Täglich starke Nachbeben in China
Staudämme
drohen zu brechen

Im Landkreis Maoxian waren beispielsweise zwei Staudämme so "schwer beschä-digt", dass Evakuierungen angeordnet wurden.

Auch der Zipingpu-Staudamm nahe Dujiangyan zeigt Risse und ist in Gefahr zu brechen

Freitag, 12. Mai 2008,  SDA/Ausland

Fast fünf Millionen Menschen sind in Sichuan obdachlos geworden

Vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Südwesten Chinas ist die Zahl der Toten auf über 21'500 gestiegen. Es fehlt an Ärzten, Medikamenten, Trinkwasser, Nahrung und Zelten. Zudem wächst beim feuchtwarmen Wetter die Gefahr von Seuchen.

Ministerpräsident Wen Jiabao rief dazu auf, bei der Suche nach Überlebenden nicht zu erlahmen. "Wir werden nicht aufgeben, wenn es noch das geringste Fünkchen Hoffnung gibt", sagte er auf den Trümmern einer der vielen eingestürzten Schulen.

Auch 100 Stunden nach dem Beben wurden noch Überlebende aus den Trümmern gezogen, obwohl die kritische Grenze für die Rettung von Verschütteten längst vorüber war. Unterstützt wurden die chinesischen Helfer von ausländischen Fachleuten.

Japaner begannen in der Provinz Sichuan mit ihrer Arbeit, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Später folgten Gruppen aus Südkorea, Singapur, Russland und Taiwan. Ein Ver-treter des Aussenministeriums in Peking sagte, China lasse damit zum ersten Mal überhaupt aus-ländische Helfer bei einer Katastrophe ins Land.

Mehr als 14'000 Menschen wurden noch vermisst. Die Zahl der Verletzten stieg auf 169'000.

Das Beben machte fünf Millionen Menschen obdachlos, die meist ohne sauberes Was-ser unter schlechten hygienischen Bedingungen im Freien campieren.

Wegen der Seuchengefahr mahnte die Regierung, die Leichen möglichst schnell und abseits von Wasserquellen oder bewohnten Gebieten zu beerdigen.

Wen sprach vom schlimmsten Beben seit der Staatsgründung im Jahr 1949. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten in der betroffenen Region wurden zudem durch ein schweres Nachbeben der Stärke 5,9 auf der Richter-Skala erschwert. Erdrutsche schnitten laut Xinhua Strassen ab und verschütteten Autos.

Erzürnt reagierten viele Chinesen darauf, dass so viele Schulgebäude einstürzten und deshalb tausende Kinder ums Leben kamen. Die Regierung ordnete eine Untersuchung an. Bauminister Jiang Weixin sagte, die Schulen seien nicht für ein so mächtiges Erdbeben ausgelegt gewesen. Das sei möglicherweise auf Korruption zurückzuführen.

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