|
Der Besuch: 12’500 Polizisten sollen Bush schützen (wirklich? tst)
> Ich empfehle allen 698
Leserinnen und Lesern dieser Seite, genauestens hinzuhören und hinzusehen,
was die "Mainstream-Medien" heute 12. und morgen 13. Juli im Zusammenhang
<<<<<< O >>>>>> Presseinformation am 11. Juli 2006 (Hervorhebungen von tst) Offene Fenster sind verboten, Gullydeckel (Dohlendeckel) wurden verschweisst, mehr als 12’500 Polizisten im Einsatz: Mit einem noch nie da gewesenen Sicherheitsaufwand will Mecklenburg-Vorpommern einen Anschlag auf George W. Bush verhindern. Der US-Präsident wird Kanzlerin Angela Merkel dort besuchen. Stralsund - Polizei-Einsatzleiter Knut Abramowski wählte heute in Stralsund drastische Worte. "Mit einem Anschlag ist zu rechnen." Immerhin sei Bush die meistgefährdete Person der Welt. Abramowski sprach vom grössten Polizeieinsatz in der Geschichte des Landes. "Die Sicherheit ist gewährleistet", betonte aber Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Bush wird am Mittwochabend gegen 21.45 Uhr in Rostock-Laage landen und von Ministerpräsident Harald Ringsdorff (SPD) begrüsst. Das eigentliche Besuchsprogramm findet dann am Donnerstag in Stralsund statt, wo Merkel und Bush bei mehreren Treffen die internationalen Streitthemen besprechen wollen. Der US-Präsident wird auch das Dorf Trinwillershagen besuchen. Dort will Merkel Bush am Abend bei Wildschwein am Spiess mit einigen Bürgern zusammenbringen. Im Ostseebad Heiligendamm wird Bush übernachten. Am Freitag reist er zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, bevor er am G8-Gipfel in St. Petersburg teilnimmt. Für den Besuch werden weite Teile Stralsunds und der anderen Aufenthaltsorte Bushs abgesperrt. Bis morgen Abend müssen sämtliche Autos aus einer Sicherheitszone im Stadtkern entfernt werden, auch aus Höfen und Garagen. Die ganze Innenstadt wird am Donnerstag für den Autoverkehr gesperrt. Die Anwohner der Fahrstrecke Bushs und der Orte, die er besucht, müssen von morgens bis nach seiner Abreise die Fenster schliessen. Beim Auftritt Bushs und Merkels auf dem Alten Markt gelten schärfste Kontrollen für die Zuschauer. Die Polizei verschweisste über tausend Gullydeckel aus Sorge vor Anschlägen aus dem Untergrund. Bushs Hotel in Heiligendamm wird weiträumig gesperrt, um das Gelände wird ein Sicherheitszaun gebaut. Der dreistufige Zaun wird laut Polizei 1300 Meter lang sein. Vor der Küste liegt ein Schiff der US-Marine, das den Besuch mit den deutschen Stellen von der Seeseite schützen soll. Auch zur Luftüberwachung werden zu deutschen Flugzeugen auch amerikanische Kampfflugzeuge eingesetzt. Der Präsident wird sich in eigens eingeflogenen Panzerlimousinen oder im Hubschrauber bewegen. Die Polizei setzt nach eigenen Angaben 12’500 Beamte ein. Mehrere tausend Demo-Gegner erwartet Wegen der Sicherheitsanforderungen machte die Stadt Stralsund den Bush-Kritikern für ihre Demonstrationen Auflagen, um die vor den Verwaltungsgerichten gestritten wurde. Ein Bündnis von Bush-Gegnern erwartet mehrere tausend Teilnehmer an zwei Demonstrationszügen am Donnerstag. Die Stadt untersagte ihnen eine Marschroute, die teilweise durch die Altstadt führt. Nach Angaben des Protestkoordinators Monty Schädel wurde diese Auflage am Dienstag vom Verwaltungsgericht Greifswald in erster Instanz bestätigt. Das Aktionsbündnis, bei dem die Deutsche Friedensgesellschaft federführend ist, werde gegen diese Entscheidung vermutlich die nächste Instanz anrufen. "Sie schränkt unser Demonstrationsrecht zu sehr ein", sagte Schädel. Die Kundgebung steht unter dem Motto: "Not welcome, Mr. President - Kriege beenden, Kriegsplanungen stoppen!" Im