Sonntag, 6.April 2009 Erste Meldung:
Bei einem schweren Erdbeben in Italien sind mindestens 27 Menschen getötet worden.
Zahlreiche Personen wurden in dem mittelitalienischen Gebiet um L'Aquila noch vermisst.
Das Beben hatte eine Stärke von 5,8 bis 6,3 nach Richter.
Laut dem italienischen Zivilschutz wurden "Tausende Gebäude beschädigt und Tausende Menschen zu Obdachlosen". Das Epizentrum des Bebens lag etwa 90 Kilometer nördlich von Rom in den Abruzzen. Auch Castelnuovo und andere Orte der Region wurden schwer getroffen.
Verschüttete in Studentenheim
befürchtet
Das Beben ereignete sich in etwa zehn Kilometer Tiefe. Bereits in
den vergangenen Tagen kam es mehrfach zu Erschütterungen in der
Region. Während der Nacht gab es eine Serie von immer stärkeren
Erdstößen, die schließlich in dem schweren Beben um 3.32 Uhr
gipfelte.
In L'Aquila wurden allein vier Kinder beim Einsturz eines Hauses getötet. Fünf Menschen starben in Castelnuovo, weitere in anderen Orten in der Umgebung. Im historischen Zentrum von L'Aquila nordöstlich von Rom suchten Helfer in den Trümmern von Wohnhäusern und in einem Studentenheim nach Verschütteten.
Weinende und Betende auf den
Straßen
In L'Aquila bot sich Montagfrüh ein Bild des Chaos. Menschen standen
in Pyjamas auf der Straße und versuchten, Angehörige auf dem Handy
zu erreichen - unterbrochen von den Rufen der Helfer, die absolute
Ruhe einforderten, um Signale von Verschütteten hören zu können.
Andere saßen weinend am Straßenrand, viele beteten. Einer der Überlebenden aus dem Studentenheim erklärte, man habe kaum noch Zeit gehabt, sich zu retten: Noch während alle die Stufen hinunter rannten, brach über ihnen das Dach ein.
Kirchenkuppel
eingestürzt
In einigen Vierteln von L'Aquila fielen Strom und Telefon aus. An
vielen Häusern zeigten sich größere Risse. Die Kuppel einer Kirche
im Zentrum von L'Aquila stürzte völlig ein, die Kathedrale wurde
beschädigt. Laut ersten Rückmeldungen der Helfer war die Lage in
anderen Orten vergleichbar.
Das Beben war auch in Rom, den Marken und bis nach Triest zu spüren. Mittelitalien gilt als erdbebengefährdet, jedoch nimmt das Ausmaß der Erdstöße selten gefährliche Ausmaße an. Im Jahr 1703 wurde L'Aquila allerdings von einem Beben heimgesucht, das etwa den damaligen Dom weitgehend zerstörte.
Notstand ausgerufen
Kolonnen mit Hilfsgütern und Zelten waren Montagfrüh auf der
Autobahn in Richtung L'Aquila unterwegs. Teile der Autobahnstrecken
wurden gesperrt, um die Rettungsaktionen zu beschleunigen. Ab Rom
dürfen in Richtung Abruzzen keine Lkws auf der Autobahn fahren.
Italiens Zivilschutzchef Guido Bertolaso sprach von der "schlimmsten Tragödie für Italien seit Beginn des neuen Jahrtausends". Regierungschef Silvio Berlusconi rief den Notstand aus und sagte einen Staatsbesuch in Moskau ab. Im Lauf des Tages wurde er in L'Aquila erwartet.
<<<<<< O >>>>>>

