Ansprache des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez vor der UNO Vollversammlung

Das Einzige, was die zionistische zensurierte Presse bringt:

Ausland – Donnerstag, 21. September 2006  -- Tages-Anzeiger Online

Chávez nennt Bush einen «Teufel»

chavez

Der für seine Attacken gegen die USA bekannte venezolanische Präsident Hugo Chávez hat US-Präsident George W. Bush vor der Uno-Vollversammlung als «Teufel» beschimpft. «Gestern war der Teufel hier, genau hier» sagte Chávez.

Chávez deutete dabei auf das Rednerpult, von dem Bush zum Auftakt der Generaldebatte 24 Stunden zuvor seine Rede gehalten hatte. «Und es riecht hier noch immer nach Schwefel», fügte er hinzu und bekreu-zigte sich dabei.

Vom gleichen Podium wie jetzt er, habe der US-Präsident, «der Herr, den ich den Teufel nenne, ganz genau so gesprochen, als gehöre ihm die Welt. Ich denke, wir sollten einen Psychiater bestellen, um die Rede (von Bush) analysieren zu lassen», erklärte der Venezo-laner weiter.

Chávez empfahl den Staats- und Regierungschefs im Plenum der Ver-einten Nationen, die Ausführungen des US-Philosophen und Sprach-wissenschafters Noam Chomsky über die imperialistischen Strategien der USA zu lesen. Dann würden auch sie erkennen, dass die USA die grösste Gefahr für unseren Planeten sind und das Überleben der Spezies Mensch bedroht.

Hugo Chávez vor der Uno-Vollversammlung in New York:

«Lest Chomsky

Für Uno-Reform

Das gegenwärtige System der Vereinten Nationen bezeichnete Chávez als undemokratisch. Insbeso-ndere kritisierte er das Vetorecht der USA im Sicherheitsrat. Venezuela schlage heute erneut eine Reform der Vereinten Nationen vor, sagte Chávez.

Der amerikanische Uno-Botschafter John Bolton wollte die Rede Chávez' nicht kommentieren. Chávez habe das Recht, seine Meinung zu äussern, sagte Bolton und fuhr fort: «Schade nur, dass die Menschen in Venezuela ihre Meinung nicht frei äussern dürfen.» (ret/sda/ap)

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«Das US-Imperium hat Angst vor der Wahrheit»

Rede von Hugo Chávez, Präsident von Venezuela, vor der Generalversammlung der Uno

Sitz der Vereinten Nationen, New York, Mittwoch, 20. September 2006

Sheika Haya Rashed Al-Khalifa, Präsidentin der 61. Generalversammlung der Vereinten Nationen:

Im Namen der Generalversammlung habe ich die Ehre, Seine Exzellenz, Herrn Hugo Chávez Frías, Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela, bei den Vereinten ­Nationen willkommen zu heissen, und lade ihn ein, sich an die Versammlung zu ­wenden.

Hugo Chávez, Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela:

Frau Präsidentin, Exzellenzen, Staatschefs, Regierungschefs und hohe Repräsentanten der Regierungen der Welt - guten Tag Ihnen allen!

Zu Beginn möchte ich voller Respekt alle, die dieses Buch noch nicht lesen konnten, einladen, es zu lesen: Noam Chomsky, einer der angesehensten Intellektuellen dieses Amerika und der Welt, Chomsky, eine seiner jüngsten Arbeiten: „­Hegemonía o supervivencia, Las estrategia imperialista de Estados Unidos“ (*) Eine ausgezeichnete Arbeit, um zu verstehen, was in der Welt des 20. Jahrhunderts geschehen ist, was heute geschieht, und über die grösste Gefahr, die auf unserem Planeten lastet: Die hegemonialen Bestrebungen des nordamerikanischen Imperialis­mus bringen das Überleben der menschlichen Spezies in Gefahr.

Wir warnen weiter vor dieser Gefahr und rufen das Volk der Vereinigten Staaten und die Welt auf, diese Bedrohung zu stoppen, die wie das Schwert des Damokles über uns schwebt. Ich wollte ein Kapitel vorlesen, aber um die Zeit zu respektieren, belasse ich es lieber bei einer Empfehlung. Es liest sich schnell. Es ist sehr gut, Frau Präsidentin. Sicher kennen Sie es. Es ist erschienen in Englisch, in Deutsch, in Russisch und sicherlich in Arabisch.

