Den USA droht jetzt allseitig
ein totaler Ölboykott

Montag, 6. Februar 2006

Venezuela droht mit Stopp der Öl-Lieferungen an die USA

CARACAS - Venezuela hat im neu entfachten Streit mit den USA mit einem Stopp der Erdöllieferungen gedroht. Wenn Washington einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen beschliessen sollte, werde Venezuela das bisher an die USA verkaufte Öl an andere Länder liefern.

"Ständig kommen Länder zu uns, die unser Erdöl kaufen wollen. Länder wie China, Indien, Länder aus Europa und auch aus Amerika wollen unser Erdöl kaufen", sagte Staatspräsident Hugo Chávez am späten Samstagabend (Ortszeit) in Caracas.

"Warten wir ab, auf welchen Preis dann das Benzin (in den USA) steigt." Der venezolanische Präsident wies darauf hin, dass sein Land 1,5 Millionen Barrel pro Tag an die USA liefert. Venezuela ist der drittgrösste Öl-Lieferant der USA.

Der Linksnationalist drohte auch mit einer Schliessung der venezolanischen Raffinerien in den USA. Die US-Filiale der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft "Petróleos de Venezuela", Citgo, hat acht Raffinerien und etwa 14’000 Tankstellen in den Vereinigten Staaten.

Die seit Jahren getrübten Beziehungen zwischen den Regierungen von Chávez und US-Präsident George W. Bush hatten sich diese Woche weiter verschlechtert, nachdem Venezuela einen US-Militärattaché unter dem Vorwurf der Spionage ausgewiesen hatte. Die USA reagierten mit der Ausweisung einer venezolanischen Diplomatin.

 

< zurück 

> nächste Seite