|
Schutzengel
-
gibt es die wirklich?
Der
Physiker Alan Wolf wendet in seinem Buch "Star Wave"
("Sternenwelle") die Ideen und den mathematischen Formelapparat der
Quantenphysik auf die Psyche des Menschen an. Dabei kommen
hochinteressante Dinge zum Vorschein. Wolfs wichtigste Erkenntnis: Die
Gegenwart wird nicht von der Vergangenheit beeinflusst, sondern von der
Zukunft! Die Vergangenheit ist nach Wolf nicht festgelegt; wir
erschaffen sie ständig neu durch Erinnern. Es ist wie in "1984", der
schrecklichen Utopie George Orwells, wo das Wahrheitsministerium die
Vergangenheit ständig ummodelt, je nach den politischen Erfordernissen.
Wolf bringt eine Reihe überzeugender, wenn auch nicht ganz einfacher
Argumente für seine Auffassung. Am besten kann man seine Ideen so
illustrieren:
Wenn wir
einen Stein ins Wasser werfen, entsteht eine Welle. Sie wird durch eine
einfache mathematische Gleichung beschrieben, die so genannte
Wellengleichung. Diese Gleichung hat zwei mathematisch gleichwertige
Lösungen. Aber nur eine davon wird verwendet. Die andere, eine Art
"schwarzes Schaf", wird von den Physikern schamhaft verschwiegen. Die
"wohlerzogene Lösung" sieht so aus: Die Welle beginnt zur Zeit Null in
einem Punkt und dehnt sich von da ab ins Unendliche aus. Die Zeit läuft,
wie sich's gehört, von der Gegenwart in die Zukunft, die Welle verläuft
sich im Unendlichen. Das ist die (von den Physikern ausschließlich
verwendete) "retardierte" Lösung. Ganz anders die "avancierte" Lösung.
Nach ihr verläuft der ganze Prozess genau umgekehrt. Die Welle beginnt
in der Zukunft in weiter Ferne und läuft in die Gegenwart hinein, bis
sie sich in einem Punkt konzentriert.
Dieses
Bild ist ebenso verblüffend wie offensichtlich falsch, denn so etwas
kann es doch nicht geben. Aber halt - die Mathematik stimmt, und diese
Lösung führt zu keinen Widersprüchen oder unsinnigen Folgerungen. Nur,
sie kann im Rahmen unseres gewohnten Denkens nicht interpretiert werden.
Doch diese Beschreibung entspricht ganz genau dem, was wir als
"Führung von oben" bezeichnet haben! Denn eine solche Führung geht
von der Zukunft aus. Es ist, als ob ein Wesen unser Schicksal kennt und
alle Geschehnisse, soweit es ihm möglich ist, von diesem Standpunkt aus
lenkt. So bekommt alles einen Sinn. Und darin liegt das Geheimnis dieser
Führung. Wer sich auf seine innere Stimme verlassen will, egal, ob diese
Stimme eine Funktion seiner Seele oder ein Gott ist, der muss gewaltig
umdenken. Nicht mehr Ursachen sind wichtig, sondern der Sinn eines
Ereignisses. Die Welt entfaltet sich nicht mehr aus der Vergangenheit,
sondern aus der Zukunft. Und die Bedeutung eines Vorfalls wird nicht
nach den Kräften beurteilt, die dazu führten, sondern danach, wie er in
den grossen Lebensplan passt, den wer auch immer einmal aufgestellt hat.
(am
6.Dez. 2002 aus der Webseite: www.alien.de/greyhunter/news.php) |