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Strategic Alert
Kurzfassung Jahrg. 22, Nr. 1, 3. Januar 2008
Ein neues
Jahr finanzieller Tumulte
Wenn diese erste Ausgabe des Strategic Alert im Jahr 2008 erscheint,
werden die Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Agonie des
Weltfinanzsystems verlängert haben - die Injektion unbegrenzter Mengen an
Liquidität -, an ihre Grenzen stossen. Es beginnt eine Phase völliger Instabilität, wo die Auflösung des Systems mit
einem weiteren grossen Kollaps im Januar und Februar weiter voranschreitet.
Die
Liquiditätsspritzen für die Zeit über Weihnachten und Neujahr müssen nach dem
3.1. refinanziert werden, während die Verluste des Systems in den vergangenen
beiden Wochen weiter zunahmen. Das erfordert weitere Liquiditätsspritzen, die
über die 500-1000 Mrd. $, die bereits in das System gepumpt wurden, schon bald
um eine Grössenordnung hinauswachsen könnten und die hyperinflationäre Spirale durch kreditfinanzierte
Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln weiter anheizen werden.
Gleichzeitig werden die Basel-2-Vorschriften in den Vereinigten Staaten in
Kraft treten, was die Lage noch unberechenbarer macht: Die Kreditwürdigkeit
wird dann nicht mehr an Kapitalerfordernisse gekoppelt sein, sondern nur noch
von Bewertungen abhängen - in einer Lage, wo inzwischen auch AAA-Bewertungen
Ramsch sind.
Die
Regierungen werden, wenn sie eine Fortsetzung dieser Politik zulassen, schon
bald ihre Souveränität an die Finanzräuber abtreten müssen. Letztere prüfen
bereits die Statuten der Zentralbanken, um einen Weg zu finden, eine generelle
Rettungsaktion für das Bankensystem zu rechtfertigen. Wie der Daily Telegraph am 27.12. schrieb,
befassen sich Insider hinter den Kulissen bereits mit einem Papier von
Mitarbeitern der Federal Reserve, „was im Rahmen des Federal Reserve-Gesetzes
getan werden kann, wenn alles andere versagt“. Nach Abschnitt 13 dieses
Gesetzes kann die Fed Notmassnahmen
ergreifen, wenn die Banken „nicht bereit sind oder sehr zögern“, Kredite zu
vergeben. In diesem Fall kann die Fed die Bank ermächtigen, „Geld an jedermann
zu vergeben, und das Kreditrisiko selbst übernehmen“, also alle Schleusentore
zu öffnen. Man befinde sich „zwischen der Scylla der Kreditverknappung und der
Charybdis der Inflation“.
Da
der Euro und die EZB in Europa solche Möglichkeit nicht haben, könnten die
Maastricht-Regeln die Regierungen zwingen, die Steuern anzuheben oder die
Ausgaben soweit zu kürzen, dass es zu einer Rezession kommt, um die Hedgefonds
zu retten.
Ermordung
Bhuttos Teil einer britischen Operation für globales Chaos
Die Ermordung der früheren pakistanischen
Premierministerin Benazir Bhutto
am 27.12. kann man als eine regelrechte „Chaos-Operation“ charakterisieren. Die
britische Hand dahinter ist deutlich zu erkennen, aber die Briten operierten
mit vielen Gruppen, in allen Fraktionen und auf allen Seiten des Konflikts, die
mit parallelen, aber auch widersprüchlichen Zielen arbeiteten.
Die
Motive hinter dem Bhutto-Mord sind globaler, nicht regionaler Natur. Teile der
britischen Oligarchie wollen die gesamte Weltlage in ein heilloses Chaos
verwandeln. Das hat mehr mit dem Finanzkrach zu tun als mit irgendwelchen
internen Aspekten der Politik in Südwest- oder Südasien. Es gibt Fraktionen in
der Londoner City und deren Verbündete, die verstehen, dass das gegenwärtige Finanzsystem
dem Untergang geweiht ist und bereits mit zunehmender Geschwindigkeit
kollabiert. Sie betrachten dies als das „Endspiel“ und wollen nun entscheiden,
wer überlebt und wer untergeht. Sie nutzen den Terrorismus als Waffe, um Chaos
anzurichten und so sicherzustellen, dass sie den Kollaps überstehen.
