In Los Angeles schwankten die Hochhäuser

Erdbeben erschüttert Kalifornien

"Spiegel" berichtet:

Ein stärkeres Erdbeben hat (am 29.Juli) den zentralen Teil von Kalifornien heimgesucht. Der Erschütterung am Vormittag folgten über 60 Nachbeben. Auch im US-Bundesstaat Washington bebte erneut die Erde. Die Nähe zum dort gelegenen Vulkan Mount St. Helens bereitet den Seismologen Sorge.

San Francisco/Seattle - Das Beben erschütterte am Dienstagvormittag eine dünn besiedelte Region entlang der San-Andreas-Verwerfung in Mittel-Kaliforien. Seismologen des Geologischen Forschungs-zentrums bezifferten die Stärke mit 5,8 bis 5,9 auf der Richterskala. Zunächst gab es keine Berichte über grössere Schäden oder Verletzte. Der Erdstoss wurde jedoch in weiten Teilen des Westküsten-staates zwischen Los Angeles und San Francisco registriert. Über 60 Nachbeben, teilweise mit der Stärke 5, folgten der schweren Erschütterung.

Das Epizentrum befand sich nahe der Ortschaft Parkfield, die als "Erdbebenhauptstadt" Kaliforniens bekannt ist. Etwa alle 22 Jahre wird diese Region von stärkeren Erdbeben heimgesucht. Im benachbarten Paso Robles waren bei einem Beben im Dezember 2003 zwei Menschen durch einstürzende Mauern ums Leben gekommen.

Auch im US-Bundesstaat Washington bebte am Dienstag erneut die Erde. Die ungewöhnliche Serie kleiner Erschütterungen nahe dem Vulkan Mount St. Helens, die bereits seit Tagen anhält, versetzte amerikanische Forscher in Alarmbereitschaft. Wie der US-Sender CNN berichtete, wird die Region fortwährend aus der Luft und durch Messgeräte am Boden überwacht.

Seismologen warnen vor der Möglichkeit eines "gefährlichen Ereignisses", etwa dem Austritt von Dampf, Gasen, Gestein und Lava.

Seit Mitte letzter Woche wird dort ein so genannter "Schwarm" kleiner Erdstösse registriert, die bisher grösste Aktivität seit dem Jahr 1986, als ein leichter Vulkanausbruch verzeichnet wurde.

Im Mai 1980 war der Mount St. Helens zuletzt ausgebrochen. Nach einem Beben der Stärke 5,1 kam es zu einer grossen Explosion, bei der die Bergspitze weggesprengt wurde. 57 Menschen kamen damals ums Leben, eine breite Schutt- und Schlammlawine verwüstete hunderte Quadratkilometer von Wald.

<<<<<< O >>>>>>

Ein anderer Bericht:

„Es war dramatisch. Ganze Gebäude schwankten mehrere Sekunden“, sagte ein Sprecher des Bezirkssheriffs von Los Angeles, der sich in der Polizeizentrale im Vorort Monterey Park aufhielt. „Bei uns gehen vor allem Berichte über die Erdstösse, nicht aber über Schäden ein.“

Den Berichten zufolge habe die Erde etwa „zehn bis zwölf Sekunden“ gebebt. Die Behörden hatten die Stärke zunächst mit 5,8 angegeben, dies dann aber auf 5,4 herunterkorrigiert (warum?; tst).

Das Beben bestand aus mehreren Erdstössen, die Hochhäuser ins Wanken brachten und viele Menschen ins Freie fliehen liessen, wie AFP-Reporter aus der Bebenregion berichteten.

Los Angeles liegt in der Nähe des San-Andreas-Grabens, einer der tektonisch aktivsten Zonen der Erde. Experten haben berechnet, dass die Wahrscheinlichkeit eines grossen Bebens mit weit reichenden Zerstörungen in der Region binnen der kommenden 30 Jahre bei 99 Prozent liegt. Im Jahr 1994 starben mindestens 60 Menschen, als Los Angeles von einem Beben der Stärke 6,7 erschüttert wurde. 1987 starben in San Francisco 67 Menschen. Die Bebenstärke hatte damals bei 6,9 gelegen.

Weitere Details:  

<<<<<< O >>>>>>

 

< zurück 

> nächste Seite

*