Aufruf werfen die Organisatoren Bush vor, er wolle den angreifen. Ausserdem fordern sie den "Abzug der Besatzungstruppen aus Irak und Afghanistan", ein Ende der deutschen Unterstützung für den "Kriegskurs der USA" und die Bestrafung der Verantwortlichen für die Folter und Misshandlung von Gefangenen. Zu der Kundgebung ruft neben zahlreichen Protestgruppen auch die "Linke/PDS" auf. Nach Angaben eines PDS-Sprechers wird der Umweltminister von (?) und Vize-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Methling, zum Auftakt der Kundgebung eine Rede halten. Zwei der drei PDS-Landesminister würden an der Kundgebung teilnehmen. als/dpa/Reuters <<<<<< O >>>>>> Meine Bemerkungen zum heutigen Tag des 12.Juli mit möglicherweise dramatischen Folgen:
„Wie
mit solchen gigantischen Massnahmen ein Attentat auf Bush vermieden werden
könnte...! - <<<<<< O >>>>>> < zurück zur Seite: "Not welcome, Mister President!" <<<<<< O >>>>>> Stralsund vor dem Bush-Besuch Quelle: tagesschau.de 13.7.2006 Gebremste Vorfreude auf den StaatsgastFür US-Präsident Bush war es vermutlich eine ruhige Nacht in Heiligendamm, wo er samt Stab nach seiner Ankunft in Rostock übernachtet hat. Heute reist er weiter nach Stralsund. Er folgt einer Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihren Wahlkreis. Auch dort sind umfangreiche Vorbereitungen getroffen worden, damit sich der Gast wohl und sicher fühlen kann. Die Belastungen für Einwohner und Staatskasse trüben allerdings die Vorfreude. Von Christian Radler, tagesschau.de, zurzeit in Stralsund Kurz vor 18 Uhr am Vorabend des Bush-Besuchs: Das erste, was in der historischen Altstadt von Stralsund auffällt, sind die fehlenden Autos. Die meisten Autobesitzer haben ihre Fahrzeuge fristgerecht auf Felder und Parkplätze vor der Stadt gebracht. Den Rest holen sich die Abschleppdienste, die die Polizei in Flottenstärke bereithält. Geschäfte und Büros müssen am Donnerstag bis 16.00 Uhr geschlossen bleiben. Nicht einmal die Fenster dürfen die Einwohner der Altstadt tagsüber öffnen, an einem warmen Sommertag könnte das problematisch werden. Der Computerhändler Matthias Fleck muss seinen Laden zwischen Stadtmauer und Hafen zwei Stunden früher schliessen, um seinen Transporter noch aus der gesperrten Zone zu bringen. Gegen den Staatsbesuch in Stralsund habe er nichts, sagt er. Aber dass das Geschäft am Donnerstag geschlossen bleibe, sei problematisch. "Meinen beiden Angestellten musste ich Zwangsurlaub geben. Die Stadt will sich für die Einnahmeausfälle mit einem verkaufsoffenen Sonntag revanchieren. Ich glaube nicht, dass mir das was bringt." Die Gastronomie darbtHeinz Miranowitsch wird für eine Nacht aus seiner Wohnung in der Sperrzone aus- und bei Freunden einziehen. Er arbeitet bei einem Schlüsselnotdienst, heute Nacht hat er Bereitschaft. "Mit meinem Passierschein komme ich zwar aus der Innenstadt heraus und später wieder hinein. Aber mein Auto müsste ich wer weiss wo parken." Glücklichster Stralsunder…: … ist heute Bürgermeister Harald Lastovka, für den ein gelungener Bush-Besuch nach eigenen Worten den Höhepunkt seiner Laufbahn darstellt. Der CDU-Politiker erliess ein Demonstrationsverbot in der Innenstadt, damit der Besuch ein voller Erfolg wird. Dafür entschuldigte er sich bereits bei seinen Bürgern. Die wenigen Gaststätten, die trotz der Sondersituation geöffnet sind, haben nur wenige Gäste. Auch in der "Coconut Erlebnisbar" sitzen gerade einmal fünf Menschen. "Natürlich ist hier normalerweise mehr los", gibt die Bedienung an. "Aber bei denen da draussen hat keiner Lust, auszugehen." Kästchen versiegelnDie da, das sind die Polizisten. Sie sind als letzte