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Israels Abschreckungspotential erlitt im Mai 2000 einen Rückschlag,
als es Hizbollah gelang die israe-lischen
Besatzungstruppen aus dem Südlibanon zu vertreiben. Sofort nach dieser
Niederlage plante Israel einen weiteren Krieg gegen die Hizbollah, um
sein Abschreckungspotential wiederherzustellen. Im Jahre 2006 hat
Israel nach langer Vorbereitung und dem vollen Einsatz seiner
Luftwaffe aber eine weitere schmähliche Niederlage im Libanon gegen
die Hizbollah hinnehmen müssen.
Das zweite
Ziel
war, die Friedensinitiative der Palästinenser zum Scheitern zubringen.
Das war stets ein zweites Dogma Israels: Man verhandelt nicht mit den
Arabern. Man erteilt ihnen Be-fehle. Die Hamas
wurde allzu gemässigt; sie übermittelte das Signal, sie könnte sich
mit einer Zwei-staatenlösung in den Grenzen von
1967 zufrieden geben. Die Führung in Syrien und der „Westbank“ haben
ebensolche Erklärungen abgegeben. Israel fürchtete schon, es wäre
gezwungen, über eine Lösung zu verhandeln, die die internationale
Gemeinschaft seit 30 Jahren vorschlägt.
Ein Gegner einer solchen Lösung sind nur die USA, oder Israel,
gestützt von den USA. Indem die Ha-mas also
begann, gemässigte Positionen einzunehmen und sich an den
Waffenstillstand von 2008 hielt, bewies sie damit, einen glaubwürdigen
Verhandlungspartner darzustellen. Die Hamas hielt sich an ihr Wort.
Währenddessen hat eine der Voraussetzungen dieses Waffenstillstands
ausser acht ge-lassen, nämlich, die Blockade zu
lockern. Also
wollte Israel die palästinensische Friedensoffen-sive
aus der Welt schaffen.
Das hat es immer wieder und wieder getan. Israel provoziert die Palä-stinenser
eine Reaktion zu zeigen, und es will entweder Hamas vernichten
oder soviel zerstören, dass Hamas einfach sagen muss, es werde niemals
mit Israel verhandeln. Das ist geanau das, was Israel will. Israel
will überhaupt keinen gemässigten Verhandlungspartner, denn findet
sich ein solcher, dann würde ja der Druck auf Israel zunehmen. Hamas
will eine Vereinbarung erreichen. Hamas steht zu seinem Wort.
Aber Israel will gar nicht verhandeln.
Was Sie eigentlich ausdrücken, ist, dass Israel überhaupt nicht an
einem Frieden interessiert ist.
Israel will Frieden zu seinen Bedingungen, und die sind, die Westbank
soll seinem Staatsgebiet ein-verleibt werden.
Wird das Unternehmen erfolgreich verlaufen?
Zunächst müssen wir eine klare Sprache sprechen, die richtigen Wörter
finden. Es handelt sich nicht um ein „Unternehmen“, und es findet auch
nicht
„ein Krieg“ statt.
Was
da vor sich geht, ist ein Abschlachten, ein Massaker.
Wenn 200 bis 300 Kinder umgebracht werden, dann ist das nicht Krieg.
Wenn man stärkste militärische Mittel gegen eine wehrlose Bevölkerung
einsetzt, dann ist das nicht „ein Krieg“. Man spricht auch nicht von
Krieg, wenn man einen Fisch in einem Fass abschiesst. Ein israelischer
Kolumnist drückte es so aus, es erfordere nicht allzu
viel Mut, Düsenflugzeuge und waffenstarrende Kampfhubschrauber
in einen Gefängnishof feuern zu lassen. Was hier geschieht, ist kein
Krieg. Ein Drittel der Todesopfer waren Kinder.
Es
ist kein Krieg. Es handelt sich um ein Massaker.
Was Israels wahre Ziele betrifft, muss man sagen, dass es erfolgreich
war. Es hat Furcht unter den Palästinensern und allgemein unter den
arabischen Staaten erzeugt, zu sehen, wie irrsinnig Israel tat-sächlich
ist. Und zweitens, es zerstört Hamas als moderaten
Verhandlungspartner. Jetzt kann man schon hören, dass Hamas keine
Friedensverhandlungen führen wird. Das ist genau Das,
was Israel wollte.
Auf Ihrer Netzseite findet sich das Argument, dass die Enkel der
Judenverfolgung den Palästinensern genau das antun, was ihnen
Berichten zufolge von den Nazis angetan wurde. Stimmen Sie dem zu?
Wie eine ganze Anzahl von Kommentatoren herausstellten, wird
Israel immer mehr zu einem wahnsinnigen Terrorstaat.
Und das muss ehrlich einbekannt werden. Während die übrige Welt
Frieden
will, Europa Frieden will, sogar die USA Frieden wollen, will dieser
Staat nichts als
Krieg, Krieg,
Krieg.
In der ersten Woche des Massakers tauchten in den israelischen
Zeitungen Berichte auf, Israel habe nicht vor, alle seine Bodentruppen
in Gaza einzusetzen, da es Angriffe auf
Iran
plane. Und dann sprachen die Berichte wieder von Angriffen auf
Libanon.
Dieser Staat ist irrsinnig.
Aber schliessen Sie sich dieser Charakterisierung an?
Sehen Sie sich die Bilder an und entscheiden Sie selbst. Ich werde den
Leuten nicht sagen, was sie darüber denken sollen. Ich sage bloss,
jeder sollte die Bilder ansehen und für sich entscheiden:
http://www.normanfinkelstein.com/article.php?pg=11&ar=2510)
(..........)
