei einem Auftritt in der NBC-Fernsehsendung "Meet the Press" in Tränen aus und erklärte: "Nicht nur Katrina hat all diese Toten hier in New Orleans verursacht. Auch die Bürokratie hat hier in der Region Morde verübt."
Er berichtete über mehrere Fälle, in denen die FEMA (Federal Emergency Management Administration, bundesstaatliche Katastrophenhilfe) Rettungsversuche bewusst sabotierte. So habe FEMA ganze Lastwagenladungen voll Wasser von Wal-Mart mit der Begründung zum Umkehren genötigt, die Stadt brauche sie nicht. Er sagte auch, FEMA habe das Angebot der Küstenwache, für die Stromgeneratoren dringend benötigtes Benzin zu liefern, wieder rückgängig gemacht.
Schliesslich sagte er, am Vortag seien FEMA-Beauftragte gekommen und hätten ohne jede Warnung "alle unsere Notrufverbindungen gekappt". Die lokale Polizei, fügte er hinzu, stellte die Verbindung wieder her und stellte bewaffnete Posten daneben auf, um sicherzustellen, dass sie nicht wieder unterbrochen werden.
Dieses letzte, beunruhigende Ereignis steht im Einklang mit der Pentagondoktrin über den "Informationskrieg". Danach ist es erforderlich, in einem zur Invasion und Besetzung bestimmten Gebiet die vollkommene Kontrolle über jede Kommunikation herzustellen.
Denise Bottcher, die Pressesprecherin der Gouverneurin Blanco, warf der FEMA ausserdem vor, sie habe
  • Hilfsangebote des Chicagoer Bürgermeisters, Richard Daley, des Gouverneurs von New Mexico, Bill Richardson, und anderer zurück gewiesen.
Und ein Sprecher der demokratischen Senatorin aus Louisiana, Mary Landrieu, erklärte der Presse:
  • FEMA habe Hilfslieferungen sowohl öffentlicher als auch privater Agenturen zurückgehalten,
  • dem amerikanischen Forstdienst die Zustimmung zum Einsatz von Wassertankflugzeugen zum Löschen von Feuern verweigert, und
  • die Ankunft von Amphibienfahrzeugen verzögert, welche die Menschen aus der Stadt hätten evakuieren können.
  • Privatfirmen, die angeboten hatten, nachrichtentechnische Ausrüstungen zur Verfügung zu stellen, wurden ebenfalls von der Agentur hingehalten.
  • Ausserdem gab es Berichte, das Rote Kreuz sei daran gehindert worden, die Stadt zu betreten, und
  • FEMA habe sich geweigert, Schiffe zu entladen, die Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente in den Hafen von New Orleans brachten.
Diese bewusst organisierte Sabotage durch eine Behörde, die eigentlich die Rettungsaktionen hätte koordinieren sollen, hatte offensichtlich zum Ziel, jede tatsächliche Hilfeleistung solange fernzuhalten, bis das Militär in erheblicher Stärke in die Stadt einmarschieren konnte.
Am Freitag war es dann so weit: Armeekommandanten behandelten den Fall New Orleans als Gefechtsoperation. Brigadegeneral Gary Jones, der Kommandant der Vereinigten Task Force der Nationalgarde von Louisiana, benutzte in einem Interview mit der Army Times wörtlich diesen Ausdruck.
"Dieser Ort wird wie Klein-Somalia aussehen", sagte General Jones. "Wir gehen los und holen diese Stadt zurück. Es wird eine Gefechtsoperation sein, diese Stadt unter Kontrolle zu bekommen." Die Zeitung verstand die Nachricht und sprach in ihrem Bericht von Soldaten, die "den Aufstand in der Stadt bekämpfen".
