Die gigantischen Kosten der U$-Kriege
im Irak und Afghanistan

10. März 2008

12 Milliarden Dollar pro Monat für US-Kriege

Die Verluste der amerikanischen Truppen im Irak sind in jüngster Zeit zwar stetig gesunken, doch die Kosten für die Kriege im Irak und in Afghanistan steigen unablässig.

Bis 2017 summierten sich alle wirtschaftlichen und sozialen Kosten auf bis zu fünf Billionen Dollar, er-rechneten der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und seine Koautorin Linda Bilmes in einer Studie. Allein in diesem Jahr koste der Irak-Krieg den US-Steuerzahler jeden Monat zwölf Milliarden Dollar - das sei das Dreifache der ersten Kriegsjahre.

Über 2008 hinaus kalkulierten Stiglitz und Bilmes für den Irak und Afghanistan Kriegskosten von 1,7 bis 2,7 Billionen Dollar bis 2017.

Rechne man alle wirtschaftlichen und sozialen Kosten wie die medi-zinische Versorgung von Veteranen hinzu, verdoppele sich dieser Betrag noch einmal.

Der Haushaltsausschuss des Kongresses kam in eigenen Schätzungen auf Kosten für die beiden Kriege bis 2017 von 1,2 Billionen bis 1,7 Billionen Dollar. Der Irak schlägt dabei mit rund drei Vierteln zu Buche.

Unterschiedliche Grundannahmen

In ihrem Buch «The Three Trillion Dollar War» (Der drei Billionen Dollar Krieg) haben Stiglitz und Bil-mes nicht nur die reinen Militärkosten für die beiden Kriege, sondern auch Ausgaben für die Botschaft, den Wiederaufbau und andere kriegsbedingte Angelegenheiten berücksichtigt. Die beiden Ökonomen nennen ihre Berechnungen dabei noch zurückhaltend, da viele «versteckte Kosten» gar nicht berück-sichtigt seien. Auch der Schuldendienst wurde nicht einberechnet.

Die Unterschiede in den Berechnungen ergeben sich durch unterschiedliche Grundannahmen und Szenarien. Aber auch die regierungsamtlichen Prüfer vom Government Accountability Office (GAO) gehen von gewaltigen Kosten aus.

Darin ist noch nicht einmal enthalten, wie teuer die beiden Konflikte andere Staaten zu stehen kom-men. Ein Sprecher des Internationalen Währungsfonds (IWF), Niels Buenemann, sagte, niemand habe bisher versucht, die Kosten für den Irak selbst zu berechnen. Die Schäden durch die amerika-nischen Luftangriffe zu Beginn des Krieges 2003, durch Brandstiftungen und Plünderungen danach, die erheblich beschädigten Versorgungsnetze für Strom und Wasser, die Zerstörungen an Ölindu-strie, zahllosen Fabriken, Krankenhäusern, Schulen und Infrastruktur seien noch nicht genau erfasst worden.

Quelle: raa/ret/ap

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