Gefahr für den Hebammenberuf in Deutschland
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Dienstag, 4. Mai 2010 22:06 Hallo ihr Lieben, schaut euch mal an, ob ihr das unterzeichnen könnt. Die Prioritäten unserer Gesellschaft sind wirklich nicht mehr nachvollziehbar... Alle, die Ihr bei Eurer Geburt von einer Hebamme auf die Welt begleitet wurdet, heute wende ich mich an Euch, um für ein Thema zu sensibilisieren welches mir sehr am Herz liegt und existentiell an die Nieren geht. Die berufliche Zukunft der Hebammen ist in großer Gefahr und damit auch eine sichere und men-schenwürdige Geburtshilfe. Ein uralter Beruf – ein Frauenberuf – ein sozialer Beruf – ein Beruf ohne Lobby wird gezwungen aufzuge-ben --- ( der älteste und wichtigste Beruf ! tst )
Ich bitte Euch, um einen Augenblick Zeit folgendem Link nachzugehen und Euch über die Situation des Hebammenstandes in Deutschland zu informieren sowie Eure Möglichkeit uns zu unterstützen. www.hebammenfuerdeutschland.de
In der Art und Weise wie mit dem Beginn und dem Ende des Lebens umgegangen wird, spiegelt sich der Zeitgeist unsere Gesellschaft wieder...
Mit nachdenklichen
Grüßen, Bemerkung: Diese Haftpflicht-Absicherung sollte durch den Hebammen-Berufsverband geleistet werden, welcher vom Staat für diese Kosten entschädigt wird. Thyl Steinemann <<<<<<< O >>>>>>> Will Deutschland eine Geburtshilfe ohne Hebammen??? Durch erhöhte Beiträge zur Haftpflichtversicherung der Hebammen wird Frauen die Möglichkeit ge-nommen den Geburtsort ihres Kindes frei zu wählen oder sich für individuelle Hebammenunterstütz-ung während der Geburt zu entscheiden! Geburtshaus-, Hausgeburtshebammen wie auch Hebammen und GynäkologInnen, die Belegbetten in Ge-burtskliniken haben, sie alle sind in ihrer beruflichen Existenz gefährdet und können unter diesen neuen Vorrausetzungen Geburtshilfe nicht weiter anbieten. Die Politik muss dringend tätig werden! Es gibt kaum Versicherer, die noch bereit sind, für Geburtshilfe zu haften. Unsere Berufsgruppe ist mit 4'500 freiberuflichen Hebammen zu klein, um weiter die Haftpflicht-absicherung für ca. 160'000 Geburten zu leisten. Das entspricht einem Viertel der Gesamtgeburtenzahl Deutschlands. Daher brauchen wir Ihre Unterstützung. Seit 5. Mai läuft die Zeichnungsphase der E-Petition des DHV an den Deutschen Bundestag. Sie wird online unterzeichnet: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=11400 Eine Anleitung zum Zeichnen der E-Petition finden Sie hier: www.hebammenverband.de/index.php?id=1342#c2274 ~~~~~~~~~~~~~ Die Situation der Beleg-, Geburtshaus-, und Hausgeburtshebammen: Seit 2008 wurden die Versicherungsprämien bereits um 80% auf 2'400,- EUR jährlich angehoben. Zum 1.7.2010 steht eine weitere massive Prämienerhöhung bis zu 4'600,- EUR an. Dem gegenüber steht das zu versteuernde Durchschnittseinkommen der geburtshilflich, in Vollzeit tätigen Hebamme bei ca. 1'180,- EUR monatlich, was einem Stundenlohn von 7,50 EUR entspricht. All diese Hebammen leisten 7 Tage pro Woche eine 24h Rufbereitschaft, für die es in der Gebührenordnung noch nicht mal eine Abrechnungsziffer gibt!!! Diese Kosten werden von den betreuten Frauen selbst getra-gen (umgerechnet 8,50 EUR/Tag). Seit einigen Jahren ist in der Geburtshilfe ein anhaltender Trend zur Zentralisierung zu beobachten. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit werden kleinere Abteilungen geschlossen, zusammen gelegt, privatisiert oder ins Belegsystem umgestellt, um Personalkosten einzusparen. Jetzt werden sogar weitere kleine Be-legabteilungen zusätzlich wegen der zu hohen Versicherungskosten der Hebammen und Ärzte schließen. Besonders die Schwangeren auf dem Land leiden darunter, denn sie müssen weite Wege fahren, und bringen ggf. ihre Kinder im Auto auf die Welt, da es keine Hausgeburtshebammen mehr geben wird, die ihnen bei der Geburt in den eigenen vier Wänden zur Seite stehen könnten. Die außerklinische Geburt stellt gerade heute, bei eklatanter Personalunterbesetzung in den