Man
kann darüberhinaus die Ermordung Bhuttos mit dem Mord an US-Präsident John F. Kennedy 1963 vergleichen - eine Tat,
die eine strategische Wende markierte und viele weitere schmutzige Aktionen
ankündigt, wenn nicht entsprechende Massnahmen ergriffen werden, um mit der
globalen Finanzkrise umzugehen.
Lawrow betont im Jahresrückblick
Kennebunkport-Initiative
In einem Interview zum Jahresende, das am
26.12. in Wremja Nowosti erschien,
rät der russische Aussenminister Sergej Lawrow,
für eine Einsicht in die wichtigsten strategischen Ereignisse des Jahres 2007,
auf die Rede von Präsident Wladimir Putin
auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar zurückzublicken.
Internationale Medien stellten diese Rede fälschlich als Rückfall in den Kalten
Krieg dar, aber EIR dokumentierte, dass Putin tatsächlich nicht die
Vereinigten Staaten angriff, sondern nur die Pervertierung der US-Politik durch
Verräter an der wahren Identität der USA, und dass Putin zu einer Zusammenarbeit
der Nationen zur Lösung der Probleme der Welt aufrief. Es war auch die erste
von mehreren Gelegenheiten in diesem
Jahr, wo er sich auf die Politik von US-Präsident Franklin D. Roosevelt bezog. Lawrow sagt dazu: „Der
Hauptzweck von München war, die Frage des gegenseitigen Verständnisses ins
Blickfeld zu rücken“ und einen „ehrlichen, offenen Dialog... ohne
Hintergedanken“ anzustossen.
Verschiedene spätere Ereignisse seien Abkömmlinge der Münchner Rede, so
die russische Entscheidung, sich nicht länger an den Vertrag über
Konventionelle Streitkräfte in Europa (CFE) zu halten, da ihn andere Länder
nicht ratifizierten. „Man hat nicht auf uns gehört. Wir haben die Lage ins
rechte Licht gerückt und damit die Dinge aus einem Stillstand in Bewegung gesetzt.
Es ist immer noch nicht gelöst.“
Besonders dramatisch ist der Teil in Lawrows Interview über Putins
„beispiellosen Vorschlag“ auf dem Sitz der Familie Bush in Kennebunkport (Maine) im Sommer über die
Raketenabwehr. „Putin schlug eine qualitativ neue Herangehensweise vor, die
gegenseitiges Vertrauen und völlige Offenheit hinsichtlich der von jeder Seite
mit Hilfe ihrer modernsten Technologien gesammelten Informationen voraussetzt.
Der Vorschlag war, die Kapazitäten, die für die Sicherheit jeder Seite
entscheidend sind, zu vereinigen. Das bedeutet, ,Überreste der Vergangenheit in
sich zu überwinden’ und sich auf eine Ebene der Partnerschaft und
Zusammenarbeit zu begeben, die vorher völlig undenkbar war. Wir haben die
Hoffnung nicht verloren, dass diese Herangehensweise angenommen wird, obwohl die
Chancen dafür sinken.“
Gefragt, ob das bedeute, dass die USA die Vergangenheit nicht überwunden
hätten, antwortete Lawrow: „Ich würde auch nicht sagen, dass wir diese Überreste
ganz überwunden haben. Aber das ist es, wozu der Präsident aufgerufen hat...
Das war seine feste Überzeugung und sein politischer Wille: die Überreste der
alten Denkweisen zu überwinden. Wenige Menschen im Westen haben das verstanden.
