Finanzkrise schon weltweit   (Seite in Arbeit)

              

Die 1000-Milliarden-Euro-Lüge
und der Hauptgrund für den Finanzcrash

Thomas Mehner  (Info Kopp-Verlag)

Es ist kaum zu glauben, aber Frau Merkel hat es getan:  

Sie erklärte, die Guthaben auf Spar-, Tagesgeld- und Girokonten seien sicher – und stockte die »Sicherheit« demonstrativ auf 1'000 Milliarden Euro auf, die der Staat garantiere.  Indes:  Merkt Keiner den Betrug?

Wie war das nochmal? »Der Staat sind wir« – so heisst es jedenfalls. Kein Wunder, dass unsere Frau Bundeskanzlerin leichtfertig mit Garantie-Versprechen vor die Medien treten konnte. Die versprochene 1000-Milliarden-Euro-Garantie garantieren wir uns nämlich selbst. Dass heisst, dass 80 Millionen Bundesbürger (das Volk) mit ihren eigenen Einlagen für ihre eigenen Einlagen garantieren (und haften).  

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Neueste Literatur:

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600 Festnahmen vor G-7- und IWF-Tagung    10.10.2008

In Washington sind die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der sieben wichtigsten Industrieländer (G 7) eingetroffen. Für die Zeit der Beratungen werden 20'000 Demonstranten erwartet. 600 wurden im Vorfeld der Tagung bereits festgenommen.

Washington - Die Taktik der Polizei ist klar: Null Toleranz bei Störversuchen von Demonstranten zur Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. 600 Demonstranten, die in der Nähe des Tagungsortes protestierten, wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Am Morgen waren nahe des Weißen Hauses bei einer Bankfiliale mehrere Fenster eingeschlagen worden. Der Vorwurf der Demonstranten: IWF und Weltbank vergrößerten das Elend in den armen Ländern durch scharfe Auflagen für Kredite.

20'000 Demonstranten sollen nach Washington kommen, mehr als 3'000 Beamten werden im Einsatz sein. Die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der sieben wichtigsten Industrieländer (G 7) sind bereits im Gästehaus des Weißen Hauses eingetroffen. Traditionell beraten sie sich vor Beginn der IWF- und Weltbank-Jahrestagung. Auf der Tagesordnung standen die angeschlagene Weltwirtschaft, der Verfall der Aktienkurse und die Schuldenkrise in Lateinamerika. Obwohl die Sorge über die Folgen eines möglichen Irak-Kriegs am Rande der Tagung eine große Rolle spielte, stand das Thema nach Angaben von US-Finanzminister Paul O'Neill offiziell nicht auf der Tagesordnung.

In der Einschätzung der konjunkturellen Schwächephase kam es zu unterschiedlichen Auffassungen. Der IWF dringt weiter auf die Senkung der Leitzinsen, vor allem in Europa. Bundesbankpräsident Ernst Welteke lehnte dies unmittelbar vor Beginn des G-7-Treffens ab. "Wir halten die Geldpolitik für angemessen", sagte Welteke.

www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,216067,00.html

Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank, G7, G20 und G24

WASHINGTON (dpa-AFX) - Zahlreiche große Akteure in der Finanzwelt kommen am Wochenende in Washington zusammen. IWF, Weltbank, G7, G20, G24 - dpa stellt die wichtigsten Organisationen vor:

DER INTERNATIONALE WÄHRUNGSFONDS (IWF): Der IWF ist eine der mächtigsten Finanzorgani-sationen. Er hat 185 Mitgliedsländer, der Sitz ist in Washington. Der IWF wurde 1944 als Sonder-organisation der Vereinten Nationen in Bretton Woods (USA) gegründet. Der IWF überwacht weltweit die Finanzsysteme, um bei Zahlungsproblemen von Regierungen oder bei einem drohenden Staatsbankrott einzugreifen. Die Kredite sind meist an Auflagen wie die Sanierung der Staatsfinanzen geknüpft. Die USA sind mit rund 17 Prozent größter Anteilseigner, Deutschland hat etwa 6 Prozent.

WELTBANK: Die 1945 gegründete Weltbank ist der größte Geldgeber von Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. Insgesamt wurden dafür bislang mehr als 570 Milliarden Dollar ausgegeben. Viele Entwicklungsländer klagen über Auflagen, vor allem eine strikte Sparpolitik zulasten armer Bevölkerungsschichten. Kritisiert wird häufig auch der Einfluss des wichtigsten Geberlandes USA.

DIE GRUPPE DER SIEBEN FÜHRENDEN INDUSTRIELÄNDER (G7): Die G7 ist eine informelle Allianz der sieben führenden Industrieländer. Seit 1975 treffen sich die Staats- und Regierungschefs alljährlich zum Weltwirtschaftsgipfel. Mitglieder sind die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien. Seit 1998 gibt es auch die ´Gruppe der Acht´ (G8), in die Russland aufgenommen wurde.

DIE G20: Die Gruppe G20 steht für einen Zusammenschluss von Finanzministern und Zentralbank-Präsidenten. Hier sind im Gegensatz zur G8 auch Schwellenländer vertreten. Neben Deutschland gehören 18 Staaten dazu: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und USA. Auch die Europäische Union ist Mitglied. Das Forum wurde 1999 als Reaktion auf die Finanzkrisen in Asien, Brasilien und Russland gegründet.

