San Francisco/Seattle -
Das Beben erschütterte am Dienstagvormittag eine dünn besiedelte Region
entlang der San-Andreas-Verwerfung in Mittel-Kaliforien. Seismologen des
Geologischen Forschungs-zentrums bezifferten die
Stärke mit 5,8 bis 5,9 auf der Richterskala. Zunächst gab es keine
Berichte über grössere Schäden oder Verletzte. Der Erdstoss wurde jedoch
in weiten Teilen des Westküsten-staates zwischen
Los Angeles und San Francisco registriert. Über 60 Nachbeben, teilweise
mit der Stärke 5, folgten der schweren Erschütterung.
Das Epizentrum befand
sich nahe der Ortschaft Parkfield, die als
"Erdbebenhauptstadt" Kaliforniens bekannt ist. Etwa alle 22 Jahre
wird diese Region von stärkeren Erdbeben heimgesucht. Im benachbarten
Paso Robles waren bei einem Beben im Dezember 2003 zwei Menschen durch
einstürzende Mauern ums Leben gekommen.
Auch im
US-Bundesstaat Washington bebte am Dienstag erneut die Erde. Die
ungewöhnliche Serie kleiner Erschütterungen nahe dem Vulkan Mount St.
Helens, die bereits seit Tagen anhält, versetzte amerikanische
Forscher in Alarmbereitschaft. Wie der US-Sender CNN berichtete, wird
die Region fortwährend aus der Luft und durch Messgeräte am Boden
überwacht.
Seismologen warnen vor der Möglichkeit eines
"gefährlichen Ereignisses", etwa dem Austritt von Dampf, Gasen, Gestein
und Lava.
Seit Mitte letzter
Woche wird dort ein so genannter "Schwarm" kleiner Erdstösse
registriert, die bisher grösste Aktivität seit dem Jahr 1986, als ein
leichter Vulkanausbruch verzeichnet wurde.
Im Mai 1980 war der
Mount St. Helens zuletzt ausgebrochen. Nach einem Beben der Stärke 5,1
kam es zu einer grossen Explosion, bei der die Bergspitze weggesprengt
wurde. 57 Menschen kamen damals ums Leben, eine breite Schutt- und
Schlammlawine verwüstete hunderte Quadratkilometer von Wald.