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Eine
Firma von Gesetzesbrechern
Stellen Sie sich vor,
für eine Firma zu arbeiten, die etwas mehr als 500 Angestellte mit folgender
Statistik hat:
- 29 sind angeklagt
wegen Vergewaltigung in der Ehe
- 7 sind wegen Betrugs eingesperrt
- 19 sind angeklagt wegen der Ausstellung ungedeckter Schecks
- 117 sind direkt oder indirekt in mindestens zwei Fällen bankrott gegangen
- 71 erhalten keine Kreditkarte wegen überzogener Konten
- 14 sitzen wegen Drogen-Delikten in Untersuchungshaft
- 8 sitzen hinter Gittern wegen Ladendiebstahl
- 21 sind gegenwärtig in Gerichtsverfahren angeklagt
- 84 wurden im vergangenen Jahr wegen Trunkenheit am Steuer eingesperrt
- 1 (nur einer?) bekennt sich der Steuerhinterziehung, Betrug und
Bestechung... (siehe unten)
Welche Firma, glauben
Sie, ist das?
Das sind die 535
Mitglieder des US-Kongresses. Dieselben, die alljährlich Hunderte neuer
Gesetze verabschieden, um uns unter Kontrolle zu halten.
> Diese
Info wurde mir von Eva-Maria
Oeser mitgeteilt. Danke Eva-Maria!
Näheres unter:
http://sunriseofthesolardisk.com
Hier gerade die passenden
Nachrichtenmeldungen vom 4. Januar 2006:
US-Lobbyist Abramoff bekennt sich schuldig
WASHINGTON - Elf Monate vor den
Kongresswahlen in den USA droht dem Parlament einer der grössten Skandale
seit Jahrzehnten: Der US-Lobbyist Jack Abramoff bekannte sich schuldig und
will gegen zahlreiche Abgeordnete aussagen.
Abramoff gab vor Gericht unter
anderem Steuerhinterziehung, Betrug und Bestechung zu. Damit hofft er, dass
die drohende Strafe von 30 Jahren auf ein Drittel verkürzt wird.
Im Rahmen der Vereinbarung zum
Schuldeingeständnis erklärte sich Abramoff zudem bereit, min-destens 25 Mio.
Dollar (32 Mio. Franken) an Entschädigung zu bezahlen. Vor Gericht sagte er,
er bedaure seine Fehler und entschuldigte sich für den entstandenen Schaden.
Der 46-jährige Abramoff und seine
Mitarbeiter sollen laut der Staatsanwaltschaft US-Politiker mit Geld,
Geschenken, Essen und Reisen bestochen haben. Mit Millionenbeträgen vertrat
der ein-flussreiche Abramoff über Jahre hinweg in Washington die Interessen
seiner Klienten.
"Wie von Abramoff eingeräumt,
hatten seine Gaben häufig die offizielle Einflussnahme zur Folge, die er
erzielen wollte", sagte ein Staatsanwalt vor der Presse nach Abramoffs
Schuldgeständnis vor einem Bundesgericht in Washington.
Laut Anklage finanzierte er zu
Anfang seinen Erfolg teilweise mit unterschlagenen Kundengeldern. Demnach
zweigte er 1997 mehrere dutzend Mio. Dollar ab, die ihm Indianerstämme für Dienstleistungen gezahlt hatten, die er aber nur zum Teil erbrachte. Einen
Teil des Geldes nutzte er zu privaten Zwecken.
Nach Medienberichten hat die
Staatsanwaltschaft bis zu 20 Kongressmitglieder im Visier. Nach Angaben des
unabhängigen Forschungszentrums Center for Responsive Politics profitierten
seit 1999 etwa 300 Abgeordnete von Abramoffs finanziellen Zuwendungen.
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Abramoff gesteht und kündigt Enthüllungen an
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US-Lobbyist Jack Abramoff |
In
einem der grössten Korruptionsskandale der USA hat sich der einflussreiche
Lobbyist Jack Abramoff in einem zweiten Gerichtsverfahren schuldig bekannt.
Er gab am Mittwoch vor einem Gericht in Miami zu, eine Geldüber-weisung in
Höhe von umgerechnet 19 Millionen Euro ge-fälscht zu haben, um an einen
Bankkredit zur Finanzie-rung von Casino-Schiffen zu gelangen.