Sehen Sie, ich denke, dass die ersten Bürger, die dieses Buch lesen sollten, die Brüder und Schwestern Bürger der Vereinigten Staaten sind, denn sie haben die Bedrohung im eigenen Haus; der Teufel ist im Hause. Der Teufel, der Teufel selbst ist im Haus. Gestern kam der Teufel hierher.
Gestern war der Teufel hier, an diesem selben Ort. Dieser Tisch, an dem es nun an mir ist zu reden, riecht immer noch nach Schwefel! Gestern, meine Damen und Herren, sprach von dieser selben Bühne der Herr Präsident der Vereinigten Staaten, den ich «den Teufel» nenne; er kam hierher, um als Herr der Welt zu sprechen, als „Herr der Welt“.

Ein Psychiater wäre nicht genug, um die gestrige Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu analysieren. Als Sprachrohr des Imperialismus kam er, um seine Rezepte zu verteilen, um zu versuchen, das gegenwärtige Herrschaftsverhältnis zu bewahren, das Ausbeutungs- und Ausplünde­rungsverhältnis gegen die Völker der Welt. Das wäre gut für einen Film von Alfred Hitchcock, ich würde sogar den Titel vorschlagen: «Das Rezept des Teufels».

Das heisst, der nordamerikanische Imperialismus – und hier sagt es Chomsky klipp und klar – unternimmt hoffnungslose Anstrengungen, um sein hegemoniales Herrschaftssystem zu festigen. Wir dürfen nicht erlauben, dass dies geschieht, wir dürfen nicht erlauben, dass die Weltdiktatur errichtet wird, dass sie sich festigt, dass sich die weltweite Diktatur festigt.

Die Rede des Welttyrannpräsidenten ist voller Zynismus, voller Heuchelei; es ist die imperiale Heuchelei, der Versuch, alles zu kontrollieren. Sie wollen uns das demokratische Modell aufzwingen, wie sie es verstehen: die falsche Demokratie der Eliten. Und ausserdem ein sehr originelles demokratisches Modell: durchgesetzt mit Bomben, mit Bombenangriffen und durch Invasionen und Kanonenschüsse! Was für eine Demokratie! Man müsste noch einmal die These von Aristoteles lesen, oder? Und die der ersten, die dort in Griechenland von der Demokratie gesprochen haben, um zu sehen, was für ein Demokratiemodell das ist, das durch Marines, durch Invasionen, durch Aggres­sionen und Bomben durchgesetzt wird.

Gestern sagte der Präsident der Vereinigten Staaten in diesem selben Saal das Folgende: «Wohin Sie auch sehen, hören Sie Extremisten, die Ihnen sagen, dass man durch Gewalt, Terror und Märtyrertum dem Elend entfliehen und die Würde zurückgewinnen kann.» Wo auch immer er hinblickt, sieht er Extremisten! Ich bin sicher, dass er dich sieht, Bruder, mit dieser Farbe, und glaubt, du bist ein Extremist. Mit dieser Farbe ist Evo Morales – der gestern gekommen ist, der würdige Präsident Boliviens – ein Extremist. Überall sehen die Imperialisten Extremisten.

Nein, wir sind keine Extremisten; was passiert, ist, dass die Welt erwacht und überall wir, die Völker, uns erheben.

Ich habe den Eindruck, Herr imperialistischer Diktator, dass Sie den Rest Ihrer Tage mit einem Alptraum leben müssen, denn wo auch immer Sie hinschauen, werden wir erscheinen, wir, die sich gegen den nordamerikanischen Imperialismus erheben, diejenigen, die völlige Freiheit der Welt fordern, die Gleichheit der Völker, den Respekt für die Souveränität der Nationen.

Ja, Sie nennen uns Extremisten, wir erheben uns gegen das Imperium, wir erheben uns gegen das Herrschaftsmodell.