Zahlreiche Einwohner von New Orleans berichteten, sie seien wie "Aufständische" behandelt worden, und Polizei und Militär hätten die Stadt abgeriegelt und die Leute am Wegfahren gehindert.
Über tausend Nationalgardisten und Polizisten wurden am Freitag eingesetzt, um die Kontrolle über das Convention Center von New Orleans wiederherzustellen, einer der Orte, wo man Evakuierte sich selbst überlassen hatte, bis sie starben. Militärsprecher bezeichneten dies als "Säuberungs- und Besetzungsmission", ein Begriff, mit dem das Pentagon Angriffe auf Städte im Irak bezeichnet, in denen es auf starken Widerstand gegen die US-Besetzung stösst.
Generalleutnant H. Steven Blum, Bürochef der Nationalgarde, prahlte, man habe "das Convention Center gestürmt", und gestand im Gespräch mit Pentagon-Journalisten ein: "Wir haben gewartet, bis wir genügend Kräfte vor Ort hatten, um sie gewaltsam zu überwältigen".
Als ein Reporter ausdrücklich nachfragte, ob der Aufbau dieser militärischen Stärke der Grund gewesen sei, warum es bis zum Freitag gedauert habe, ehe die Nationalgarde mit Hilfeleistungen anrückte, antwortete Blum: "Das ist nicht nur fair, es ist auch akkurat. Sie haben prägnant erklärt, was nötig war, und ich sagte Ihnen schon warum. Wir nahmen uns die Zeit, um die richtige Stärke aufzubauen."
Ebenfalls am Freitag schickten Beamte der Bush-Regierung ein juristisches Schreiben an die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, in dem sie aufgefordert wurde, die Kontrolle über die staatliche Nationalgarde und die staatlichen und kommunalen Polizeitruppen abzugeben. Sie sollten gestützt auf den so genannten Insurrection Act (Aufstandsbekämpfungsgesetz) unter Bundeskontrolle gestellt werden. Dieses Gesetz erlaubt es dem Präsidenten, die Kontrolle über Militäreinheiten der Bundesstaaten zu übernehmen, wenn eine Staatsregierung selbst nicht mehr zur "Unterdrückung einer Rebellion" fähig ist.
Blanco wies dieses Ansinnen zurück, weil sie es zweifellos als Eingeständnis des Scheiterns ihrer eigenen Regierung gesehen hätte.
Für Bush war die Übernahme der vollständigen militärischen Kontrolle eine bedeutende politische Frage. Laut dem Insurrection Act muss der US-Präsident "Aufständische" öffentlich dazu aufzufordern, "aufzugeben und sich zu zerstreuen". Hätte er die Zustimmung der Gouverneurin von Louisiana erreicht, dann hätte er sich ohne Zweifel im Fernsehen als "Commander-in-chief" aufgespielt und so versucht, die Empörung über Reaktion seiner Regierung auf die Katastrophe zu verdrängen.
Schon am Mittwoch sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Scott McClellan, der Presse: "In Mississippi und Louisiana ist jetzt das Kriegsrecht verhängt worden". Das mag zwar ein Hinweis auf die Absichten der Regierung gewesen sein, entsprach aber in keinem der beiden Staaten den Tatsachen.
Nachdem es Bush nicht gelungen war, die totale Militärkontrolle zu übernehmen, beauftragte er Generalleutnant Russell Honore vom US-Nordkommando, eine parallele Kommandostruktur aufzubauen, um die regulären Soldaten zu befehligen.
