Die Demontage von Bush und Blair

Unbeliebt wie nie - Bush in dramatischem Umfragetief

Steyr, 10.5.06

RUNDBRIEF

Liebe Lichtfreunde,

da hat in den USA einer eine Lunte gezündet, die nicht so leicht ausgetreten werden kann. Morgan Reynolds, von 2001 bis 2002 leitender Wirtschaftsfachmann im Arbeitsministerium der Bush-Regierung, beschuldigte kürzlich auf einer Veranstaltung der Wisconsin Historical Society George W. Bush, Richard Cheney, den ehemaligen Stabschef Richard Meyers sowie den damaligen Betreiber des World Trade Center, Larry Silverstein, und andere des Massenmordes, der Verschwörung und anderer Verbrechen, einschliesslich des Hochverrats – womit er nichts anderes meinte als die katastrophalen Anschläge vom 11. September 2001.

Wie Spiegel online am 10. Mai meldete, sinkt Bushs Ansehen in der amerikanischen Öffentlichkeit weiter: „Nur noch 13 Prozent der landesweit 1241 Befragten sind mit Bushs Umgang mit den steigenden Ölpreisen zufrieden. Nur noch ein Viertel der Amerikaner billigen seine Politik im Umgang mit den Millionen Immigranten in den USA. Die Umfrage zeigt auch, wie dramatisch die Zustimmung zum Militäreinsatz im Irak gesunken ist: Die Frage, ob der Krieg die richtige Entscheidung war, sank auf nur noch 39 Prozent - im Vergleich zu 47 Prozent im Januar.

Zwei Drittel der vom 4. bis zum 8. Mai befragten Personen haben nur ein geringes oder gar kein Vertrauen mehr, dass Bush den Einsatz im Zweistromland erfolgreich beenden kann. Mehr als 70 Prozent machen den Irak-Krieg zudem für den Anstieg des Ölpreises verantwortlich. 71 Prozent glauben, dass die Ölfördergesellschaften von den hohen Preisen profitieren - und eine Mehrheit glaubt, dass die Erdölmultis den regierenden Republikanern näher als den Demokraten stehen" (www.spiegel.de).

Generell liegt die Zustimmung zur Politik Bushs jetzt bei 31 Prozent – dies ist laut „New York Times" der drittschlechteste Wert aller US-Präsidenten seit fünfzig Jahren. Nur Richard Nixon und Jimmy Carter lagen noch weiter unten.

Am gleichen Tag meldete Spiegel online, dass laut „Daily Telegraph" nur noch 26 Prozent der befragten Briten mit Blairs Arbeit zufrieden seien. Und ein Kommentar des „Spiegel"-Journalisten Matthias Matussek liest sich wie ein Abgesang auf das unheilige Duo Bush-Blair. Unter der Überschrift „Bye-bye, Schaumschläger!" schreibt Matussek: „Die Kommentatoren vergleichen Downing Street mit dem ‚Führerbunker’. Und Blair mit Hitler in seinen letzten Tagen. Nun opfert Blair seine letzten Getreuen, Jack Straw oder Charles Clarke und andere Sündenböcke, retten wird es ihn nicht. Wenn britische Kommentatoren in Nazi-Metaphern schwelgen, sind sie auf Betriebstemperatur. Dann wird ernsthaft geschossen." Und: „Die Demontage von Blair und George W. Bush, den beiden grossen Schaumschlägern auf der Weltbühne, könnte bedeuten, dass Politik global wieder seriöser betrieben wird."

Lichtgrüsse sendet Euch

Michael George

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