Danach sagte der Herr Präsident zu Ihnen: «Heute möchte ich direkt zu den Bevölkerungen des Nahen Ostens sprechen, mein Land wünscht den Frieden …» Das stimmt. Wenn wir durch die Strassen der Bronx gehen, wenn wir durch die Strassen von New York, Washington, San Diego, Kalifornien, irgendeiner Stadt, San Antonio, San Francisco gehen und die Menschen auf der Strasse fragen, die Bürger der Vereinigten Staaten, dann will dieses Land den Frieden. Der Unterschied ist, dass die Regierung dieses Landes, der Vereinigten Staaten, nicht den Frieden will, sie will uns durch Krieg ihr Modell der Ausbeutung und Ausplünderung und ihre Hegemonie aufzwingen. Das ist der kleine Unterschied.

Sie will den Frieden, und was passiert im Irak? Was ist in Libanon und in Palästina passiert? Was ist in 100 Jahren in Lateinamerika und weltweit passiert? Und nun die Drohungen gegen Venezuela, neue Drohungen gegen Venezuela, neue Drohungen gegen den Iran … Er sprach zum Volk Libanons: «Viele von Ihnen haben gesehen, wie ihre Heime und ihre Gemeinden im Kreuzfeuer gefangen waren.» Was für ein Zynismus! Was für eine Fähigkeit, schamlos vor aller Welt zu lügen!

Die Bomben auf Beirut, die mit millimetergenauer Präzision abgeworfen wurden, sind Kreuzfeuer? Ich glaube, der Präsident denkt an die Westernfilme, als man aus der Hüfte schoss und irgendwer im Kreuzfeuer gefangen war. Imperialistisches Feuer, faschistisches Feuer, mörderisches Feuer, völkermörderisches Feuer des Imperiums und Israels gegen das unschuldige Volk Palästinas und das Volk Libanons! Das ist die Wahrheit! Jetzt sagen sie, dass sie leiden, dass «wir leiden, weil wir ihre Heime zerstört sehen.

Schliesslich kam der Präsident der Vereinigten Staaten, um zu den Völkern zu sprechen, er kam, um ausserdem zu sagen – Frau Präsidentin, ich habe einige Dokumente mitgebracht, weil ich heute morgen einige Reden gesehen und meine Worte aktualisiert habe –, er sprach zum Volk Afghanistans, zum Volk Libanons: «Dem Volk des Iran sage ich … Dem Volk Libanons sage ich … Dem Volk Afghanistans sage ich …» Gut, man fragt sich: So wie der Präsident der Vereinigten Staaten diesen Völkern sagt: «Ich sage Ihnen …», was würden ihm diese Völker sagen, wenn diese Völker reden könnten? Was würden sie ihm sagen? Ich werde es aufgreifen, denn ich kenne den grössten Teil der Seele dieser Völker, der Völker des Südens, der angegriffenen Völker. Sie würden sagen: «Yankee-Imperium go home!» Das wäre der Schrei, der überall ertönen würde, wenn die Völker der Welt mit einer einzigen Stimme zum Imperium der Vereinigten Staaten sprechen könnten.

Deshalb, Frau Präsidentin, Kollegen, Freundinnen und Freunde, kamen wir im vergangenen Jahr hierher, in diesen selben Saal, wie alle Jahre in den vergangenen acht, und sagten etwas, was heute voll bestätigt wurde, und ich glaube, dass fast niemand hier in diesem Saal aufstehen kann, um sich zu verteidigen: Das System der Vereinten Nationen, das nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde – akzeptieren wir es ehrlich –, ist zusammengebrochen, hat sich aufgelöst. Es taugt nicht! Es taugt, um hierher zu kommen und Reden zu halten, um uns einmal im Jahr zu sehen, ja, dafür taugt es. Und um sehr lange Dokumente zu machen und gute Reflexionen und gute Reden zu hören wie gestern die von Evo, wie die von Lula und viele Reden, die wir jetzt gerade gehört haben, des Präsidenten von Sri Lanka und die der Präsidentin von Chile. Ja, dafür taugt es. Aber sie haben uns diese Versammlung in ein rein beratendes Gremium verwandelt, nur beratend, ohne irgendeine Art von Macht, um auch nur auf die geringste Weise der schrecklichen Realität entgegenzutreten, welche die Welt erlebt.