mit Autos in den ansonsten recht leeren Gassen und Strassen in diesem Teil Stralsunds unterwegs. Die Beamten kontrollieren die Siegel an Gullys und Briefkästen. "Routine", sagt einer von ihnen in breitestem Schwäbisch. "Wir müssen sehen, was in den Kästchen ist, bevor wir sie versiegeln." Im Zweifel brechen die Beamten die Briefkästen auf. Das sei aber heute noch nicht nötig gewesen, sagen sie. Polizei im Hotel: Für Mecklenburg-Vorpommern ist es der grösste Polizeieinatz seiner Geschichte. Rund 12.000 Polizeibeamte sollen während dem Besuch für Sicherheit sorgen, die meisten kommen aus anderen Bundesländern. Das Problem: Es gab keine Hallen, in denen diese Beamten schlafen konnten. So wurden viele in Hotels einquartiert. Auf dem Alten Markt haben sich ein paar Menschen versammelt und schauen den Bühnenarbeitern zu, die letzte Hand anlegen, damit beim Empfang Bushs die Kulisse stimmt. Die Spaziergänger Iris und Detlef Arbeiter sind ein bisschen fassungslos über den Aufwand, der wegen des Besuchs getrieben wird. "Dass Herr Bush nach Stralsund kommt, wussten wir sehr früh. Über die Kosten hat man uns aber erst spät informiert", sagt Detlef Arbeiter. "Wir hoffen jetzt, dass Stralsund wenigstens so positiv rüberkommt, dass mehr Touristen kommen." Alle Fahnen hängenKurz vor 20 Uhr: Im Rathaus eilen Bundesbeamte durch die Gänge, die mit ihren Suchhunden alles auf Sprengstoff kontrollieren. In die Räume kommen jetzt ausser den Beamten nur noch Steffen Ditrich und Jürgen Janek. Die beiden Bühnenarbeiter ziehen liebevoll und ein bisschen ehrfürchtig sämtliche Fahnen im Rathaus auf, als letztes ein Sternenbanner in dem Raum, in dem sich Bush in das Goldene Buch eintragen soll. "Solange kein Wind weht, sieht das Teil immer Klasse aus", meint Ditrich und zupft an der US-Flagge herum. "So, jetzt kann der Gast kommen". Wer bezahlt?: Unklar ist, wie viel der Besuch des US-Präsidenten kosten wird. Die Angaben schwanken zwischen 13 und 20 Millionen Euro, zwölf Millionen soll allein die Absicherung verschlingen. Auch die Frage, ob Mecklenburg-Vorpommern das Geld allein aufbringt, oder ob der Bund einspringt, ist momentan noch offen. Schlag 22 Uhr tritt die bisher höchste Sicherheitsstufe rund um den Bush-Besuch in Kraft: Die Polizei riegelt die Altstadt jetzt komplett ab. Durch kommt nur noch, wer einen Passierschein vorzuweisen hat. Auf jeden Passanten kommen Dutzende Polizisten, die in der ansonsten wie ausgestorben wirkenden Stadt Streife gehen. Linkspartei will demonstrieren, Ringstorff schmolltAm Abend liess das zuständige Gericht immerhin eine Demonstrations-Route von Bush-Gegnern zu, die zwar immer noch nicht durch die Altstadt führt, dafür aber doch näher am Geschehen ist. An der Demo wollen auch zwei Landesminister der Linkspartei teilnehmen. Sie unterstützen das Motto der Kundgebung "Not Welcome, Mr. President". Ganz so drastisch hält es der Koalitionspartner der Linkspartei, Landesvater Harald Ringstorff, zwar nicht, doch der SPD-Mann ist auch nicht voller Enthusiasmus. Das mag auch an der ungeklärten Finanzierung des Staatsbesuchs liegen (Siehe Infobox).Die Einladung zur Grillparty in Trinwillershagen mit dem Ehepaar Bush, Merkel und ausgesuchten CDU-Mitgliedern nahm Ringstorff nicht an, offiziell wegen Terminproblemen. Inoffiziell dürfte es aber auch ein Protest gegen die Wahlkampfhilfe von Gastgeberin Merkel für ihren CDU-Landesverband gewesen sein. <<<<<< O >>>>>> Die teuerste Grillparty der Welt 12. Juli 2006 Heute kommt George W. Bush zu seinem bisher längsten Deutschlandbesuch. Beim Grillen ohne Krawattenzwang will der US-Präsident von Angela Merkel Anekdoten aus der DDR hören.