Kreißsälen, dem Trend zu großen anonymen Perinatalzentren mit eingriffsreicher Massenabfertigung, einer
Kaiser-schnittrate über 30%, Tendenz steigend, eine wahrhaft sichere Alternative dar, belegt auch eine
umfass-ende Studie aus dem Jahr 2009, veröffentlicht im deutschen Ärzteblatt: Die obige Studie zeigt eindrücklich, dass Technik niemals menschliche Zuwendung ersetzen kann. Hebammengeleitete Geburtshilfe ist sicher, interventionsärmer und kostengünstiger!!! Wir wollen Frauen in dem verwundbarsten und wunderbarsten Augenblick ihres Lebens kompetent, liebe-voll und geduldig begleiten. Die professionelle Unterstützung durch Hebammenarbeit bewirkt nennens-werte Unterschiede, in dem sie Frauen mehr Sicherheit und Selbstvertrauen in ihre eigene Kraft vermittelt und vielen kleinen Erdenbürgern so einen gesunden, komplikationsarmen Start ins neue Leben ermöglicht. Frauen, die sich für eine eigene Hebamme zur persönlichen Geburtsbegleitung entschieden haben (ob im Krankenhaus, Geburtshaus oder zur Hausgeburt), erleben die geringste Rate an Komplikationen während der Geburt. 92,8% der Schwangeren, die sich für eine außerklinische Geburt entschieden haben, gebären ihre Kinder auch wirklich natürlich und nur 2,5% aus diesem Klientel bekommen eine Saugglocke und nur 4,7% einen Kaiserschnitt! www.quag.de Demgegenüber liegt die allgemeine Kaiserschnittrate in Deutschland über 30%, im Saarland bereits über 40%, Tendenz steigend und vor 15 Jahren noch bei 18%! Dies hat NICHTS mehr mit Entscheidungen zum Wohle von Mutter und Kind zu tun, sondern mit unnötigen pathologieschaffenden Manipulationen, haft-ungsrechtlichen und finanziellen Gründen! Die daraus resultierenden Folgekosten werden die Allgemeinheit in Zukunft noch mit horrenden Summen belasten. Wir fordern den Staat auf, in eine menschliche, zugewandte und kostengünstige Geburtshilfe zu investieren, die unterstützt, dass Frauen wieder in die natürlichste Sache der Welt, ein Kind zu gebären, vertrauen lernen. Hebammen unterstützen Frauen, ihre Reise durch die Schwangerschaft mit gesundem Optimismus anzugehen, statt der heute größtenteils üblichen Pauschalbehandlungen in Schwangerschaft und Geburt, die am Ende verängstigte Risikopatientinnen hinterlassen. In diesem Jahr wird sich entscheiden, ob Frauen auch in Zukunft noch die Wahl haben, Ge-burtsort und Begleitung für sich optimal auszuwählen oder ob sie in einem der wichtigsten Momente ihres Lebens allein gelassen und Opfer einer hochtechnisierten, interventions-reichen, anonymen Geburtshilfe werden. Das Recht der Frauen auf persönliche Unterstützung bei der Geburt darf nicht weiter ausgehöhlt werden. Einsparungen im Gesundheitswesen dürfen nicht dazu führen, dass Frauen finanziell belastet, während der Geburt über lange Zeiträume allein gelassen werden und Hebammen die Berufsausübung unmöglich gemacht wird. Auch wenn wir Hebammen zahlenmäßig nur eine kleine Berufsgruppe in diesem Land sind, ist unsere Arbeit extrem wichtig, denn sie spiegelt wieder, ob es in dieser Gesellschaft noch Platz für ethische Werte wie Menschlichkeit, Mitgefühl, Geduld und Liebe gibt. Lisa von Reiche, Nitya Runte, Ulla Cremer, Sonja Langner, <<<<<<< O >>>>>>> |
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*Letzte Bearbeitung dieser Seite am 06.05.2010