Deshalb wiederholen wir unseren Vorschlag: Venezuela schlägt hier heute, an diesem 20. September, erneut vor, dass wir die Vereinten Nationen neu gründen. Wir haben im vergangenen Jahr, Frau Präsidentin, vier bescheidene Vorschläge unterbreitet, die wir für unaufschiebbar dringend halten, damit wir Staatschefs, Regierungschefs, unsere Botschafter, unsere Vertreter sie aufgreifen und wir sie diskutieren.

Erstens, die Ausweitung – gestern sagte Lula dasselbe – des Sicherheitsrates, sowohl in seinen ständigen wie in seinen nicht ständigen Bestandteilen, damit neue entwickelte und unterentwickelte Länder hereinkommen, die dritte Welt, als neue ständige Mitglieder. Das als erstes.

Zweitens, die Anwendung effizienter Methoden zur Behandlung und Lösung der weltweiten Konflikte, transparente Methoden der Diskussion, der Entscheidungen.

Drittens, das erscheint uns grundlegend, die sofortige Abschaffung – und das ist eine Forderung aller – dieses antidemokratischen Mechanismus des Vetos, des Vetos bei den Entscheidungen des Sicherheitsrates.  Nur ein jüngstes Beispiel: Das unmoralische Veto der Regierung der Vereinigten Staaten erlaubte es den israelischen Truppen, frei Libanon zu zerstören, indem sie ganz offen, vor unser aller Augen, eine Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhinderte.

Und viertens, notwendig ist – das sagen wir immer – die Rolle, die Befugnisse des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zu stärken. Gestern hat uns der Generalsekretär eine Rede gehalten, sein Abschied, und er erkannte an, dass in diesen zehn Jahren die Welt komplizierter geworden ist und dass die schweren Probleme der Welt, der Hunger, das Elend, die Gewalt, die Verletzung der Menschenrechte, sich verschlimmert haben. Das ist die schreckliche Konsequenz des Zusammen­bruchs des Systems der Vereinten Nationen und der nordamerikanischen imperialistischen Ansprüche.

Andererseits, Frau Präsidentin, entschied Venezuela vor mehreren Jahren, diese Schlacht innerhalb der Vereinten Nationen auszutragen. Wir erkennen die Vereinten Nationen als Mitglieder, die wir sind, mit unserer Stimme, mit unseren bescheidenen Reflexionen an; wir sind eine unabhängige Stimme, um die Würde und die Suche nach Frieden zu vertreten, die Neuformulierung des internationalen Systems; um die Verfolgung und die Aggressionen des Hegemonismus gegen die Völker des Planeten anzuklagen. Venezuela hat auf diese Weise seinen Namen gegeben, dieses Heimatland von Bolívar hat seinen Namen gegeben und hat sich um einen Sitz als nicht ständiges Mitglied des Sicherheitsrates beworben.

Wissen Sie, die Regierung der Vereinigten Staaten hat eine offene Aggression begonnen, eine unmoralische Aggression auf der ganzen Welt, und versucht zu verhindern, dass Venezuela frei gewählt wird, um einen Sitz im Sicherheitsrat einzunehmen. Sie fürchten die Wahrheit, das Imperium hat Angst vor der Wahrheit, vor den unabhängigen Stimmen, klagt uns an, Extremisten zu sein. Aber sie sind die Extremisten.

Ich möchte hier all jenen Ländern danken, die ihre Unterstützung für Venezuela angekündigt haben, auch wenn die Abstimmung geheim ist, und es ist nicht notwendig, dass irgend jemand es ankündigt. Aber ich glaube, die offene Aggression des nordamerikanischen Imperiums hat die Unterstützung durch viele Länder beschleunigt, was Venezuela, unser Volk, unsere Regierung moralisch sehr stärkt.

Der Mercosur zum Beispiel hat als Block seine Unterstützung für Venezuela angekündigt, unsere Brüder vom Mercosur – Venezuela ist jetzt Vollmitglied des Mercosur mit Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay – und viele andere Länder ­Lateinamerikas, wie Bolivien; die Caricom hat vollständig ihre Unterstützung für Venezuela angekündigt; die Arabische Liga hat vollständig ihre Unterstützung für Venezuela angekündigt. Ich danke sehr der arabischen Welt, unseren Brüdern aus Arabien, diesem tiefen Arabien. Unseren Brüdern der Karibik, der Afrikanischen Union: fast ganz Afrika kündigte seine Unterstützung für Venezuela an. Und Länder wie Russland, China und viele andere Länder des Planeten. Vielen, vielen Dank im Namen Venezuelas, im Namen unseres Volkes und im Namen der Wahrheit. Denn Venezuela wird, wenn es einen Sitz im Sicherheitsrat besetzt, nicht nur die Stimme Venezuelas einbringen, sondern die Stimme der dritten Welt, die Stimme der Völker des Planeten. Wir werden dort sein und die Würde und die Wahrheit verteidigen.