Sein Konvoi fuhr durch menschenleere Strassen - eine Erfahrung, die der Präsident angeblich nicht noch einmal machen möchte. Deshalb ist in Stralsund nun "auch die Bevölkerung dabei", wie man es gestern in deutschen Regierungskreisen ausdrückte. Die amerikanische Seite habe sich ausdrücklich "Bürgernähe" gewünscht. Tausend Zuschauer dürfen die Begrüssungsreden auf dem Alten Markt in der Hansestadt verfolgen. Ausgewählt wurden sie von den Rathäusern und Landratsämtern der Umgebung. Auch Bewerbungen von einzelnen Bürgern waren eingegangen. Rund 50 handverlesene Gäste sind zum Grillabend mit Bush und Merkel im 30 Kilometer entfernten Trinwillershagen geladen. Auch Ministerpräsident Harald Ringstorff sei "vielfach mit von der Partie", hiess es in Berlin. Der SPD-Politiker hatte die Vorbereitungen kritisiert. Wenn Bush heute abend von Ringstorff auf dem Flughafen Rostock empfangen wird, fährt er direkt ins Hotel nach Heiligendamm. Das Programm beginnt erst morgen in Stralsund, bevor der US-Präsident am Freitagmorgen nach St. Petersburg zum G8-Gipfel weiterfliegt. "Bewusst locker" Beim dritten Treffen von Merkel und Bush soll es vor allem um eine Vertiefung der persönlichen Basis gehen. Dann telefoniere es sich hinterher leichter, hiess es gestern in Berlin. Unbestrittenes Highlight ist daher der Grillabend, bei dem die Etikette "bewusst locker" gehalten werden sollen. So wie es als Ehre gilt, auf Bushs Ranch im texanischen Crawford eingeladen zu werden, soll die Landpartie im Wilden Osten eine besondere Freundschaftsgeste sein. Je rustikaler, desto vertrauensbildender, dieser Maxime der Staatsmänner folgt nun auch Merkel. Zum Essen gibt es eine 30 Kilo schwere Wildsau sowie gegrillten Hirsch und Ente. Die Idee für Bushs ersten Besuch in Ostdeutschland war beim Abendessen der beiden Regierungschefs im Januar in Washington entstanden. Bush fragte Merkel über das Leben in der DDR aus, sie lud ihn kurzerhand in ihren Wahlkreis Stralsund-Nordvorpommern-Rügen ein. Bush freue sich auf die "politische Heimat" der Kanzlerin, hiess es gestern in Berlin. Dass die Wahl ausgerechnet auf Trinwillershagen fiel, liegt daran, dass die Kanzlerin sich wohlwollend an eine Grillparty erinnert, die ihr hier im Wahlkampf bereitet worden war. Trinwillershagen dürfte Bushs neues DDR-Faible befriedigen. Schon die SED-Führung führte Staatsgäste in die damalige Muster-LPG "Rotes Banner". Wenn man mit Bürgermeister Klaus-Dieter Tahn spricht, dann schwärmt er von dem einstigen Vorzeigedorf des Sozialismus wie von einer grossen Liebe. Wunderbar ist so ein Wort, das er gern benutzt: der wunderbare Kindergarten, die wunderbaren Gehwege, der wunderbare Sportverein. Was man nicht alles habe in Trinwillershagen, ein Einkaufszentrum, eine Sparkasse, einen Friseursalon, zwei Gärtnereien, drei Ärzte, sieben landwirtschaftliche Betriebe, "ich will nichts vergessen", sagt der parteilose Bürgermeister. Wahrscheinlich könnte er auch zu jedem Einwohner eine kleine Geschichte erzählen. Knapp 770 Menschen wohnen in Trinwillershagen, das alle nur kurz "Trin" nennen, die gesamte Gemeinde mit drei weiteren Orten hat rund 1400 Einwohner. "Es ist ländlich hier", sagt Tahn, der dem US-Präsidenten seinen Ort gern ausführlich präsentieren würde. Aber er weiss nicht, ob etwas daraus wird, "im Moment weiss ich ja noch nicht mal, wann es genau losgeht". "Bush brauchen wir nicht" Luftsprünge macht allerdings kaum ein Dörfler. "Bush brauchen