Aber es war wirklich noch nie da gewesen.“
Als
andere entscheidende Entwicklungen für die russische Aussenpolitik 2007 nennt
Lawrow Durchbrüche bei der Zusammenarbeit in der Gemeinschaft Unabhängiger
Staaten (GUS) - obwohl die GUS praktisch in zwei Teile gespalten sei und
westliche Länder versuchten, diese Spaltung zu verschärfen. Gemeinsame
Interessen bei Wirtschaftskooperation, Energie- und Verkehrs-infrastruktur
führten zu einer Umkehr der zentrifugalen Tendenzen. Besonders wichtig sei für
Russland die Zusammenarbeit mit dem Teil der GUS-Zone, der in der Eurasischen
Wirtschaftsgemeinschaft (EurAsEc) und der Organisation des Vertrags über
kollektive Sicherheit (CSTO bzw. OVKS) zusammengeschlossen ist, d.h.
Weissrussland und die zentralasiatischen Länder.
Lawrow spricht noch über Kosovo und die Iran-Verhandlungen und schliesst
sein Interview mit ausführlichen Bemerkungen über die Verschlechterung des
russischen Verhältnisses zu Grossbritannien, woran London die Schuld trage.
Russland
testet erfolgreich asymmetrische
Waffe
Am 25.12. testete Russland erfolgreich eine
neuartige Langstreckenrakete, die
sich in der Abstiegsphase in einen Marschflugkörper
verwandelt, was es so gut wie unmöglich macht, sie mit einer
konventionellen Raketenabwehr abzuschiessen.
Der
Test am Weihnachtstag war ein klares Signal für Russlands Missfallen an den
amerikanischen Plänen zur Stationierung einer Raketenabwehr in Polen und
Tschechien und für Moskaus erklärte Absicht, asymmetrische Gegenmittel zu
entwickeln. Bekannt gegeben wurde ausserdem ein Probeabschuss einer landgestützten
RS-24 Rakete von der Abschussrampe Plesezk in Nordrussland sowie der Abschuss
einer Rakete mit mindestens drei Satelliten für ein Kartierungs- und
Navigationssystem als Konkurrenz zum amerikanischen Global Positioning System
(GPS).
Die
neue Hybridrakete mit der Bezeichnung RSM-54 oder Sinewa wurde am 25.12. vom Atom-U-Boot Tula in der Barentssee angefeuert und traf ein Ziel auf dem
Schiessplatz Kura auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten. Es handelte
sich um den zweiten Probeabschuss innerhalb einer Woche.
Der
Sprecher des Aussenministeriums Michail Kamynin
verurteilte gleichzeitig nochmals die US-Raketenabwehrpläne in Osteuropa. Er
bezog sich direkt auf ein Interview des tschechischen Aussenministers Fürst
Karel Schwarzenberg aus der
Vorwoche, der offen erklärt hatte, die USA sollten mit ihrem Radar eine
Überwachung des russischen Territoriums sicherstellen. Dies sei ein erneuter
Beweis dafür, so Kamynin, dass die US-Raketenabwehr in Osteuropa nicht dem
Schutz vor einer nichtexistenten Gefahr durch iranische Raketen diene, sondern
nur dazu, das strategische Gleichgewicht zu stören und einen Vorsprung
gegenüber Russland zu erlangen.
Der
neugewählte polnische Ministerpräsident Donald Tusk hingegen sagte am 21.12. der Boulevardzeitung Super Express, Polen werde
US-Raketenstellungen nur auf seinem Gebiet dulden, wenn es „eine 100%ige
Garantie hat, dass die Einrichtung den nationalen Sicherheitsinteressen dienen
wird. Wenn es diese Sicherheit nicht gibt, wird es keine Einrichtung geben.“
Amerikanische
Landtage mit
Finanzkrisen konfrontiert
Wenn die Landtage ihre erste Sitzung im neuen
Jahr abhalten, werden sie sofort mit den Folgen des dramatischen Zusammenbruchs
des Finanzsystems, wie er sich in der Hypotheken- und Bankenkrise
widerspiegelt, und der Tatsache, dass der nationale Kongress sich bisher weigert,
etwas zu unternehmen, konfrontiert sein. Nach einer Umfrage der Nationalen
Konferenz der Landtage (NCSL) ist das „Budget“ das wichtigste der 10
wichtigsten Themen, mit denen sich die Landtage im Jahr 2008 beschäftigen
müssen. Der Vizepräsident des NCSL, der Landtagsabgeordnete Falzone aus Massachusetts, sagte: „Wir
rechnen mit dem Schlimmsten“ im neuen Jahr.