Darüber hinaus, Frau Präsidentin, glaube ich, dass es Gründe gibt, optimistisch zu sein, unweigerlich optimistisch, würde ein Dichter sagen, denn neben den Drohungen, den Bomben, den Kriegen, den Aggressionen, dem Präventivkrieg, der Zerstörung ganzer Völker kann man spüren, dass sich eine neue Ära erhebt, wie es Silvio Rodríguez singt: «Die Ära gebärt ein Herz».

Es erheben sich alternative Strömungen, alternative Ideen, alternative Bewegungen, Jugendliche mit anderen Ideen. Es wurde innerhalb eines Jahrzehnts bereits bewiesen, dass die These vom Ende der Geschichte völlig falsch war, völlig falsch die These von der Begründung des amerikanischen Imperiums, der „Pax americana“, der Begründung des neoliberalen kapitalistischen Modells, denn was es hervorbringt, ist Elend und Armut. Die These ist völlig falsch, sie geht zugrunde, jetzt muss die Zukunft der Welt definiert werden. Es liegt Morgendämmerung über dem Planeten, und man sieht sie überall, in Lateinamerika, in Asien, in Afrika, in Europa, in Ozeanien.

Ich möchte diese Vision des Optimismus hervorheben, damit sich unser Bewusstsein und unsere Bereitschaft zum Kampf für die Rettung der Welt und für den Aufbau einer neuen Welt, einer besseren Welt verstärken. Venezuela reiht sich in diesen Kampf ein, und deshalb werden wir bedroht.
Die Vereinigten Staaten planten, finanzierten und initiierten bereits einen Staatsstreich in Venezuela, und die Vereinigten Staaten unterstützen weiter putschistische Bewegungen in Venezuela, und gegen Venezuela, sie unterstützen weiter den Terrorismus. Die Präsidentin Michelle Bachelet hat vor einigen Tagen – Entschuldigung, vor einigen Minuten – an die schreckliche Ermordung des früheren ­chilenischen Aussenministers Orlando Letelier erinnert. Ich möchte nur das Folgende hinzufügen: Die Schuldigen sind frei, und die Schuldigen jenes Ereignisses, bei dem auch eine Bürgerin der Vereinigten Staaten starb, sind Nordamerikaner von der CIA, Terroristen der CIA.

Aber es muss auch in diesem Saal daran erinnert werden, dass sich in wenigen Tagen auch die schreckliche terroristische Tat der Sprengung des kubanischen Flugzeugs zum 30. Mal jährt, bei der 73 Unschuldige starben, ein Flugzeug der Cubana de Aviación. Und wo ist der grösste Terrorist dieses Kontinents, der die Verantwortung für die Sprengung des kubanischen Flugzeugs als geistiger Urheber übernommen hat? Er war in Venezuela einige Jahre lang gefangen, er floh mit der Hilfe von Beamten der CIA und der damaligen venezolanischen Regierung. Er lebt hier in den Vereinigten Staaten, geschützt von dieser Regierung, er war gefangen und geständig.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat ein doppeltes Gesicht und beschützt den Terrorismus.
Diese Übertragungen besagen, dass Venezuela dem Kampf gegen den Terrorismus, gegen die Gewalt verpflichtet ist und sich mit allen Völkern vereint, die für den Frieden und eine Welt der Gleichen kämpfen.