In
Ihrem Buch „Jenseits der Chutzbah“ argumentieren Sie, dass
Israel nach der Vertreibung der Palästinenser
gegründet worden sei, aber die Frage bleibt offen, ob dies von vorne
herein geplant war? Und wenn ja, kann man den Vorgang ein Genozid
nennen?
Ja, es handelte
sich um eine vorsätzliche Tat,
und ich finde, das Zeugnis dafür ist sonnenklar. Sogar Israels
früherer Aussenminister, Shlomo Ben-Ami, sagte in seinem vor einigen
Jahren publi-zierten Buch „Narben des Krieges“,
dass es völlig klar sei, dass es sich 1948 um eine
vorsätzliche, geplante Austreibung
gehandelt habe, die in der zionistischen Maxime des „Transfers“
begründet war.
Vertreibungen sind Vertreibungen, und sie sind Kriegsverbrechen.
Wo
sehen Sie die Ursache, dass die US-Medien derart einseitig und
pro-Israel eingestellt sind?
Ich sehe da zwei Komponenten. Vor allem, Israel nimmt die Interessen
der USA in der Region wahr, und die amerikanischen Medien geben Carte
Blanche jedem Staat, der amerikanischen Interessen dient. Das ist das
Bild im Grossen und Ganzen, und dies ist wohl in anderen Teilen der
Welt auch nicht anders. Die schrecklichen Regime wie Saudiarabien,
auch Ägypten, bekommen auch Carte Blanche in den USA. Das ist der
grössere Zusammenhang. Aber es gibt natürlich noch einen zweiten
Faktor, das ethnische Element.
In
zahlreichen Zeitungen und in den übrigen Medien gibt es eine massive
jüdische Präsenz,
und es gibt die jüdische ethnische Solidarität, die hier eine Rolle
spielt. … (…
…)
Welche Gefühle ruft das Unternehmen Israels bei Ihnen persönlich
hervor?
Ich fühle schon lange keine emotionale Verbundenheit mehr mit dem
Staat Israel, der ohne Reue,
voll
Brutalität und Unmenschlichkeit diese bösen und mörderischen Kriege
führt.
Israel ist ein Räuberstaat.
Ein russischer Schriftsteller definierte
einmal solche Räuberstaa-ten als Dschingis Khan
mit Telegraf. Israel ist Dschingis Khan mit Computer. Ich fühle
keinerlei Ver-wandtschaft mit diesem Staat. Ich
habe dort einige gute Freunde und deren Familien dort; natürlich
wollte ich nicht, dass ihnen Leid geschieht. Aber manchmal habe ich
das Gefühl,
Israel sei aus der wabernden Hölle entstanden, ein satanischer Staat.
90% der Bevölkerung sind ausser sich vor Freude, spenden lauten
Beifall und fühlen sich stolz und heroisch. Sie schicken einen Sherman
Panzer auf einen Kinderspielplatz und fackeln die Kinder ab. Ist das
heroisch? Ist das Mut? ( ...... )
Etwa dreihundert Kinder, sie sind alle verbrannt, zu Asche verbrannt;
Ganz Gaza wurde mit Phos-phorbomben belegt.
Alles, was diese Leute aufbauen, aufbauen, aufbauen wollten, ist
wiederum zer-stört, verwüstet worden.
Dieser Staat hat Gaza 1978 angegriffen, dann wieder 1982, wieder in
1993, in 1996, wieder im Jahre 2006, und jetzt, 2008, und immer hat
Israel zer-stört, zerstört, zerstört.
Und dann heben diese satanischen, narzistischen Leute die Arme hoch
und fragen:
„Warum liebt uns denn Keiner? Warum wollen
unsere Nachbarn uns denn nicht hier haben?“
Ja, aber -- warum sollten sie denn?

Originaltext:
In a telephone interview with Today's Zaman, Finkelstein said Israel
was a "terrorist state" created by the ethnic cleansing of
Palestinians in 1948. Praising Prime Minister Recep Tayyip Erdoğan and
the Turkish people for their courage in supporting Palestinians,
Finkelstein referred to Israel as a "sata-nic"
and "lunatic" state. Finkelstein's parents survived the Nazi camps
in World War II and then immigrated to the US. After his book “The
Holocaust Industry,” in which he accused many prominent Jewish leaders
of abusing the victims of the Holocaust, was published, Finkelstein
was almost decla-red
persona non grata by America’s influential Zionist circles.
What does Israel want to achieve with this operation?
Basically, Israel wants to achieve two goals: to restore what it calls
its deterrence capacity -- that means to spread fear among Arab states
about itself. This is a core principle of Israeli strategic doctrine.
Arab states have to be afraid of Israel, afraid of its military might,
and Arabs should do what Israelis want. They shall follow Israeli
orders.
Israel’s military deterrence suffered a setback in May 2000, when
Hezbullah succeeded to expel Israeli occupying forces from south
Lebanon. Almost immediately in the aftermath of the failure, Israel
planned another war with Hezbullah to re-establish its deterrence
capacity. In 2006, after long preparation and using its air force,
Israel suffered another ignominious defeat in Lebanon against
Hezbullah.
The second goal was to defeat the Palestinian peace offensive. This
has been another basic principle of Israeli doctrine: You do not
negotiate with Arabs. You give them orders. The Palestinian
organization Hamas was becoming too moderate; it was transmitting,
giving the signal that it was ready to go along with the two-state
settlement based on pre-1967 borders. The leadership of Syria and the
West Bank have also been making statements like this. So Israel
started to get worried that it would be obliged to negotiate a
settlement which the international community has been supporting for
the last 30 years. |