Die Medien haben Honore als Helden und als "John Wayne" von New Orleans hingestellt - wobei die Einwohner der Stadt offenbar die Rolle der Indianer spielen. Der allgemeine Tenor dieser Berichterstattung lautet, dass nur das Militär "mit der Lage fertig werden" kann. Dass die zivile Behörde, die eigentlich für solche Katastrophen geschaffen wurde - die FEMA -, ausgeschlachtet worden ist, und ein arbeitsloser ehemaliger Rodeoveranstalter, Michael Brown, an ihre Spitze gestellt wurde, hat viel damit zu tun, dass solche Eindrücke entstehen.
Entschiedenster Befürworter einer Übertragung der Verantwortung an das Militär ist das Wall Street Journal, dessen Herausgeber die engsten politischen Beziehungen zur Bush-Regierung unterhalten. In einem Leitartikel vom Dienstag mit den Titel "Bush und Katrina" kommentiert das Journal: "Der Schlamassel in New Orleans besserte sich erst, als das Pentagon eingriff. Obwohl es dem Militär normalerweise durch das Posse Comitatus Gesetz von 1878 verboten ist, polizeiliche Aufgaben im Inland wahrzunehmen, haben sich Verteidigungsexperten eine Menge kreative Gedanken gemacht, was sie tun können, und was die Öffentlichkeit nach dem 11. September von ihnen erwartet."
Washingtons Reaktion auf die Katastrophe in New Orleans kann man wohl kaum als das Ergebnis von "kreativem Denken" bezeichnen und noch weniger als das, "was die Öffentlichkeit jetzt erwartet".
In Wirklichkeit haben die herrschende Elite der USA und beide grossen Parteien den 11. September als Vorwand benutzt, um weit reichende Angriffe auf demokratische Rechte durchzusetzen, und juristische Barrieren - wie das Posse Comitatus Gesetz - gegen den Einsatz des Militärs gegen die amerikanische Bevölkerung einzureissen.
Erst letzten Monat hat die Washington Post in einem Artikel enthüllt, dass das Nordkommando des amerikanischen Militärs mehrere "Kriegspläne" entwickelt hat, um im Fall von innenpolitischen Krisen "die Kontrolle zu übernehmen". Obwohl es bei diesen Plänen offensichtlich um die Reaktion auf einen unterstellten Terroranschlag ging, wie zum Beispiel die Explosion eines nuklearen Sprengsatzes in einer grossen amerikanischen Stadt, bot die Katastrophe in New Orleans die idealen Bedingungen, um diese Pläne auszutesten.
Der zunehmende Rückgriff auf das Militär ist jedoch weder eine Reaktion auf Terrordroh­ungen noch auf Naturkatastrophen. Auf internationaler Ebene hat die herrschende amerikanische Elite zum Mittel der militärischen Aggression und zur Eroberung strategischer Rohstoffe und Länder gegriffen, um dem Niedergang der Stellung des amerikanischen Kapitalismus in der Weltwirtschaft entgegenzuwirken.
Im Inland ist die Hinwendung zum Kriegsrecht Ausdruck der Furcht der über alle Massen reichen Finanzoligarchie, dass die gesellschaftliche Polarisierung und der ständige Niedergang des Lebensstandards der grossen Mehrheit der Bevölkerung ein soziales Pulverfass geschaffen haben.
Die gezielte Verweigerung von Nahrung, Wasser, und Transportmitteln für Zehntausende leidender Bewohner von New Orleans, um eine massive militärische Übung durchführen zu können, ist ein Verbrechen. Sie ist darüber hinaus eine Warnung, dass die sich verschärfende soziale Krise in Amerika militärische Unterdrückung und Diktatur auf die Tagesordnung setzt.
Siehe auch:
Hurrikankatastrophe zeigt Scheitern des Profitsystems
(10. September 2005)
Nach der Katastrophe von New Orleans: Menschliches Elend und Profitprinzip
(10. September 2005)