Ich habe von dem kubanischen Flugzeug gesprochen. Der Terrorist heisst Luis Posada Carriles, er wird hier beschützt. Geschützt werden hier die grossen Korrupten, die aus Venezuela geflohen sind; eine Gruppe von Terroristen, die dort Bomben in den Botschaften mehrerer Länder gelegt haben, die dort während des Staatsstreichs Menschen ermordet haben, die diesen bescheidenen Diener entführten und ihn erschiessen wollten, nur dass Gott und eine Gruppe guter Soldaten und ein Volk, das auf die Strasse ging, ihre Hand erhoben haben. Durch ein Wunder bin ich hier. Sie sind hier, die Führer dieses Staatsstreichs und dieser terroristischen Akte, beschützt von der Regierung der Vereinigten Staaten. Ich klage die Regierung der Vereinigten Staaten an, den Terrorismus zu schützen und einen absolut ­zynischen Diskurs zu führen.

Wir sprechen von Kuba, wir kommen aus Havanna, wir kommen glücklich aus Havanna, wir waren dort mehrere Tage; und dort kann man die Geburt einer neuen Ära sehen: Den Gipfel der G-15, den Gipfel der Bewegung der Nichtpaktgebundenen mit einer historischen Resolution:

Das «Abschlussdokument» – erschrecken Sie nicht, ich werde nicht alles vorlesen –, aber hier gibt es eine Reihe von Resolutionen, die in offener und transparenter Diskussion von mehr als 50 Staatschefs getroffen wurden. Havanna war eine Woche lang die Hauptstadt des Südens. Wir haben die Bewegung der Nichtpaktgebundenen neu gestartet, und wenn ich Sie alle um etwas bitten darf, Compañeros und Brüder und Schwestern, dann ist es, dass wir grossen Willen in die Stärkung der Gruppe der Nichtpaktgebundenen setzen, das ist überaus wichtig für die Geburt der neuen Ära, um die Hegemonie und den Imperialismus zu verhindern.

Und ausserdem, Sie wissen es, haben wir Fidel Castro für die nächsten drei Jahre zum Präsidenten der Gruppe der Nichtpaktgebundenen bestimmt, und wir sind sicher, dass der Genosse Präsident Fidel Castro den Taktstock mit grosser Effizienz führen wird. Diejenigen, die wollten, dass Fidel stirbt, nun gut, sie blieben frustriert zurück, und sie werden frustriert zurückbleiben, denn Fidel trägt wieder die olivgrüne Uniform, und jetzt ist er nicht nur der Präsident Kubas, sondern auch der Präsident der Nichtpaktgebundenen.

Frau Präsidentin, liebe Kollegen, Präsidenten, dort wurde eine sehr starke Bewegung geboren, die des Südens. Wir sind Männer und Frauen des Südens, wir sind Überbringer dieser Dokumente, dieser Ideen, dieser Kritiken, dieser Reflexionen. Ich schliesse schon meine Mappe, und das Buch nehme ich wieder mit – vergessen Sie nicht, dass ich es Ihnen in aller Bescheidenheit sehr empfehle.

Wir haben versucht, Ideen für die Rettung dieses Planeten beizutragen, um sie vor der imperialisti­schen Bedrohung zu retten, und damit, hoffentlich bald in diesem Jahrhundert, unsere Kinder und unsere Enkel besser leben können, hoffentlich können wir es noch sehen und erleben:

Eine Welt des Friedens, unter den grundlegenden Prinzipien der Organisation der Vereinten Nationen, aber einer neu gestarteten, einer neu gestarteten und anderswo untergebrachten. Ich glaube, wir müssen die Vereinten Nationen in einem anderen Land unterbringen, in einer Stadt des Südens, haben wir aus Venezuela vorgeschlagen. Sie wissen, dass mein persönlicher Arzt eingeschlossen im Flugzeug bleiben musste: Sie haben ihm nicht erlaubt, zu den Vereinten Nationen zu kommen. Ein weiterer Missbrauch und Angriff, Frau Präsidentin, den wir aus Venezuela beantragen als einen – sogar persönlichen – Angriff des Teufels zu registrieren.

Es riecht nach Schwefel, aber Gott ist mit uns. Ich umarme Sie, und Gott schütze Sie alle. Guten Tag!  

Übersetzung aus dem Spanischen: André Scheer

*) Deutscher Titel: Noam Chomsky, „Hybris – Die endgültige Sicherung der globalen Vormachtstellung der USA“, Hamburg 2003, ISBN 3-203-76016-9

( Hervorhebungen von Thyl Steinemann, www.7stern.info )

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