Viele Staaten, darunter Florida,
Maryland und New York,
hielten in den vergangenen Monaten wegen der Einkommensausfälle
Dringlichkeitssitzungen ab. Florida z. B. rechnet mit einem weiteren Rückgang
des Steueraufkommens um 1 Mrd. $, nachdem der dortige Landtag den Haushalt
schon in einer ausserordentlichen Sitzung im Oktober wegen des Zusammenbruchs
des Immobilienmarktes um 1 Mrd. $ gekürzt hatte. Zu den Vorschlägen zum Umgang
mit der neuen Lücke gehören die Ausweitung des Glückspiels, die Verpachtung der
Lotterie von Florida, die Überlassung von Mautstrassen an private Gesellschaften
gegen Bargeld und natürlich Steuererhöhungen.
In
Kalifornien wird Gouverneur Schwarzenegger
am 10.1. den „Haushaltsnotstand“ erklären, der Haushaltskürzungen von 10% und
die vorzeitige Entlassung von 20.000 Strafgefangenen vorsieht, um Kosten zu
sparen. In Kentucky kündigte
Gouverneur Besher für das
laufende Steuerjahr den Ausfall von 434 Mio. $ und weiteren 500 Mio. $ für das
kommende Jahr an. Besher erläuterte, der Einbruch bei den Steuereinnahmen
beruhe auf den Schwierigkeiten bei den minderwertigen Hypotheken und der
höchsten Arbeitslosigkeit seit Jahren. Seit November haben mindestens 14
weitere Bundesstaaten Steuerausfälle in Höhe von 250 Mio. bis zu unglaublichen
14,5 Mrd. $ in Kalifornien angekündigt.
Das
Schiller-Institut-Aktionskomitee mit der Jugendbewegung als Speerspitze
mobilisiert Wählergruppen und gewählte Vertreter auf Landes- und lokaler Ebene,
um den Kongress zu zwingen, die notwendigen Notmassnahmen zu verabschieden, damit
Bürger in ihren Häusern geschützt und der öffentliche Kredit erhalten wird, wie
im „Gesetz zum Schutz der Hausbesitzer und Banken“ (HBPA) vorgesehen.
Resolutionen, in denen der Kongress aufgefordert wird, hinsichtlich des HBPA
tätig zu werden, wurden inzwischen in sechs Landtagen (Florida eingeschlossen)
eingebracht, in Pennsylvania fand am 29.11. eine ausführliche Anhörung statt.
In vier weiteren Bundesstaaten - Alabama,
Kansas, Missouri und Tennessee -,
deren Sitzungsperiode am 14.1. beginnt, steht der Entwurf des HBPA bereits zur
Verabschiedung an.
Auch auf Gemeindeebene wächst die Unterstützung. Am 16.12.
verabschiedete die Stadt Irvington
in New Jersey eine Unterstützungserklärung für das HBPA, nachdem schon zwei
andere wichtige Städte in diesem Bundesstaat, Newark
und East Orange, diesen Schritt
getan hatten. Zwei Tage darauf stimmte Lawrence
als erste Stadt in Massachusetts für das HBPA. In Pennsylvania billigten bisher
19 Gemeinden die Gesetzesvorlage, darunter die wichtigsten Städte des Staates
wie Philadelphia, Pittsburgh und Harrisburg.
N-Bericht warnt vor Hunger
Rekordpreise für lebenswichtige
Agrarerzeugnisse und schrumpfende Nahrungsmittelhilfen führen zu ernsthaften
Gefahr, dass sich der Hunger auf der Welt 2008 verschlimmern wird. Das belegt
ein Bericht der Welternährungsorganisation (FAO), der am 17.12.
veröffentlicht wurde.