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Ausland – Dienstag, 20. September 2005, -- Tages-Anzeiger Online

New Orleans:   Wieder Evakuierung

Schon wieder bedroht eine Sturmfront mit drei Meter hohen Wellen die amerikanische Stadt New Orleans. Weil sich der tropische Sturm Rita auf die zerstörte Metropole zu bewegt, setzte Bürgermeister Ray Nagin die geplante Rückkehr der Bewohner aus.

< Max Mayfield, Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, erläutert den möglichen Weg des Sturms.

Von AP-Korrespondent Michael Rubinkam

Statt dessen sollen alle bereits zurückgekehrte Einwohner New Orleans sofort wieder verlassen. Die Behörden befürchten, dass die Stadt wegen der schwer beschädigten Deichanlagen erneut von einer Flutwelle überrollt werden könnte.

«Die Bedingungen haben sich geändert», sagte der Bürgermeister. «Ein weiterer Hurrikan kommt auf uns zu.» Eigentlich sollten in den kommenden eineinhalb Wochen bis zu 180’000 Menschen nach New Orleans heimkehren.

Bushs Einwand

Dieser Plan Nagins stiess aber auf heftige Kritik von US-Präsident George W. Bush. «Der Bürgermeister hat einen Traum von einer funktionierenden Stadt, und wir teilen diesen Traum», sagte Bush. «Aber wir müssen auch realistisch sein, was die Hindernisse auf dem Weg zur Besiedlung von New Orleans angeht.»

Das Gesundheitsministerium von Louisiana gab inzwischen die Zahl der Todesopfer durch den Hurrikan Katrina vor drei Wochen mit 736 an. An der gesamten Golfküste der USA wurden damit 973 Menschen getötet. Brigadegeneral Robert Crear erklärte, die Pioniere könnten die Deiche in New Orleans bis Juni kommenden Jahres wieder instandsetzen, rechtzeitig zum Beginn der neuen Hurrikan-Saison.

Rita zog gestern über die Bahamas hinweg in Richtung Kuba und Florida Keys und gewann dabei an Stärke. Die Windgeschwindigkeit nahm auf 115 Km/h zu. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor. Die Wellen waren bis zu drei Meter hoch.

Die US-Behörden ordneten die Evakuierung der Inseln vor Florida an. Für die Florida Keys und den Bezirk Miami-Dade wurde eine Hurrikan-Warnung erlassen. Auf Kuba wurde wegen Rita der Zivilschutz alarmiert, das staatliche Radio informierte über den nahenden Wirbelsturm. Die Ölkonzerne Chevron, Shell und BP brachten einen Teil ihrer Mitarbeiter auf den Ölplattformen in der Region in Sicherheit.

Bedrohung für Texas

Das Unwetter soll den Berechnungen zufolge bis zum Wochenende in Richtung des Golfs von Mexiko ziehen, womit möglicherweise die schon von Katrina heimgesuchten Gebiete wieder betroffen sein könnten. Die Meteorologen erwarteten aber zunächst, dass Rita eher eine Bedrohung für den US-Staat Texas werden könnte. (cpm/ap)

Mehr zum Thema:  Rückkehr in die UngewissheitLinks:   Hurrikan-Zentrum der USA

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Ausland – Mittwoch, 05. Oktober 2005 -- Tages-Anzeiger Online

Rückkehr in die Ungewissheit

neworleans
Das Wasser läuft langsam ab.

 

Der Bürgermeister von New Orleans will die Bevölkerung rasch in die Stadt zurückkehren lassen. Die Gesundheitsbehörden halten dieses Vorhaben für riskant.

Ray Nagin sagt, den Menschen müsse die Chance gegeben werden, mit dem Schrecken abzuschliessen und ihr Leben wieder aufzunehmen. Der Bürgermeister will in den kommenden eineinhalb Wochen bis zu 180'000 Menschen aus Notunterkünften nach New Orleans zurückkehren lassen.

«Wir müssen den Menschen die Möglichkeit für einen neuen Anfang bieten», sagte Nagin. Zunächst sollten in den kommenden Tagen die Stadtteile Algiers, Garden District und das Vergnügungsviertel French Quarter freigegeben werden. Die städtischen Behörden geben nun jedoch kein Datum mehr für das French Quarter an, die grösste Touristenattraktion der Stadt.