wir nicht", sagt eine Rentnerin. Sogar der Gastwirt Olaf Micheel, der morgen Grillmeister spielen darf, ist auffällig zurückhaltend, wenn er über den prominenten Besuch spricht. Natürlich sei es eine "einmalige Chance" für das Dorf, das sich nun der ganzen Welt präsentieren könne. Er sagt aber auch: "Ich empfange unsere Kanzlerin und ihren Gast". Von der Kanzlerin spricht er dabei voller Anerkennung, "Frau Dr. Merkel" nennt er sie. Über Bush sagt Micheel wenig, nur so viel: Man müsse nicht mit allem einverstanden sein, um ihn zu empfangen. Es ist nicht überraschend, dass der US-Präsident, der den Irakkrieg und das Gefangenenlager Guantanamo zu verantworten hat, in Deutschland ein umstrittener Gast ist. Aber vermutlich hätte sich Merkel kaum einen Landstrich aussuchen können, in dem die Vorbehalte gegen Bush grösser sind als in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1998 regiert in dem Bundesland eine Koalition aus SPD und Linkspartei.PDS. Beide Parteien haben in der Vergangenheit deutliche Kritik am Kurs der Bush-Administration geübt. Die Sozialisten wettern seit Wochen gegen den Bush-Besuch und unterstützen Proteste, die das Motto "Not welcome, Mr. President" tragen. Dies führt jetzt zu einer bizarren Situation: Während Ringstorff den US-Präsidenten am Flughafen begrüsst, wird sein Stellvertreter, Umweltminister Harald Methling von der Linkspartei, auf einer Anti-Bush-Kundgebung sprechen. Trotz der Umleitung der Demonstrationszüge wird Bush der Kritik kaum entgehen. So will der Pastor der Nikolaikirche in Stralsund dem Präsidenten bei der Besichtigung erklären, dass der Altar ein Mahnmal gegen den Krieg sei. Und auch der Bürgermeister von Trinwillershagen will den hohen Gast vorsichtig darauf hinweisen, dass man die Probleme der Welt nicht mit Krieg lösen kann. "Zu Gast bei Feinden", spottete die "taz" bereits. Bush wird die Hinweise über sich ergehen lassen, so wie die meisten Anwohner den Ausnahmezustand hinnehmen. Er weiss inzwischen, wie die Deutschen ticken. Als ob er die Demonstranten ärgern wollte, ist dies sein bisher längster Deutschlandbesuch. Das erste Mal blieb er 19 Stunden in Berlin, das zweite Mal verliess er Mainz nach nur achteinhalb Stunden in Mainz. Diesmal bleibt er 36 Stunden - inklusive zwei Übernachtungen an der Ostsee im Luxushotel von Heiligendamm. Gespräche über Iran und G8 Bushs neues Interesse an Deutschland ist nicht allein Angela Merkel geschuldet, mit der er ein vertraulicheres Verhältnis pflegt als mit Gerhard Schröder. Es liegt vor allem an seiner innenpolitischen Schwäche, die ihn stärker nach Verbündeten im Ausland suchen lässt. Der Atomstreit mit Iran wird im Zentrum der Gespräche stehen. Auch sucht Bush in Merkel eine Alliierte und fachkundige Beraterin für den am Wochenende bevorstehenden G8-Gipfel in St. Petersburg. Es werde nicht nur gegrillt, sondern auch "sehr intensiv" an der internationalen Agenda gearbeitet, wurde in Regierungskreisen gestern betont. Schliesslich soll nicht der Eindruck entstehen, man gebe die Millionen Euro nur zum Vergnügen aus. Die Kostenfrage hatte bisher in der Öffentlichkeit im Vordergrund gestanden. Ministerpräsident Ringstorff höchstpersönlich hatte die Geldfrage angesprochen. Üblicherweise trägt das gastgebende Bundesland die Kosten, in Schwerin wird aber darauf verwiesen, dass Merkel Bush ohne Abstimmung mit der Staatskanzlei in ihren Heimatwahlkreis eingeladen habe. Als ärmstes Bundesland könne