4444Weihnachten4444

 

 
444 Ehre sei Gott in der Höhe 444  
und den Menschen ein Wohlgefallen

Die 2.Weihnachtsgeschichte 2007:

 

Der Schattenengel

Von Anfang an war es dunkel um ihn gewesen......

War es, dass eine dunkle Wolke über ihn gezogen war, als der himmlische Hauch die anderen Engel berührt hatte oder war es "Luzifer" selbst gewesen, dessen dunkle Flügel ihn gestreift hatten.....  So viel war sicher: Das Gesicht des Schattenengels war nicht von hellstem Licht umgeben wie das Antlitz der anderen Engel und der himmlischen Heerscharen.

Er stand auch immer etwas abseits, meist ganz hinten in der letzten Reihe, wenn der himmlische Chor seinen Jubel-Gesang probte.

Während die anderen Engel mit fröhlichem Tun beschäftigt waren, um himmlisches Backwerk und glitzernden Tannenbaum-Schmuck zu zaubern, hockte er abseits auf einer dunklen Regenwolke und schaute wieder und wieder auf die dunkle Erde hinab.

"Der Schattenengel hat mal wieder traurige Gedanken", flüsterten die anderen Engel und wandten sich ab. Ihre Augen - gewohnt an glitzernden, goldenen und silbernen Sternen-Schmuck - erblickten nicht die dunklen Bilder, die unten auf der Erde vorbeizogen. Der dunkle Engel aber sah die fliehenden Menschen auf verschneiten Wegen, die durch Eis und Kälte davon hasteten, vorbei an zerstörten Häusern und verbrannten Bäumen.

Er sah vollbeladene Schiffe, die dem Grauen des Krieges zu entkommen suchten. Er sah verletzte Kinder und alte Menschen in den Krankenhäusern. Er sah verwüstete Gegenden, unbeseelt von Leben, er sah Kränze, immer mehr Kränze oder auch nur Holzkreuze auf vielen Gräbern dieser einen, dunklen Erde.............

Und er sah Menschen, deren Herzen in den Weihnachtstagen beladen waren von Kummer und Schmerzen, die alleine sassen, ohne Kerzen und Tannengrün. Nicht abwenden konnte er sein dunkles Gesicht von dem Elend der Menschen auf der Erde.

Als die anderen Engel ihm zuriefen, dass es höchste Zeit sei, auf die Erde zu fliegen und den Menschen die frohe Botschaft von der Ankunft des Heilands zuzurufen, da stand er nur zögernd auf und folgte ihnen. Aber er konnte nicht mehr wie die hellen Lichter-Engel hoch über dem Gestein auf dem Hirtenfeld schweben und aus der Höhe seinen Lobgesang erschallen lassen. Er hatte keine Kraft mehr............

Seine Flügel streiften schwer auf dem Boden, der ihn festzuhalten schien. Und als die anderen Engel sich wieder emporhoben und den himmlischen Glanz mit sich nahmen, da kauerte er weiterhin in der Finsternis auf der kalten Erde.

Er legte die gebrochenen Flügel ab und lief mit schmerzenden, blossen Füssen den Hirten nach, der heiligen Krippe auf Erden entgegen.

Als die Hirten und Könige ihre Gaben dargereicht und wieder fortgezogen waren und die Dunkelheit das Höhlengestein ergriff, als Maria und Josef erschöpft eingeschlafen waren, da kniete er neben dem Jesu-Kind.

Sein Schattenmund formte bittere, schwere Klageworte, alle Traurigkeit, alles Elend der Welt flossen nun aus ihm hervor. Da spürte er, wie das Kind seine kleine Hand auf sein Antlitz legte und ihm zuflüsterte:

"Du wirst der Engel sein, der die Dunkelheit und Not der Welt in sich aufnimmt.   Du wirst sie nicht verbannen können, denn sie gehört zu den Menschen, wie die Freude und das Licht.

Aber du kannst vielleicht die Menschen spüren lassen, dass sie in ihrer Angst nicht allein sind. Dass Gott ihnen ganz nahe sein will - auch und gerade in der Nacht und Dunkelheit ! "

Da erhob sich der Schattenengel nachdenklich, er hatte verstanden ......  und suchte nun mit schweren Schritten und neuem Mut und Zuversicht im Herzen den Weg zu den Menschen..............

Gerade auch in den "dunklen" Weihnachtstagen können wir ihm begegnen.

*************************************************************************************

– Autor unbekannt –

Diese Geschichte habe ich vor einiger Zeit von Gabriele erhalten

 > weiter zur  Auswahlseite