Mega-Blackout:

Bis zu 60 Millionen Brasilianer ohne Strom

10./11.11.2009

Passanten irrten durch die dunklen Strassen von São Paulo und Rio, Fahrstühle steckten fest, Räuber nutzten die Gunst der Stunde. Ein riesiger Stromausfall hat weite Teile Brasi-liens lahmgelegt. Stundenlang war es für bis zu 60 Millionen Menschen finster.

São Paulo - "Brasilien im Dunkeln" - so titelten die Zeitungen nach dem gigantischen Stromausfall, der am Dienstag weite Teile des Landes ins Chaos gestürzt hatte. Bis zu 60 Millionen Brasilianer - mehr als ein Drittel der Bevölkerung - waren von dem stundenlangen Blackout betroffen, wie ein Sprecher des Energie-ministeriums am Mittwoch erklärte.

Kurz nach 22 Uhr Ortszeit gingen im Süden Brasiliens die Lichter aus. Die zwei grössten Städte des Lan-des, São Paulo und Rio de Janeiro, blieben für mehrere Stunden vollständig ohne Strom. Auch im benach-barten Paraguay war es 20 Minuten lang finster.

U-Bahnen fuhren nicht mehr, Telefonsysteme und Ampeln fielen aus, es kam zu unzähligen Unfällen. Auf den internationalen Flughäfen von Brasilien wurden zahlreiche Flüge gestrichen oder starteten nur mit star-ken Verspätungen. Die Strassen wurden nur noch von Autoscheinwerfern beleuchtet, die meisten Häuser waren dunkel. Die Feuerwehr kam nicht hinterher, die Menschen zu befreien, die mit ihren Mobiltelefonen aus den massenhaft steckengebliebenen Fahrstühlen anriefen.

In Rio brach der Verkehr fast völlig zusammen. Autos schoben sich nur langsam und äusserst vorsichtig über die Kreuzungen, freie Taxis waren kaum zu bekommen. Menschen versuchten, sich mit Hilfe von Ker-zen, Feuerzeugen oder Handys auf den stockdunklen Strassen zu orientieren.

Einige Restaurantgäste machten sich im Schutz der Finsternis ohne zu bezahlen aus dem Staub, während andere in den nun unklimatisierten Räumen auf das Wiedereinsetzen des Stroms warteten.

Aus Angst, Kriminelle könnten die Dunkelheit für Verbrechen nutzen, verstärkte die Polizei in Rio und São Paulo ihre Kräfte und rief die Bevölkerung auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Beide Städte sind für ihre hohe Kriminalitätsrate bekannt. Rios Gouverneur Sergio Cabral sandte am frühen Morgen eigens eine Elite-einheit in die dunklen Strassen aus, um die öffentliche Ordnung zu wahren.

Panne im grössten Kraftwerk des Landes

Tatsächlich riefen verängstigte Bürger bei lokalen TV- und Radiostationen an und berichteten von Überfäl-len, viele wagten nicht, die stockdunklen Strassen zu betreten. In der Nähe des Marcaná-Stadions in Rio taten sich einem Polizeisprecher zufolge mindestens ein Dutzend Räuber zusammen und überfielen mas-senhaft Menschen, die in der Dunkelheit umherirrten.

Erst nach zwei Uhr ging in einigen Teilen der Grossstädte die Lichter wieder an. Menschen auf der Strasse jubelten, Autofahrer reagierten mit Hupkonzerten. Viele Viertel blieben jedoch weiterhin ohne Strom, auch die Ampelanlagen waren bis zum Morgen noch nicht wieder in Betrieb.

Die Ursache für den gigantischen Blackout war offenbar ein heftiges Gewitter, das Strom-leitungen zerstörte und zu einer Panne im Wasserkraftwerk Itaipu an der Grenze zu Para-guay, führte.

Dem brasilianischen Energieminister Edson Lobão zufolge fiel das Kraftwerk nach einer "Kettenreaktion" komplett aus und musste neu hochgefahren werden. Itaipu, das zweitgrösste Wasserkraftwerk der Welt und das grösste des Landes, deckt 20 Prozent des brasilianischen Strombedarfs.

Brasilien hat in den letzten Jahren mehrere grosse Stromausfälle erlebt, allerdings hatten diese nicht das Ausmass des Ausfalls vom Dienstag.

Quellen:  seh/siu/AFP/AP/dpa

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Bemerkungen:

Wieder einmal ein "schönes Beispiel", dass "grösser und besser" nicht immer auch vernünftiger und sicherer ist.  Wäre Brasilien mit dezentralen Freienergie-Konvertern ausgerüstet, so wäre eine solche "Kettenreaktion" gar nicht möglich, die sogar das weltweit zweitgrösste Kraftwerk ausser Betrieb gesetzt hat.  Wenn dies nur endlich einmal die Regierungen zur Kenntnis nehmen würden und die Nutzung freier, kosmischer Energie fördern würden statt bekämpfen und solch widersinnige gigantische Projekte wie einen "Supercollider" (Teilchenbeschleuniger) im CERN zu finanzieren!....     (tst)

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