«Äusserst problematisch»

Kritik an den Plänen kam vom Leiter der Hilfseinsätze im Katastrophengebiet, Vizeadmiral Thad Allen. Allen bezeichnete das Vorhaben des Bürgermeisters als «äusserst ehrgeizig» und «äusserst problematisch». Allen verwies vor allem auf bestehende Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung etwa bei der Versorgung mit sauberem und trinkbarem Wasser. Ein weitere Sorge sei das Risiko eines neuen Sturms in der Region. Dann müssten die Bewohner möglicherweise erneut ihre Häuser verlassen.

Die ersten Rückkehrer gehen in die Viertel zurück, die von den Wassermassen weitgehend verschont blieben. Etwa in den Stadtteil Algiers, jenseits des Mississippi, wo keine Dämme gebrochen sind und die Häuser ein wenig höher liegen. Hier haben schon viele Häuser wieder Trinkwasser und Strom, seit einigen Tagen funktioniert sogar das Kabelfernsehen.

Leichen im Schlamm

Doch in weiten Teilen der Stadt sind noch immmer Szenen sehen, die ihnen ihre einst so vertraute Heimatstadt unheimlich erscheinen lassen werden. Die Viertel, wo immer noch Polizisten und Soldaten mit Gewehren patroullieren. Wo Helfer weiter das Wasser abpumpen und immer wieder Leichen im Schlamm finden.

Jene Gegenden, in denen die Farbe grün verschwunden zu sein scheint, Gärten, Strassen, Mauern mit einer bräunlichen Schicht überzogen sind. Wo Bäume kreuz und quer liegen, Stromleitungen herunterhängen und sich fast jeder, der dies sehen muss, an die Explosion einer verheerenden Bombe erinnert fühlt.

Deshalb warnt der Chef der Gesundheitsbehörde von Louisiana, Jimmy Guidry, die Menschen vor der Rückkehr in solche Gebiete. «Mein Rat ist, wer nicht dahin muss, sollte nicht dahin gehen», sagt er. «Wer da rein muss, soll das kurz machen und dann wieder raus, bis alles wieder läuft dort.»

Bush: «Strahlende Dämmerung»

US-Präsident George W. Bush hat den Hurrikan-Opfern einen raschen und vollständigen Wiederaufbau versprochen. Aus den zerstörten Häusern würden neue Viertel entstehen, und «aus den Tiefen der Dunkelheit können wir über der Golfküste und der grossartigen Stadt New Orleans eine strahlende Dämmerung aufgehen sehen», sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag.

Kritik von Clinton

Sein Vorgänger Bill Clinton beklagte Versäumnisse im Umgang mit der Katastrophe. Clinton sagte dem britischen Rundfunksender BBC, die Behörden hätten zum Teil keine Vorstellung von der Lebenswirklichkeit armer Menschen im Süden der USA gehabt. Viele Bewohner hätten keine Möglichkeit gehabt, der Evakuierungsorder Folge zu leisten. Während seiner Amtszeit habe er ein Projekt zum Schutz vor Überschwemmungen im Grossraum New Orleans in Auftrag gegeben, das jedoch 2003 gestoppt worden sei - «vermutlich wegen des Iraks». (grü/ap/sda)

Mehr zum Thema
Weniger verschmutzt als befürchtet


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Ausland – Mittwoch, 05. Oktober 2005, 18.09.2005 -- Tages-Anzeiger Online

Nach 18 Tagen gerettet
In der überschwemmten Stadt New Orleans hat ein 76-Jähriger 18 Tage lang ohne Nahrung in seinem Haus ausgeharrt.

Gerald Martin wurde am Freitag von Rettungskräften entdeckt, die mit einem Boot sein noch immer überflutetes Viertel durchsuchten. Der Suchtrupp habe nicht damit gerechnet, überhaupt noch Überlebende zu finden, sagte sie. Als das Boot an einem einstöckigen Holzhaus in der Painters Street vorbeikam, habe die Gruppe plötzlich Hilferufe gehört. In der schlammverdreckten Küche des Gebäudes fanden die Rettungskräfte den geschwächten, aber geistig wachen 76-Jährigen.

