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Alle Jahre wieder...
15.
Mai 2008
Kürzlich rief
mich Urs, der Ältere meiner beiden Brüder an und sagte zu
mir:
"Du hast ja jetzt dann einen runden
Geburtstag,
und da könnten wir uns doch wieder einmal unter uns Geschwistern
treffen?"
"Wie bitte? sagte ich - "Geburtstag?"
Nun, mir geht dermassen schnell die Zeit rum, dass ich gar nicht
realisierte, dass wir schon wieder unmittelbar vor dem Wonnemonat
Mai standen, in dessen Mitte ich jeweils ein Jahr älter gefeiert
werde. "Schon wieder! Und so alt, - Mensch, gibt's
denn das!!!...."
Nun haben wir also einen Tag danach ausmachen
können, an dem alle Geschwister mit Ausnahme von Eva, unserer
Jüngsten (die leider zur Zeit gerade krank ist) teilnehmen können.
So haben wir also heute, einen knappen Tag zu spät (ich bin in
Zürich am 14.Mai 1933 um 20.25h zur Welt gekommen), uns in der
gemütlichen Wohnung meines Bruders Urs in Maienfeld getroffen, sein
Käthi bereitete uns ein feines Mittagessen und anschliessend
versuchten wir uns im Zusammenspiel mit klassischer Kammermusik:

Mathias mit seiner Querflöte, Urs mit dem Cello und ich
auf der Hardanger Fiedel.
So ab Blatt Kammermusik zu spielen bin ich mir nicht
mehr gewohnt, aber Käthi und Heidi (die Frau von Mathias) und
Sylvia (die kennst du ja), und die Hündin Jessy

haben uns brav zugehört und es bis
zum Schluss ausgehalten, wo wir gerne mal eine Pause machten.
Die Zuhörerinnen haben uns
gesagt, dass wir "erstaunlich gut gespielt haben" (was dies auch
immer heissen mag).
Am Nachmittag war dann ein kleiner Ausflug angesagt, und was lag
näher, als mal dem "Heidihof" (nach dem Kinderbuch-Roman der
Schweizer Dichterin Johanna Spyri) einen Besuch abzustatten, der von
aller Welt besucht wird, aber Sylvia und ich noch gar nicht kannten.
Wir vergnügten uns an den zutraulichen Tieren um den Hof herum,
Hühner, Gänse, Ziegen und Esel:

.Eine besondere Attraktion ergab sich
aus der Frage von Veronika, der Älteren meiner beiden
Schwestern (sie ist Lehrerin i.R.): "Stimmt es, dass ein Huhn
nicht mehr aufstehen kann wenn es auf den Rücken gelegt wird, weil
es wie eine Art hypnotisiert ist?" -- "Ausprobieren",
habe ich gesagt,

und als Tierliebhaber fing ich
behutsam so ein schönes braunes Huhn und legte es auf seinen Rücken.

Seine Füsse streckte es lässig zum Himmel und den Kopf drehte es -
wohl etwas verstört - zu den stau-nenden Kindern und zu uns Erwachsenen und liess
sich Minuten lang streicheln.
Ich hatte das Gefühl, dass dieses Huhn so eine Prozedur schon kannte
und sich nicht so viel daraus machte. Aber Sylvia hatte
Erbarmen mit dem "zweckentfremdeten" Huhn, begann als erfahrene
Kranken-schwester zu Fachsimpeln und erklärte, dass die Lage
bedenklicher sei, als wir es wahrnehmen, denn sie sehe an der
Bauchatmung, dass der Parasympathikus des Huhnes ausser Kurs geraten
sei. Nun, man hat ja nie ausgelernt....
Das duldsame Huhn wurde also von Sylvia (sie ist eine Bauerntochter)
wieder umgedreht und auf seine Füsse gestellt:

Sylvia lud anschliessend die kleine "Festgemeinde" zu einem feinen Zvieri mit
Kaffee und Süssigkeiten in der Gartenwirtschaft des Heidihofs ein, wo
ich und sogar auch Sylvia wieder einmal einen ganzen Glace-Coup (Eis)
bestellten und genossen.
Wieder in Urs Steinemann's Wohnung haben wir dann noch zu Viert
einige Melodien aus meinem eigenen Kompositions-Repertoir gespielt
um das Beisammensein musikalisch abzurunden.
Hier ist eine davon:
"Happy Birthday"
Nun fragt sich, was wir Alles in meinem 76. Lebensjahr erleben
werden. Ich denke, dass es grosse Umwäl-zungen geben wird, denn, wie
ich schon lange sage: "So kann und darf es nicht weiter gehen
mit der Weltgeschichte!"
Freuen wir uns an allem Schönen und Erfreulichen und nehmen das
Übrige halt wie es kommt und machen das Beste draus!
Wie immer ganz herzlich, Thyl

"En guete Appetit!"
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