Weihnachtsbotschaft

von

Michael George

    Steyr, 22.12.05      michael.kap@web.de

RUNDBRIEF

Liebe Lichtfreunde,

diesen letzten Rundbrief vor den Feiertagen möchte ich zunächst nutzen, um mich herzlich für die zahlreichen Weihnachtsgrüsse zu bedanken, die in diesen Tagen bei mir eintreffen. Auch ich wünsche allen Lesern ein schönes und har-monisches Weihnachtsfest, wobei ich besonders auf den eigentlichen Anlass dieses Festes hinweisen möchte, der allzu leicht vom hektischen Getriebe der letzten Suche nach Geschenken, neuem Baum-schmuck und passenden Weih-nachtskarten oder von den Vorbereitungen auf angesagte Familienbesuche überdeckt wird.

Obgleich Jesus Christus im August von Maria zur Welt gebracht wurde, hat die
lange Tradition des Weihnachtsfestes am 24. Dezember eine eigene Heilige Wesenheit erschaffen: den Geist der Weihnacht. Dieser Geist der Weihnacht ist ein Geist des Friedens und der Liebe, und wenn wir aus unserem Herzen seine Essenz stärken, so tun wir das kraft unserer innewohnenden Göttlichkeit. In diesem Sinne möchte ich allen Lesern einen wunderschönen Text widmen - einen Auszug aus der Antrittsrede von Nelson Mandela:

"Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir der Sache nicht gewachsen sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich mächtig sind. Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit. Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich leuchtend, hinreissend, begnadet und phantastisch sein darf? Wer bist Du denn, dass Du dies nicht sein darfst? Du bist ein Kind Gottes. Wenn Du Dich klein machst, dient das nicht der Welt. Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn Du Dich einkringelst, damit andere um Dich herum sich nicht verunsichert fühlen brauchen. Du wurdest geboren, um die Ehre Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.  Sie ist nicht nur in einigen von uns - sie ist in jedem Menschen. Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen, geben wir unbewusst den anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir uns von unserer Angst befreit haben, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien."

Und hier eine kleine Geschichte, die uns lehrt, wie einfach es ist, in unserem Nächsten niemand anderen als Gott zu erkennen:

Mit Gott zu Mittag gegessen ...

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er
ahnte, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, sehr lang sein musste.
Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren
Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine
alte Frau, die auf einer Bank sass und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach
Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen
Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen
Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte
ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Schokolade und lächelte ihn an. Und es war ein
wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal
sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor. Der
kleine Junge war selig.

Die beiden sassen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, assen
Schokoriegel und tranken Cola. Doch sie sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, dass müde er wurde, und er beschloss,
zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte
sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte:
"Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?"

Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und
sie hat ein wundervolles Lächeln!"

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie
wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er ist viel
jünger, als ich gedacht habe."

Lichtgrüsse sendet Euch

Michael George

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