Noch bis vor wenigen Tagen habe das Erdgeschoss seines Hauses komplett unter Wasser gestanden, er habe 16 Tage lang auf dem Dachboden gelebt, berichtete Martin. Das Einzige, was er bei seiner Flucht vor den steigenden Fluten auf den Dachboden mitnehmen konnte, waren rund fünfeinhalb Liter Wasser. Am Donnerstag war auch das ausgegangen.

Die Rettung kam wohl gerade noch rechtzeitig: «Ich weiss nicht, wie lange er noch ohne Wasser ausgehalten hätte», sagte J.D. Madden, ein Mitglied des Suchtrupps, der Martin aus dem noch immer von Wasser eingeschlossenen Haus befreite. Der 76-Jährige hatte sich vor der Ankunft des Hurrikans Katrina nach eigenen Angaben geweigert, sich gemeinsam mit seiner Familie in Sicherheit zu bringen, weil er in die Kirche gehen wollte. (grü/ap)

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Ausland – Mittwoch, 05. Oktober 2005, 17.09.2005 -- Tages-Anzeiger Online

Weniger verschmutzt als befürchtet

katrina
Zerstörtes Spitalzimmer in St. Bernard, Louisiana.

 

Die Wasser- und Schlammmassen in der US-Südstaatenmetropole New Orleans sind nach Angaben der Behörden weniger verseucht als befürchtet. Ausreichend Belege für eine weit verbreitete Verschmutzung des Wassers gebe es nicht.

Weite Teile der Stadt seien in Folge des Hurrikans Katrina und der anschliessenden Flut mit übel riechendem Schmutz und verunreinigtem Wasser überzogen, sagten Experten vom US-Zentrum für Krankheitsüberwachung und Prävention.

Doch die Konzentration von Krankheitserregern und Umweltgiften sei nicht so hoch wie ursprünglich angenommen. Die Lecks in Tanklagern und Pipelines seien grösstenteils geschlossen und grosse Mengen des ausgelaufenen Öls sei gesichert worden.

Die ersten Geschäftsleute kehren zurück

Insgesamt seien aus den sechs grössten Lecks schätzungsweise 160'000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) ausgelaufen. So lange die Menschen aber das Wasser nicht tränken oder darin eintauchten, gebe es keinen Anlass zu Sorge, sagte ein Behördensprecher.

Trotz aller Warnungen vor Gewalt und gefährlichen Umweltbedingungen kehren an diesem Wochenende die ersten Geschäftsleute wieder nach New Orleans zurück.

Die ersten Evakuierten trafen heute in den höher gelegenen Stadtteilen am Ufer des Mississippi ein. Wer einen Laden oder ein Restaurant im historischen Stadtteil French Quarter betreibt, darf von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends dort mit dem Aufräumen und Reinigen beginnen. Danach gilt die Nacht über eine Ausgangssperre.

Offiziell 791 Tote

In den kommenden zehn Tagen wird rund ein Drittel der 500'000 Einwohner in New Orleans zurückerwartet. Derzeit stehen nach Angaben der Behörden noch 40 Prozent des Stadtgebietes unter Wasser.

Drei Wochen nach dem verheerenden Hurrikan suchen Eltern noch nach mehr als 2050 Kinder. 760 Familien konnten wieder zusammengeführt worden. Insgesamt hat es in den drei betroffenen Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama nach offiziellen Angaben mindestens 791 Tote gegeben.

Keine Steuererhöhungen

US-Präsident George W. Bush versicherte gestern noch einmal, dass es keine finanzielle Grenze beim Wiederaufbau der vom Hurrikan verwüsteten Region geben werde. Bush schloss Steuererhöhungen zur Finanzierung aus und plädierte stattdessen für Ausgabenkürzungen.