Am
17.12. war der Weizenpreis auf einen Allzeitrekord hochgeschnellt, die Preise
für Sojabohnen lagen so hoch wie seit 34 Jahren nicht mehr, und die Maispreise
stiegen bei starker Nachfrage und knapper Versorgungslage durch die extrem niedrigen
weltweiten Lagerbestände auf ein 11-Jahreshoch.
Die
Preisexplosion bei Nahrungsmitteln ist das Ergebnis der hyperinflationären
Politik des Geldpumpens und immer geringerer Investitionen in die
landwirtschaftliche Produktion und Infrastruktur.
Jacques Diouf, der
Generaldirektor der FAO, sieht infolge der hohen Nahrungsmittelpreise und der
Einschränkung der Lebensmittelhilfen ein ernstes Risiko, dass armen Menschen im
kommenden Jahr weniger Nahrungsmittel zur Verfügung stehen werden. Tatsächlich
ist die landwirtschaftliche Erzeugung schon seit mehreren Jahren stark
rückläufig, und die Verknappung beschleunigt sich.
Die
FAO bittet in ihrem Bericht um finanzielle Unterstützung für ein
Gutscheinsystem, das Bauern in armen Ländern hilft, teurer werdendes Saatgut
und Düngemittel zu erwerben, damit die Produktion vor Ort gesteigert werden
kann. Steigende Preise für Erdöl und Erdgas, dem Hauptrohstoff für Düngemittel,
treiben die Preise für Dünger auf eine Höhe wie seit zwei Jahrzehnten nicht
mehr. Preise für Saatgut sind wegen der vermehrten Nachfrage aus den
Schwellenländern angestiegen.
Derzeit ergreifen Staaten in aller Welt
Massnahmen, um ihre lokalen Nahrungsmittelmärkte zu schützen. So kündigte China
an, Steuernachlässe für Nahrungsmittelexporte abzuschaffen.
Anhörungen über Cheneys
Absetzung im Kongress
gefordert
Am 19.12. unterzeichnete die Abg. Moore (Wisconsin) als 24.
Kongressmitglied die Resolution Nr. 333, die im vergangenen April von dem
Demokraten Kucinich eingebracht
wurde und in der die Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen
Vizepräsident Cheney verlangt
wird. Am 7.11. hatte das Repräsentantenhaus diese Resolution an den
Justizausschuss zur Prüfung weitergeleitet. Diese wachsende Stimmung wurde von
dem Abgeordneten Weiner aufgegriffen,
der gegenüber Democrats.com
erklärte, er werde den Kommentar der Abgeordneten Wexler, Gutierrez
und Baldwin, in dem sie den
Justizausschuss auffordern, mit Anhörungen zu beginnen, unterzeichnen (Auszüge
daraus weiter unten).
Nachdem mehrere grosse Tageszeitungen eine Veröffentlichung dieses
Kommentars verweigert hatten, veröffentlichte Wexler auf seiner Webseite wexlerwantshearings.com eine
Petition, mit der er den Justizaus-schuss
zur Durchführung von Anhörungen über die Resolution Nr. 333 zwingen will. Als
der Philadelphia Inquirer am 27.12.
als erste Zeitung den Kommentar ungekürzt veröffentlichte, hatten schon 150.000
Menschen Wexlers Resolution unterschrieben. Wenn der Kongress im Januar seine
Arbeit wieder aufnimmt, will Wexler seinen Kollegen im Justizausschuss eine
Liste mit den Unterschriften präsentieren. Wexler will dem Vorsitzenden des
Justizausschusses Conyers im
Januar einen Brief schreiben, in dem er Anhörungen verlangt, und er wirbt bei
den Demokraten im Ausschuss, dass sie ihn mitunterschreiben.
Inzwischen haben 9 der 21 Mitglieder des Justizausschusses entweder Wexlers
Aufruf oder Kucinichs Resolution für eine Amtsenthebung unterstützt
(Baldwin unterzeichnete beide). Wenn die 9 Abgeordneten, die bereits ihre
Unterstützung für eine Anhörung durch ihre Unterschrift bezeugten, und jene 4,
die verhinderten, dass Kucinichs Resolution abgewürgt wurde, als dieser sie am
7.11. als bevorzugte Resolution eingebracht hatte, dazukommen, würde eine
deutliche Mehrheit der Demokraten im Ausschuss Anhörungen über Cheneys
Amtsenthebung befürworten.