man nicht allein für diesen Besuch aufkommen, argumentiert Ringstorff. Zusätzliche Brisanz gewinnt der Streit, weil in zwei Monaten Landtagswahlen anstehen und CDU und SPD sich gegenseitig beschuldigen, den Besuch für ihren Wahlkampf zu missbrauchen. Man habe die Kosten "so minimal wie möglich" gehalten, heisst es dazu in der Bundesregierung. Konkret heisst das: 12 Millionen Euro oder mehr. Der Aufwand sei gerechtfertigt, weil solche Besuche ein "wichtiger Akzent unserer Aussenpolitik" seien, so die Regierungskreise. Ringstorff wird sich jedenfalls wohl auf längere Verhandlungen einstellen müssen. Die Stadt Mainz wartet noch heute auf die zugesagte Finanzhilfe des Bundes. 145'000 Euro hatte man für den Bush-Besuch in Rechnung gestellt, der Bund wollte nach Angaben der Stadt ein Drittel davon übernehmen. Der Mainzer Oberbürgermeister hat gerade den neuesten Mahnbrief nach Berlin geschickt: Bisher hat das Kanzleramt erst 6'000 Euro gezahlt. <<<<<< O >>>>>> Greenpeace brachte Bush Protest gegen Atomwaffen sehr nahe / US-Präsident in Stralsund mehrfach mit Bannern der Umweltorganisation konfrontiert 13.07.2006 - 15:09 Uhr, Greenpeace e.V. [Pressemappe] Stralsund (ots) - Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen ist es Greenpeace während des Besuchs von US-Präsident George W. Bush mehrfach gelungen, gegen die Verbreitung von Atomwaffen zu protestieren. Seit gestern waren insgesamt an sechs Orten der abgeriegelten Hansestadt Banner mit der Aufschrift "No Nukes No War No Bush" zu sehen ("Nukes" sind Atomwaffen). Während der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Alten Markt hängten zwei Kletterer unter der Kirchenuhr der Nikolaikirche oberhalb des Alten Marktes ein zwei mal zwei Meter Transparent auf. Am frühen Morgen hatten Greenpeace-Aktivisten die Botschaft zur Ächtung von Atomwaffen an der neuen Brücke nach Rügen platziert (16 mal 16 Meter). Ausserdem war Greenpeace an einem Lichtmast an der Fährbrücke und zweifach auf einem Speicherdach am Hafen zu sehen. Bereits gestern wurde auf der Kuppel der Marienkirche der Spruch "No Nukes No War No Bush" (fünf mal 15 Meter) befestigt. Die Mahnwache auf dem Alten Markt wurde vom Oberverwaltungsgericht Greifswald für heute untersagt. "Wir werfen Bush vor, die Verbreitung von Atomwaffen zu fördern und die atomare Abrüstung zu verweigern. Und das demokratische Recht zu protestieren und zwar so, dass es der Angesprochene auch sieht, lassen wir uns nicht nehmen", sagt Thomas Breuer, Greenpeace-Atomexperte. "Bundeskanzlerin Merkel muss die Gespräche mit George Bush nutzen, um ihn zu Abrüstung zu bewegen. Sie sollte ihn von seinem nuklearen Rüstung-Trip und seiner aggressiven Aussenpolitik abbringen". Greenpeace fordert die weltweite Abrüstung von Atomwaffen, die Ächtung des Krieges als Mittel der Politik und den Ausstieg aus der Atomkraft. Denn wer Atomtechnik besitzt, ist prinzipiell in der Lage, Atombomben zu bauen. Die 21 Umweltschützer, die an den Banner-Aktionen beteiligt waren, wurden von der Polizei festgenommen und zu einem Sammelplatz ausserhalb Stralsunds gebracht. Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Thomas Breuer unter Tel.: 0171-8780 820 oder Wolfgang Lohbeck unter Tel.: 0171-8780 823 oder die Pressesprecherinnen Ortrun Albert unter Tel.: 0171 8781 184 oder Svenja Koch unter Tel.: 0171-8780828. Fotos erhalten Sie unter Tel: 040 / 30618-376, go! <<<<<< O >>>>>> |
| < zurück |
> nächste Seite |