Dagegen schlug der frühere demokratische Präsident Bill Clinton in einer CNN-Talk-Show vor, Steuergeschenke für die Reichen und Besserverdienenden aus der ersten Amtszeit von Bush rückgängig zu machen. Die Schäden in dem verwüsteten Gebiet, das so gross wie Grossbritannien ist, werden auf 200 Milliarden Dollar geschätzt. (ret/sda/ap)

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AuslandMittwoch, 05. Oktober 2005, 16.09.2005 -- Tages-Anzeiger Online

Bushs grosse Pläne nach Katrina

bush
Bush-Rede auf dem Jackson-Square im French Quarter in New Orleans.

 

US-Präsident George W. Bush hat ein gigantisches Wiederaufbauprogramm für New Orleans und eine umfassende Überprüfung der Katastrophenschutzmassnahmen für jede amerikanische Grossstadt angekündigt.

Von AP-Korrespondentin Nedra Pickler

«Es ist unmöglich, sich Amerika ohne New Orleans vorzustellen, und diese Stadt wird wieder erstehen», sagte Bush gestern Abend in einer Fernsehansprache vom French Quarter aus. Washington wolle dafür Kosten in Höhe von mindestens 200 Milliarden Dollar übernehmen.

Eingeständnis

Die Regierung sei nicht ausreichend auf Katrina und die darauf folgende Flutkatastrophe vorbereitet gewesen, sagte Bush in seiner live übertragenen Rede. Innerhalb der Behörden habe es Koordinationsprobleme gegeben, während die Bevölkerung jedoch das Recht habe, bei einer Katastrophe wie dieser effektivere Bundeshilfe zu erwarten. Er sei als Präsident «für das Problem und für seine Lösung verantwortlich», betonte Bush. «Diese Regierung wird die Lektionen aus dem Hurrikan 'Katrina' lernen.»

Die Vorbereitung auf ähnliche Tragödien müsse landesweite Priorität haben, so Bush weiter. Für alle Städte müsse es einen detaillierten und aktuellen Massnahmenkatalog geben, wie auf Naturkatastrophen, Massenevakuierungen oder Terroranschläge zu reagieren sei.

«Gesamte Nation kümmert sich um euch»

Den Hunderttausenden aus dem Katastrophengebiet evakuierten Menschen versicherte er: «Ihr müsst wissen, dass sich die gesamte Nation um euch kümmert - auf der vor euch liegenden Reise seid ihr nicht allein.» Das Ziel sei, dass alle Flüchtlinge bis Mitte Oktober ihre Notunterkünfte verlassen und mit Unterstützung der Regierung in normale Wohnungen umgesiedelt werden könnten.

Jetzt verspreche er dem amerikanischen Volk, dass seine Regierung alles tun werde, um die verwüsteten Gemeinden wieder aufzubauen, sagte der Präsident. Die Armut, die nach dem Hurrikan für alle sichtbar geworden sei, habe ihren Ursprung in einer rassistischen Diskriminierung, sagte Bush weiter. «Wir haben die Pflicht, gegen diese Armut mit kühnen Massnahmen vorzugehen.»

Nur jeder Zweite will aus Houston zurück in die Heimat

Laut einer heute veröffentlichten Umfrage der «Washington Post» wollen weniger als die Hälfte der Flüchtlinge, die in Houston im US-Staat Texas Zuflucht gefunden haben, nach New Orleans zurückkehren. Zwei Drittel derer, die sich anderswo niederlassen wollen, planen dauerhaft in der Gegend von Houston zu bleiben. Für die Erhebung wurden in der vergangenen Woche 680 Evakuierte befragt. Die Fehlerquote wurde mit vier Prozentpunkten angegeben.

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Drei-Stufen-Plan
Bush stellte in seiner Rede einen Drei-Stufen-Plan zum Wiederaufbau der weit gehend zerstörten Region im Süden der USA vor, die der Fläche Grossbritanniens entspricht.

Danach sollen Unternehmen mit einem Mix aus Steuererleichterungen, Anreizen sowie Kreditvorteilen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der vom Hurrikan verwüsteten Region ermutigt werden.