Abhöraffäre: Bushs Methoden im Anti-Terrorkampf
Peinliche
Enthüllungen
Elf Monate vor den Teilwahlen zum US-Kongress drohen nun mehreren
Abgeordneten, vor allem von Bushs Republikanern, peinliche Enthüllungen. Die
Staatsanwaltschaft will neue Ermittlungen gegen Politiker und Beamte
aufnehmen, die mit Abramoff zusammenarbeiteten. Der Lobbyist ver-trat in
Washington über Jahre hinweg mit Millionenbeträgen die Interessen seiner
Klienten, vor allem die von Indianern, die in ihren Reservaten Spielcasinos
errichtet haben oder solche planten. Nach seinem Schuldgeständnis hat er
sich als Kronzeuge angeboten und im Gegenzug für ein geringeres Strafmass
umfangreiche Aussagen angekündigt.
Bestechung im
Repräsentantenhaus
Bei der Affäre geht es um unerlaubte Zuwendungen an prominente Abgeordnete,
darunter Geld-beträge, Reisen, opulente Abendessen oder Karten für
Sportveranstaltungen. Insbesondere der frühere republikanische
Fraktionsvorsitzende im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, gegen den wegen
dubioser Geschäfte und fragwürdiger Spendenpraktiken ermittelt wird, soll
enge Bezieh-ungen zu Abramoff gehabt haben. DeLay gilt als enger politischer
Freund von Präsident Bush.
"Empörend und
inakzeptabel"
Das Weisse Haus distanzierte sich allerdings deutlich von Abramoff.
"Empörend und inakzeptabel" nannte der Sprecher des Weissen Hauses, Scott
McClellan, die zugegebenen Gesetzesverstösse des Lobbyisten. Die Vergehen
müssten angemessen geahndet werden. Die Republikaner gaben am Mittwoch eine
Wahlkampfspende Abramoffs in Höhe von 6000 US-Dollar zurück.
Lobbyisten-Register gefordert
Der Skandal in den USA schlug auch in Deutschland Wellen. Die Organisation
Transparency Inter-national forderte für Deutschland die Einführung eines
Lobbyisten-Registers gefordert. Lobbyis-mus sei zwar "an und für sich nichts
Schlechtes", sagte die Geschäftsführerin von Transparency International
Deutschland, Dagmar Schröder, der "Thüringer Allgemeinen". Allerdings müsse
für jeden Bürger nachvollziehbar sein, was in diesem Bereich geschehe.
Modell
Abramoff auch in Deutschland denkbar
Der Politikwissenschaftler und Lobbyismusforscher Ulrich von Alemann
unterstützte die Forderung von Transparency. Was Abramoff getan habe, sei
"sicher auch in Deutschland möglich", sagte Alemann. Geldwerte Leistungen
gebe es "in Deutschland en masse, das ist oft auch nichts ande-res als
Bestechung, gerade im Gesundheitsbereich". Alemann forderte, das Delikt der
Abgeordne-ten-Bestechung müsse in Deutschland "viel stärker juristisch
gefasst" werden.
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Ausland – Donnerstag, 05. Januar 2006
- Tages-Anzeiger Online
Zweites Geständnis von Abramoff
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Jack Abramoff |
Der US-Lobbyist Jack Abramoff hat sich in einem
weiteren Betrugsverfahren schuldig bekannt. Der 46-Jährige räumte vor
einem Gericht in Miami im US-Bundesstaat Florida ein, sich Kredite mit
gefälschten Dokumenten erschlichen zu haben.
Mit dem Darlehen über rund 60 Millionen Dollar kaufte er sich nach
eigenen Angaben eine Flotte von Casino-Schiffen in Florida. Abramoff
erklärte sich bereit, bei den laufenden Ermittlungen mit der Justiz
zusammenzuarbeiten.
Durch
die Zusage der umfassenden Kooperation droht ihm nur noch eine
Haftstrafe von bis zu sechs Jahren, etwa fünfmal weniger als bisher. Am
Dienstag hatte sich Abramoff bereits vor einem Gericht |
in Washington wegen
Steuerhinterziehung, Betrugs und Bestechung schuldig bekannt und sich zur
Aussage gegen zahlreiche Abgeordnete bereit erklärt.
Parlaments-Skandal droht
Laut
der Anklage in diesem Fall hat Abramoff Politiker mit Geld, Essen und Reisen
bestochen, um bestimmte politische Ziele durchzusetzen. Dafür drohte dem
Geschäftsmann eine 30-jährige Haftstrafe. Durch die Zusammenarbeit mit der
Staatsanwaltschaft wird sie sich diese nun auf neun bis elf Jahre
reduzieren.
Im
Gegenzug zahlt Abramoff 26,7 Millionen Dollar Strafe. Dem Parlament droht
durch den Fall elf Monate vor den Kongresswahlen in den USA einer der
grössten Skandale seit Jahrzehnten. (mu/sda)
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