Hier einige Zitate aus dem Kommentar der Abgeordneten Wexler, Gutierrez
und Baldwin:
„Am
7.11 November beschloss das Repräsentantenhaus, eine Resolution für Cheneys
Absetzung von Vizepräsi-dent Cheney an den Justizausschuss weiterzuleiten. Als
Mitglieder des Justizausschusses im Repräsentantenhaus sind wir der festen
Überzeugung, dass diese wichtigen Anhörungen jetzt beginnen sollten.
Die
vorliegenden Fragen sind zu wichtig, um sie zu ignorieren, darunter
glaubwürdige Vorwürfe des Macht-missbrauchs, die sich sehr wohl als schwere
Verbrechen und Vergehen nach unserer Verfassung erweisen könnten. Die Vorwürfe
gegen Vizepräsident Cheney beziehen sich auf seine irreführenden Aktionen, die
zum Irakkrieg führten, die Enthüllung der Identität einer Geheimagentin zur
politischen Vergeltung, und das illegale Abhören amerikanischer Bürger.
Nachdem nun der frühere Sprecher des Weissen Hauses Scott McClellan angedeutet hat, dass der
Vizepräsident und sein Stab ihm falsche Informationen über die Blossstellung von
Valerie Plame Wilson als
Geheimagentin gaben, die er an das amerikanische Volk weitergeben sollte, ist
es noch wichtiger, dass der Kongress diese möglicherweise vorsätzliche
Behinderung der Justiz untersucht. Der Kongress sollte Herrn McClellan zur
Aussage darüber vorladen, was er als Ansinnen beschreibt, ,nichts ahnend falsche
Informationen weiter zu geben’. Darüber hinaus haben jüngste Enthüllungen
gezeigt, dass die Regierung einschlich Herrn Cheneys möglicherweise erneut
Hinweise auf Massenvernichtungswaffen manipuliert und aufgebauscht haben -
diesmal in Bezug auf die nuklearen Kapazitäten des Iran.
Einige von uns gehörten während der Absetzungsanhörungen gegen Präsident
Clinton dem Kongress an. Wir verbrachten anderthalb Jahre damit, und Aussagen
über die persönlichen Beziehungen von Präsident Clinton anzuhören. Das darf nicht das Modell für
Absetzungsanhörungen bleiben... Die Vorwürfe gegen Vizepräsident Cheney sind
nicht persönlicher Natur...
Einige argumentieren, dass der Justizausschuss das Absetzungsverfahren
nicht vorantreiben könne, weil dies den Kongress an der Verabschiedung wichtiger
Gesetzesinitiativen hindern würde. Wir sind anderer Meinung. Erstens müssen die
Anhörungen den Kongress nicht ein Jahr lang blockieren und die Nation stilllegen.
Zweitens werden die Anhörungen den Kongress nicht daran hindern, seinen übrigen
Geschäften nachzugehen...
Die
Durchführung solcher Anhörungen würde die Beweise auf den Tisch bringen, und
die Beweise - nicht die Politik - sollten über das Ergebnis entscheiden. Auch
wenn die Anhörungen nicht zu einer Amtsenthebung führen sollten, wäre es um der
Geschichte willen wichtig, diese schwerwiegenden Missbräuche zu protokollieren.
Es ist dem Kongress dringend geboten, einer Regierung, die die Verfassung immer
wieder umgangen hat und behauptete, sie stünde über dem Gesetz, deutlich zu
machen, dass wir diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht hinnehmen. Genau aus
diesem Grund gaben unsere Gründerväter dem Kongress die Befugnis zur
Amtsenthebung, und wir müssen nun wenigstens darüber nachdenken, sie zu nutzen.“ <<<<<< O >>>>>> |
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