Bush stellte ausserdem Arbeitern ein Bankguthaben von 5000 US-Dollar für Aus- und Weiterbildung in Aussicht. Ausserdem sollen Arme im Zuge einer Lotterie kostenlos Bauland aus Staatsbesitz erhalten.

Ziel sei es, die Arbeiten so schnell wie möglich zu erledigen, sagte Bush. Es werde alles getan, damit die Betroffenen ihre Städte wieder aufbauen und zu ihrem normalen Leben zurückkehren könnten. Bush trat allen Zweifeln am Wiederaufbau von New Orleans entgegen.

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Ausland – Mittwoch, 05. Oktober 2005, 16.09.2005 -- Tages-Anzeiger Online

Greenpeace: Ölverseuchung schlimmer als befürchtet

Hurrikan «Katrina» hat nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace im Südosten der USA eine noch schlimmere Ölverschmutzung hinterlassen als bisher befürchtet. Dies zeigten Satellitenbilder.

Darauf seien kilometerlange Ölteppiche an havarierten Ölplattformen, leck geschlagene und überflutete Öltanklager und beschädigte Raffinerien zu sehen, wie aus einer heute veröffentlichten Greenpeace-Bilanz hervorgeht.

Dutzende Ölteppiche

Damit zeige sich das wahre Ausmass der Zerstörungen in einer Schlüsselregion der US-Ölindustrie. «Die Ölmengen, die dort das Meer vergiften, sind gigantisch», sagte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid in Hamburg.

Auf Satellitenbildern seien dutzende Ölteppiche auszumachen, die sich über eine Fläche von mehr als 18'000 Quadratkilometern ausdehnten. 58 Bohrinseln und Förderplattformen im Golf von Mexiko seien schwer beschädigt, 22 seien «nur noch Schrott».

Der laxe Umgang der Ölindustrie rächt sich

Das ergebe die Auswertung von Bildern, Kartenmaterial und Daten zur petrochemischen Industrie der Region durch Greenpeace USA. «Die Ölkonzerne waren auf diesen zerstörerischen Hurrikan nicht vorbereitet», führte Smid aus.

«Der laxe Umgang der amerikanischen Ölindustrie in Umweltfragen rächt sich nun bitter. Wenn das Wasser geht, bleibt giftiger Ölschlamm zurück.» (cpm/sda)

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Tausende Menschen demonstrieren in USA gegen Rassismus und Armut

WASHINGTON - Tausende Menschen haben in Washington gegen Rassismus und Armut demonstriert. Mit fast 3000 Bussen reisten die überwiegend schwarzen Demonstranten aus zahlreichen Bundesstaaten an, um gegen die soziale Benachteiligung der Schwarzen im eigenen Land zu protestieren.

Die Teilnehmer folgten einem Aufruf afroamerikanischer Verbände, die sechs Wochen nach dem Hurrikan "Katrina" ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Naturkatastrophe setzen wollten.

Völlig unerwartet hatte der Hurrikan die US-Bevölkerung mit dem Elend konfrontiert, in dem viele schwarze US-Bürger leben. Die meisten "Katrina"-Opfer waren Schwarze, die wegen des fehlenden Geldes nicht vor den Überschwemmungen hatten fliehen können.

Die Kundgebung auf den Rasenflächen vor der Mall begann am Morgen mit Trommelwirbeln, Gesängen und Gebeten. Auf den Stufen des Kapitols ergriffen Dutzende prominente Redner das Wort und verurteilten den anhaltenden Rassismus und die Armut in den USA.

"Wir demonstrieren, weil es immer noch einen Graben zwischen zwei Amerikas gibt", sagte der Politiker und Bürgerrechtler Jesse Jackson. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2000 sind 12,9 Prozent der US-Bürger Afroamerikaner.

Publiziert von 20min am 16. Oktober 2005