Die G24: In der G24 haben sich Schwellen- und Entwicklungsländer aus Asien, Afrika und Lateinamerika zusammengefunden, um ihre Interessen gegenüber dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank zu vertreten. /ar/DP/js

www.wallstreet-online.de/nachrichten/nachricht/2572776.html

IWF spielt Feuerwehr: Auch Osteuropa-Einsätze angedacht

Erst krachten die Banken, jetzt krachen die ersten Länder. Die G7 diskutiert, ob der Währungsfonds - erstmals seit der Asienkrise - kollabierende Länder auffangen soll

Mit Island steht bereits ein bankrottes Land auf der Watchlist des Fonds, nachdem es seit der Asienkrise Ende der 90er-Jahre keine größeren Notfalleinsätze des IWF gegeben hatte. Zudem hat Strauss-Kahn den Radarschirm über Osteuropa aufgespannt, wo gleich mehrere Kandidaten für Kriseninterventionen des Fonds ausgemacht wurden.

Strauss-Kahn übt sich derweil noch in Zurückhaltung. Er bestätigt lediglich, dass der Fonds ein Krisen-Finanzierungssystem aktiviert habe, nennt aber keine potenziellen Einsatzgebiete. Islands Premierminister Geir Haarde hingegen hat bestätigt, dass ein IWF-Schutzschirm über dem Inselstaat eine "Option" sei, ein Vor-Ort-Team sondiert bereits.

eitere IWF-Einsätze könnten folgen: "Ungarn steht unter Beobachtung", erläutert Österreichs Vertreter im Fonds, Johannes Prader. Aber auch in anderen ost- und südosteuropäischen Ländern gebe es eine "gefährliche Mischung aus hoher Fremdwährungsverschuldung und Handelsbilanzdefiziten" , erläutert er.

In Ungarn kracht es

Konkret: In Kroatien, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine - allesamt Länder, in denen österreichische Unternehmen, allen voran die Banken, zu den Topinvestoren zählen. Dazu kommen die baltischen Staaten, in denen sich der Boom der letzten Jahre gerade in einen tiefen Abschwung verwandelt.

In Ungarn kracht es bereits gehörig. Der hoch verschuldete Staat findet derzeit keine Käufer für Anleihen, was die Finanzierung des Nachbarlandes beeinträchtigt. Investoren flüchten in sichere Häfen, bevorzugen deutsche Staatsanleihen und US-Treasuries. Der Auszug der Anleger hat zu einem Währungsverfall geführt - nicht nur in Ungarn, sondern auch in Rumänien und anderen Staaten der Region. Das verschärft das Problem, weil sich dadurch der Schuldendienst in Fremdwährung verteuert. Besonders heikel sind Anleihen in Schweizer Franken, weil die Ost-Devisen gegenüber der helvetischen Währung noch stärker einbrachen als zum Euro.

Die Reserven der Region sind - außer in Russland und Serbien - ziemlich dürftig. Sie liegen laut IWF-Daten nur auf dem Niveau der kurzfristigen Auslandsschulden. Erschwert wird die Lage durch die hohen Inflationsraten, die in der Mehrzahl der Staaten zweistellig sind.
 

Schockwellen in Asien

Auch in Asien stimmen die Schockwellen Beobachter bedenklich. Vor allem der koreanische Won wurde in den letzten Tagen in den Keller geprügelt. Die Währung verlor in der vergangenen Woche 18 Prozent zum Dollar und fiel auf ein Zehnjahrestief. Am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung, nachdem das Land Dollar in den Markt geworfen hatte. Südkorea verhandelt nun mit den großen US-Banken über die Ausdehnung von Dollar-Krediten.

Aus Asien kommen auch die lautesten Rufe nach einer Intervention: Japans Finanzminister Shoichi Nakawaga schlug im Vorfeld des G7-Treffens in Washington die Gründung eines Krisenfonds zur Stabilisierung der wankenden Emerging Markets vor, "um die Gefahr von Kettenreaktionen zu minimieren" . Japan werde sich daran substanziell beteiligen, erklärte der Minister. Laut Zeitungsberichten des Landes sollen Teile der Devisenreserven von asiatischen und arabischen Staaten beim Währungsfonds konzentriert und diesem für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Allein Japan verfügt über knapp ein Billion Dollar in Fremdwährung, China über eine doppelt so hohe Summe.

Reserven für Hilfsfonds

Strauss-Kahn wird die Mittel, sollte er ein Mandat erhalten, auch benötigen. Mit derzeit 200 Mrd. Dollar machen seine Ressourcen nur einen Bruchteil der Summen aus, die von Staaten und Notenbanken in die Märkte und Banken gepumpt wurden.

Mit Spannung darf erwartet werden, welche Auflagen der Fonds den Not leidenden Staaten machen will. Die Politik der letzten Interventionen in Lateinamerika und Asien in den 90er-Jahren, bei denen den Kreditnehmern rigide Auflagen zur Stabilisierung von Währung und Haushalten gemacht wurden, sind jedenfalls auf harsche Kritik gestoßen. (Andreas Schnauder aus Washington, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11./12.10.2008)

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